Serie: Religionen in Solingen

Jeder vierte Solinger ist katholisch

Die Kirche St. Clemens in Solingen Mitte trägt den Namen des Stadtpatrons Clemens von Rom. Er war Bischof von Rom. Der Legende nach wurde er im Meer mit einem Anker ertränkt. Foto: Christian Beier
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Die Kirche St. Clemens in Solingen Mitte trägt den Namen des Stadtpatrons Clemens von Rom. Er war Bischof von Rom. Der Legende nach wurde er im Meer mit einem Anker ertränkt.

Die ST-Serie über die größten Religionen in Solingen geht mit der katholischen Kirche weiter.

Von Anna Lauterjung

Die katholische Kirche hat seit der Ansiedelung der ersten christlichen Glaubensgemeinschaft in Solingen vor ungefähr 1000 Jahren die Stadt deutlich geprägt. Zum Beispiel erinnert der Anker im Wappen an den Stadtpatron und einen der ersten katholischen Bischöfe, Clemens von Rom.

Wie groß ist die Gemeinschaft in Solingen?

Im Gegensatz zum übrigen Rheinland ist die katholische Kirche seit der Reformation vor ungefähr 500 Jahren nur die zweitgrößte Glaubensgemeinschaft in Solingen. Es verteilen sich ungefähr 41 000 Gläubige auf 13 Kirchen im gesamten Stadtgebiet.

Zurzeit befinden sich die katholischen Gemeinden in Solingen in einer Strukturveränderungsmaßnahme, erläutert Michael Mohr, Leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Solingen-Mitte/Nord und Süd. Die ursprünglich zwölf Gemeinden im Stadtgebiet werden bis Januar 2020 zu drei Pfarreien fusionieren: Solingen-West, Nord und Süd.

Woran glauben Katholiken?

Michael Mohr ist Priester und Leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Solingen-Mitte/Nord und Süd.

Die katholische Kirche glaubt an die Dreifaltigkeit. Sie besteht aus dem Vater, dem einzigen und allmächtigen Gott, der die Welt geschaffen hat, und dem Sohn, Jesus, der Messias und Erlöser der Menschen, sowie dem Heiligen Geist.

Heilige spielen zwar eine wichtige Rolle für Gläubige, allerdings gehören sie nicht direkt zum Glauben. „Sie haben eine engere Beziehung zu Gott und daher ist es nicht schlecht, sie um Rat oder Hilfe zu Fragen, wenn es um bestimmte Sachen geht“, erklärt Michael Mohr.

Was ist die Botschaft des katholischen Glaubens?

„Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, sagt Michael Mohr. Das Doppelgebot besteht aus zwei Teilen. Auf der einen Seite wäre die Nächstenliebe, die ein zentraler Wert der Kirche sei und auf der viele der zehn Gebote aufbauen würden. Aktiv gelebt in Solingen wird Nächstenliebe zum Beispiel durch Aktionen wie das Haus der Offenen Tür in Solingen-Nord, wo im Jugendpastoralhaus ein warmes Essen angeboten wird. Nächstenliebe sei eher Mangelware in der Gesellschaft, findet der Pfarrer.

Die andere Seite des Doppelgebots würde oft vergessen, so Michael Mohr. Sie steht für Selbstliebe. „Gott nimmt jeden so an, wie er ist“, fügt er hinzu.

Was sind die drei wichtigsten Feiertage?

Der höchste Feiertag in der katholischen Kirche ist Ostern im Frühjahr. Jesu Auferstehung nach seinem Tod am Kreuz ist für die Gläubigen ein Zeichen ihres ewigen Lebens im Paradies an Gottes Seite. „Das gibt Menschen Hoffnung, denen es vielleicht gerade nicht gut geht“, ergänzt Michael Mohr.

DIE SERIE

RELIGIONEN Nächste Woche wird noch eine weitere große Religion aus Solingen vorgestellt: der Islam. Vertreter jedes Glaubens haben die gleichen Fragen beantwortet, um zu einem besseren Verständnis untereinander beizutragen.

50 Tage später wird an den Tag erinnert, an dem der Heilige Geist den ersten Christen den Auftrag gegeben hat, allen von Gott zu erzählen. Daher gilt Pfingsten als Geburtstag des Christentums. Michael Mohr sieht in dem Feiertag auch ein Beispiel dafür, dass Sprache keine Grenze zwischen Menschen ist: Die Gläubigen wurden von den unterschiedlichsten Menschen verstanden, obwohl sie oft nicht die gleiche Sprache gesprochen haben.

An Fronleichnam, wiederum zehn Tage nach Pfingsten, wird die Gegenwart von Jesus mit der Kommunion, der Gabe von Brot und Wein an die Gemeinde, gefeiert. „Das Brot ist bei uns nicht nur symbolisch der Leib Jesu, sondern Jesus ist wirklich und wahrhaftig im Brot“, betont Michael Mohr.

Die Rolle von Weihnachten hat sich in der katholischen Kirche ähnlich entwickelt wie in der evangelischen Kirche. Das Fest ist mittlerweile bei den Familien wichtiger geworden, als in der Kirche. Michael Mohr begründet: „Es ist zwar der Geburtstag von Jesus, allerdings war er da einfach nur ein Baby. Wenn auch ein Besonderes.“

Was ist in Solingen das Besondere an der katholischen Kirche?

„Um die Orgel in der Kirche St. Suitbertus in Grünewald zu renovieren, kann man gegeneine Spende einen Akkord eines Stückes von Bach erwerben, das am Ende der Messe auf der Orgel gespielt wird. Es wird nur soweit gespielt, wie es verkauft wurde und bricht dann einfach ab“, erzählt Michael Mohr.

Nicht nur die Gemeinschaft in Solingen ist besonders, sondern auch eine der Kirchen. Die St. Martinus Kirche direkt neben Schloss Burg, ist einer der beliebtesten Kirchen für Trauungen und gehört dem Land Nordrhein-Westfalen. Auch wenn das Erzbistum Köln die Kirche betreut, kommt es immer wieder zu Problemen, wer bei Reparaturen zuständig ist, bedauert Michael Mohr.

Lesen Sie auch die weiteren Teile unserer Serie:

In Solingen leben 43.500 Protestanten

Die jüdische Gemeinde wird immer größer

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