Jedes Gemüse hat andere Ansprüche an Nährstoffe

Julia Höffken erklärt, was nachhaltigen Anbau ausmacht

Von Alexandra Dulinski

Kohl, Salate, Fenchel, Rote Bete, Sellerie und Mangold: Auch das gehört zum Bauernhof Et Höffken. Denn Julia und Theo Höffken verkaufen auch ihr eigenes Gemüse im Hofladen. Bei der Gemüseauswahl setzen die Höffkens auf eine breite Vielfalt. „Das ist arbeitsaufwendig, aber davon lebt der Laden“, sagt Julia Höffken.

Es sei gut, eine Mischung an Gemüsesorten zu haben. In dem einen Jahr wachse das eine Gemüse besser, im nächsten Jahr ein anderes. Jedes Gemüse habe zudem andere Ansprüche an Nährstoffe. „Es ist für den Boden besser, wenn der Salat nicht auf der gleichen Fläche wächst wie im Jahr zuvor“, sagt sie. Wachse Kohl beispielsweise immer auf dem gleichen Feld, sei er anfälliger für Krankheiten. Der Gemüseanbau – „das ist mit sehr viel Handarbeit verbunden – immer wieder“, sagt Julia Höffken. Auf rund einem Hektar Fläche säen sie und ihr Mann ab März das erste Gemüse aus – viel Platz nicht nur für die Nutzpflanzen, sondern auch für Unkraut, um sich auszubreiten. Mit der Anbauhacke muss der Boden ständig gepflegt werden, teilweise werde mit der Handhacke nachgearbeitet. Vliesabdeckungen und Folientunneln als provisorische Gewächshäuser schützen früh im Jahr gegen die Kälte. Vor dem ersten Frost Ende Oktober/Anfang November muss das Gemüse dann geerntet sein.

Schweine wandern mit dem Gemüse mit

„Zum Mulchen verwenden wir Stroh. Dadurch trocknet der Boden nicht aus und wir haben weniger Unkraut“, erklärt die Expertin. Der Gemüseanbau ist zudem ein Zusammenspiel mit der Haltung der Schweine. „Sie wandern mit dem Gemüse“, erklärt Höffken. So können die Tiere Erntereste verwerten.

Auf den Flächen, auf denen sich die Tiere zuvor aufgehalten haben, wird neues Gemüse angepflanzt. „Kohl braucht viel Stickstoff. Dort, wo die Schweine Kot hinterlassen haben, wächst der Kohl gut“.

Und einen anderen Aspekt bietet das Thema Nachhaltigkeit. Die nachhaltig bearbeiteten Böden bieten Schutz vor Starkregen, schätzt Julia Höffken ein. „Boden ist für uns schlechthin das Beste, ohne gesunden Boden können wir nicht anbauen.“

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