Jaguar und Tondeo verschmelzen

Detlef Breuer, Vorsitzender der Geschäftsführung, vor dem neuen Verwaltungsgebäude an der Ketzberger Straße. Foto: Christian Beier

UNITED SALON TECHNOLOGIES Unter dem Dach von Zwilling entstand ein Weltmarktführer für professionelle Friseurscheren. Marken bleiben.

Von Fred Lothar Melchior

Bis Ende des Jahres, sagt Detlef Breuer, soll alles erledigt sein: Aus der Jaguar Stahlwarenfabrik und dem Tondeo-Werk ist dann nicht nur dem Namen nach etwas Neues geworden: die United Salon Technologies GmbH. „Die Marken bleiben natürlich erhalten und sollen auch noch wachsen“, betont der Vorsitzende der Geschäftsführung. „Wir machen aus Jaguar und Tondeo eine schlagkräftige Einheit, die sich am Weltmarkt behaupten kann.“

FIRMENGESCHICHTEJAGUAR Das Unternehmen wurde 1932 von Kurt Schmidt gegründet. Die Ende der 60er Jahre eingeführte Friseurscheren-Marke Jaguar gab der Firma kurz danach ihren neuen Namen. 1988 übernahm Zwilling zwei Drittel der Anteile, Anfang 2004 den Rest. TONDEO Die Firma geht auf eine 1928 von Adolf Noss gegründete Rasierklingenfabrik zurück. Sie wurde 1949 von der Tondeo-Verkaufsgesellschaft übernommen. Die Fertigung von Haarscheren begann 1960; die erste eigene Friseurschere stammt aus dem Jahr 1976. 1980 ging Tondeo an die Wella AG, Mitte 2007 an Zwilling J. A. Henckels. Das Tondeo-Gebäude am Höhscheider Weg steht zum Verkauf.Schon heute sei man „mit Abstand“ der weltweit größte Produzent für professionelle Friseurscheren – ein Anspruch, der sich auch in den Neubauten am Firmensitz zeigt. Als 2009/10 die Fertigung der beiden Scherenspezialisten zusammengezogen wurde, stockte man für rund 650 000 Euro die Logistikhalle an der Nibelungenstraße auf. Anfang 2013 wurde das fast 1,2 Millionen Euro teure neue Bürogebäude an der Ketzberger Straße bezogen.

An derselben Stelle stand früher das verschieferte Fachwerkhaus, in dem Detlef Breuer 1998 seine Tätigkeit für Jaguar begann. „Damals hätte ich mir eine solche Entwicklung nicht vorstellen können“, sagt der 49-Jährige. „Wir haben aber immer eine Aufbruchstimmung gehabt. Das war bei Tondeo ähnlich.“

„Wir investieren jedes Jahr 700 000 bis 800 000 Euroin den Standort.“

Detlef Breuer Geschäftsführer

Seit Ende 2011 bilden die beiden Scheren-Hersteller bereits einen eigenen Geschäftsbereich in der Zwilling-Gruppe. „Das Zusammenlegen hat aber Zeit gebraucht“, schildert Breuer den mehrjährigen Prozess: Arbeitsverhältnisse mussten harmoniesiert (etwa bei den Gleitzeit-Vereinbarungen) und die Firmenkulturen angeglichen werden – „alles neben der normalen Arbeitszeit“. Worauf Breuer besonders stolz ist: „Wir haben es bis heute geschafft, Synergien zu heben, ohne betriebsbedingte Kündigungen aussprechen zu müssen. Das ist auch nicht geplant.“

Wo Arbeitsplätze wegfielen, wurden neue geschaffen: „Wir haben kein Outsourcing, sondern Insourcing betrieben – beispielsweise die Wärmebehandlung für Tondeo-Scheren wieder ins eigene Haus geholt. Was wir selbst machen, haben wir im Griff.“

Fast 230 Mitarbeiter hat die United Salon Technologies GmbH; darunter sind fünf gewerbliche Lehrlinge und ein kaufmännischer Azubi. Breuer: „Im gewerblichen Bereich bilden wir erst seit fünf oder sechs Jahren wieder selbst aus. Die Mitarbeiter, die man sucht, findet man in den seltensten Fällen am Markt.“ Gefragt sind im Moment Handschleifer und -polierer sowie Scherenkontrolleure.

Fürs laufende Jahr erwartet der Geschäftsführer etwas bessere Umsatzzahlen: „2012 hat vor allem Jaguar mit einer Exportquote von fast 75 Prozent unter der Eurokrise gelitten. Tondeo wird voraussichtlich auf Vorjahresniveau abschneiden.“ Beide Unternehmen hätten schon bessere Zahlen vorgelegt. „Aber wir haben keine Angst um Arbeitsplätze. Die Neubauten nicht mit eingerechnet, investieren wir jedes Jahr 700 000 bis 800 000 Euro in den Standort.“ Einen großen Auftritt sollen beide Marken im kommenden Mai haben. Dann findet in Frankfurt die Weltmeisterschaft der Friseure statt.

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