Empfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion

IT-Sicherheit: „Vertrauen Sie niemandem“

Die Solinger MIT-Vorsitzende Gerlinde Steingrüber (l). begrüßte NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bei Codecentric.
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Die Solinger MIT-Vorsitzende Gerlinde Steingrüber (l). begrüßte NRW-Ministerin Ina Scharrenbach bei Codecentric.

Ministerin besucht Empfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion – Innovationspreis für Marco Ebbinghaus.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Neu ist das Thema IT-Sicherheit nicht. „Die Wirtschaft hat schon lange damit zu kämpfen“, betonte Rainer Vehns. Durch den Ukraine-Krieg und seine Folgen sei die Bedrohung jedoch erhöht. Wie sich Betriebe und die öffentliche Verwaltung gegen Cyberangriffe schützen können, diskutierte der Vorstandsvorsitzende der Codecentric AG am Montag mit Ina Scharrenbach (CDU). Die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung war bei der Solinger Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) zu Gast.

Deren Vorsitzende Gerlinde Steingrüber freute sich, dass der Wirtschaftsempfang im Codecentric-Hauptsitz an der Hochstraße zum ersten Mal seit drei Jahren wieder stattfinden konnte. Die Welt habe sich „wahnsinnig verändert“ – erst Pandemie, dann russischer Angriff auf die Ukraine.

Der Krieg tobe nicht unmittelbar vor unserer Haustür, mache sich jedoch deutlich im Bergischen bemerkbar. Das gelte zum einen mit Blick auf Energie. Zum anderen sei ein „digitaler Krieg“ feststellbar.

„Absolute Sicherheit wird es in diesem Bereich nie geben.“

Ina Scharrenbach, Ministerin

Ina Scharrenbach bestätigte, dass die Sensibilität für das Thema Cybersicherheit groß sei. Die kritische Infrastruktur der Kommunen zu schützen, gestalte sich allerdings schwierig. Der Grund: Die IT-Infrastruktur der Städte und Gemeinden in NRW sei nicht einheitlich. Die Ministerin warb dafür, diesen Missstand auszuräumen und für mehr interkommunale Zusammenarbeit.

Aller Bemühungen zum Trotz machte Scharrenbach deutlich: „Absolute Sicherheit wird es in diesem Bereich nie geben.“

Man könne jedoch Maßnahmen ergreifen, ergänzte Rainer Vehns. Wichtig sei, die Gefahr zu thematisieren, wachsam zu sein und seine Hausaufgaben zu machen. Es gelte, alle Systeme zu schützen. „Vertrauen Sie niemandem“, riet Vehns.

Einig waren sich der Unternehmer und die Ministerin in der Frage, ob die Gefahr von Cyberangriffen die Digitalisierung ausbremse. „Nein, sich zu schützen kostet aber richtig Geld“, sagte Vehns. Ina Scharrenbach bestätigte, dass permanente Investitionen in Digitalisierung nötig seien: „Wir müssen IT- und Informationssicherheit immer mitdenken.“

Am Montagabend hat die MIT zum dritten Mal ihren Innovationspreis vergeben – an Marco Ebbinghaus. Rainer Vehns würdigte in seiner Laudatio nicht nur die Firma Ebbinghaus Verbund, die der Geehrte in vierter Generation führt. Dem Familienbetrieb sei es in seiner fast 100-jährigen Geschichte gelungen, sich immer wieder auf neue Umstände einzustellen. „Das ist an sich schon eine Auszeichnung wert“, betonte Vehns.

In erster Linie erhielt Ebbinghaus den Preis jedoch für Ebbtron. Vor einigen Jahren wurden frühere Produktionsflächen an der Dunkelnberger Straße zu einem Innovationszentrum mit Co-Working und Raum für Veranstaltungen umgebaut. „Wir wollten etwas schaffen, das einen Mehrwert für Solingen bietet“, erklärte der Ausgezeichnete. Und schob nach: „Solche Projekt sind nie eine persönliche, sondern immer eine Teamleistung.“

Lesen Sie auch: Hackerangriff auf IHK - auch die Bergische IHK betroffen

Preisträger

Zum dritten Mal hat die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Solingen ihren Innovationspreis verliehen. 2018 erhielt Werner Koch (Excit3D) die Auszeichnung, 2019 die Codecentric-Gründer Mirko Novakovic und Rainer Vehns.

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