Solingen

Jeder 15. Jugendliche in Solingen verlässt die Schule ohne Abschluss

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Neue Statistik: Zahl ist im vergangenen Jahr gestiegen.

Von Anna Lauterjung

Im vergangenen Jahr haben mehr Schüler in Solingen die Schule ohne einen Hauptschulabschluss verlassen als im Jahr zuvor. Das bestätigte das Statistische Landesamt Nordrhein-Westfalen. Während 2018 noch 88 Schulabgänger ohne Abschluss die Schule verließen, erhöhte sich die Anzahl im Jahr darauf auf 105 – das ist jeder 15. Schulabgänger. Solingen liegt damit im landesweiten Durchschnitt.

Die Gründe für den Schulabgang ohne Hauptschulabschluss seien vielfältig und individuell zu betrachten, betont Stadtsprecherin Sabine Rische. Es werde allerdings vermutet, dass ein Grund für den leichten Anstieg im vergangenen Jahr die Zunahme von Jugendlichen mit Migrationshintergrund seien könnte.

Zu viele Fehlstunden gefährden den Abschluss

Die Jugendlichen beenden die Schule ohne Abschlusszeugnis, weil sie die Anforderungen nicht erfüllt und beispielsweise zu viele unentschuldigte Fehlstunden gesammelt haben. Das Schwänzen des Unterrichts kann also gravierende Folgen haben.

Bei schulpflichtigen Jugendlichen überprüft die Schule die Anwesenheit. Neben einem Leitfaden des regionalen Bildungsbüros gibt es an jeder Schule ein Beratungskonzept, bei dem Beratungslehrer, Sozialpädagogen und Schulleitung betroffene Schüler betreuen, um einen Abgang ohne Abschluss zu verhindern. „Nur in sehr seltenen Fällen fallen Betroffene aus dem engmaschigen Raster raus“, so Rische.

„Die individuelle Förderung ist ein ganz grundsätzlicher Ansatz der schulischen Arbeit in Nordrhein-Westfalen“, heißt es aus dem Schulministerium. Dabei nehmen die Schulen ganz besonders auch die leistungsschwächeren Schüler in den Blick. Zusätzlich berät das Jobcenter Jugendliche ab dem 15. Lebensjahr.

In Deutschland besteht bis zum 18. Lebensjahr die Schulpflicht. Jugendliche müssen mindestens neun Jahre eine weiterführende Schule sowie Berufsschule während der Ausbildung besuchen. Verlässt ein minderjähriger Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss, muss er ein Berufskolleg besuchen. Dort kann der Abschluss nachgeholt werden. Für volljährige Schüler gibt es die Möglichkeit, Programme an den Volkshochschulen und Abendschulen zu besuchen.

Die beruflichen Chancen von Schulabgängern ohne Hauptschulabschluss hängen von den Anforderungen der ausbildenden Unternehmen ab. „Trotzdem werden aber auch immer eine Reihe von Ausbildungsverträgen ohne Abschluss geschlossen“, versichert die Stadtsprecherin. Zudem seien in den vergangenen Jahren neue Ausbildungsgänge entstanden, bei denen die schulischen Voraussetzungen deutlich gesenkt wurden. Dazu gehört unter anderem auch der Beruf als Pflegeassistenz. Rische: „Das wird dazu führen, dass Schüler ohne Abschluss besser versorgt werden.“

Auch interessant: Die ersten Schüler sind in der vergangenen Woche an die Schulen zurückgekehrt. Für Zehntklässler vor dem Abschluss ist der Unterricht verpflichtend, für Abiturienten freiwillig. Ab 4. Mai sollen weitere Jahrgänge folgen.

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