Gewerbe

Ittertal: Initiative drückt aufs Tempo

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Laut Ratsbeschluss soll Buschfeld als Gewerbegebiet ausgeschlossen werden. Noch sei nichts passiert, kritisieren Bürger.

Von Ann-Christin Stosberg

Zugebaute Gewerbeflächen statt grüne Wiesen und Natur - das befürchten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ (Birdi). Bürger, Landwirte und Naturschützer blicken besorgt auf den Planentwurf des Regionalplans Düsseldorf (RPD). Dieser ist Teil des Landesentwicklungsplans 2025. Darin geht es um die Planung zur Raumordnung und den Flächenverbrauch. Der Entwurf des Regionalplans sieht für das Ittertal vor, dass einige Flächen zu Gewerbegebieten werden sollen. Konkret geht es um die Gebiete Piepersberg-West, Fürkeltrath II, Keusenhof und Buschfeld.

Unter dem Motto „Ittertal - Was machen wir aus Dir?“ hat die Initiative vor diesem Hintergrund zur Diskussion ins Kunstmuseum eingeladen.

Dr. Cornelius Arendt führte durch den Abend. Vom Regionalrat kamen Friederike Sinowenka (SPD), Ulrich G. Müller (FDP und Freie Wähler) und Manfred Krause (Grüne). Kai Sturmfels aus dem Stadtrat vertrat die CDU. Weiter saßen auf dem Podium Dr. Helmut Nieder als Mitglied der Bürgerinitiative, Unternehmer Henner Pasch, Johannes Paas von der Kreisbauernschaft und Moritz Schulze von der Biologischen Station Solingen/Mettmann.

Christian Robbin (Birdi) fasste für die rund 100 Interessierten vorab die wichtigsten Fakten zusammen. Dabei verwies Robbin auf ein Gutachten des Aachener Planungsbüros BKR aus 2016. Daraus geht hervor, dass Gewerbeflächen das Ittertal kaum beeinträchtigen würden. Allerdings wird empfohlen, nur die Pläne für die Gebiete Fürkeltrath II und Piepersberg-West umzusetzen. Der Stadtrat reagierte und beschloss im September vergangenen Jahres, das Gebiet Buschfeld auszuschließen.

Passiert ist das noch nicht: Im aktuellen Planungsentwurf ist das Gebiet weiter aufgeführt. Das ärgert nicht nur die Bürgerinitiative, sondern auch Anwohner und Freunde des Ittertals. Friederike Sinowenka (SPD) versprach, sich für das Gebiet Buschfeld im Regionalrat einzusetzen und den Ratsbeschluss deutlich zu kommunizieren.

Das Verfahren zieht sich voraussichtlich bis Herbst

Wenn es nach Dr. Helmut Nieder geht, würde das Ittertal so grün bleiben, wie es ist. „Es ist herrlich, dort zu wandern. Lebensqualität kann nicht in Geld umgerechnet werden“, erklärte er in einem emotionalen Statement. Er und Vertreter aus der Landwirtschaft kritisierten, dass die Politiker viele wirtschaftliche Argumente anbrachten. Moritz Schulze von der Biologischen Station sprach offenbar vielen Besuchern aus der Seele. „Statt neue Gewerbegebiete zu bauen, sollten Industriebrachen genutzt werden“, forderte er und erntete Beifall.

Zum Ende der emotionalen Diskussion konnten sich die Zuhörer äußern. Das Thema wird alle Beteiligten wohl noch länger beschäftigen. Planmäßig sollte der Entwurf des Regionalplans im Frühjahr angenommen und beschlossen werden. „Das zieht sich sicher noch bis in den Herbst“, meinte Dr. Cornelius Arendt von der Bürgerinitiative.

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