Gemeinschaft

Italienisch ist für Gläubige der Missione die Sprache ihres Herzens

Auch beim Solinger Fest „Leben braucht Vielfalt“ – hier 2019 – macht die Missione Cattolica Italiana mit. Archivfoto: Christian Beier
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Auch beim Solinger Fest „Leben braucht Vielfalt“ – hier 2019 – macht die Missione Cattolica Italiana mit.

In unserer Serie über Migrantenselbstorganisationen geht es heute um die Missione Cattolica Italiana.

Von Daniela Neumann

Die Missione Cattolica Italiana Solingen-Remscheid ist ein christlicher Seelsorgebereich. „Sie ist wie ein Ressort anzusehen“, sagt Elisabetta Marchese: „Sie ist in der internationalen katholischen Seelsorge vom Erzbistum Köln angesiedelt.“

Marchese ist die Solinger Gemeinderatsvorsitzende der Missione. In den 1960er Jahren sei noch Wuppertal für Solingen zuständig gewesen, 1974 seien dann die ersten Ordensschwestern nach Solingen gekommen. Sie hätten nach und nach ein Netzwerk für die aus Italien Zugewanderten eingerichtet. „Es ist so, dass das früher der einzige Treffpunkt für uns war“, erklärt Elisabetta Marchese: „Es war ein Stück Heimat.“ Über die Sprache und den Glauben hätten die meist aus Sizilien gekommenen Gläubigen ein Zuhause in der neuen Umgebung gefunden. Und gleichzeitig Nachhilfe aufgebaut, Deutschkurse und Kreativangebote: „Das war integrationsfördernd.“

Marchese ist hier geboren, zweisprachig aufgewachsen und erzieht die drei Söhne mit ihrem deutschen Mann bilingual. „Stoßgebete sind bei mir auf Italienisch“, erzählt die 41-Jährige lachend. Auch bei Hochzeiten oder Firmungen sei ihr, wie vielen anderen, Italienisch als Muttersprache aus der Familie wichtig. „Dann sind die Gebete nun auf Italienisch, die Erklärungen auf Deutsch“, gibt sie ein Beispiel. Spirituelle Impulse für den Kopf brauche sie auf Deutsch. Italienisch sei die Sprache ihres Herzens.

Ihre kirchliche Heimat hat die Solinger Missione an St. Mariä Empfängnis an der Eifelstraße in Merscheid. Sonntags um 11.45 Uhr findet hier normalerweise der italienische Gottesdienst statt. Pfarrer Aphrodis Nizeyimana kommt aus Ruanda und hat in Rom studiert.

Seit einigen Jahren gebe es keine Ordensschwestern mehr vor Ort, bedauert Elisabetta Marchese: „Wir Laien stemmen das Leben der Gemeinde, aber es fehlt das Trostspenden bei Sorgen.“ Mitglieder engagierten sich etwa bei Festen wie „Leben braucht Vielfalt“, böten dort Kulinarisches oder seien mit Besuchsdiensten und Spenden aktiv. Dankbar ist Marchese für das wertschätzende Miteinander zwischen Stadt, Gemeinde und Schwestergemeinden.

Ein Höhepunkt war vor Corona immer die jährliche stadtbekannte Karfreitagsprozession. Dabei stellen Engagierte detailgetreu in Kostümen und mit Requisiten den Kreuzweg von Jesus nach. 2020 fiel die Prozession bereits wegen der Corona-Krise aus, sagt Elisabetta Marchese. Die Kommunionen hätten vor der zweiten Welle noch stattfinden können, die Firmungen seien in kleineren Gruppen erfolgt.

Info: Tel. 7 17 65.

mci-solingen.de

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