Serie

Internationales Frauenzentrum hilft Familien über Stadtteilfrauen

2018 war ein erfolgreiches Jahr für das Internationale Frauenzentrum Solingen: Das zehnjährige Bestehen konnte gefeiert werden, und der Verein erhielt einen Agenda-Sonderpreis. Archivfoto: Uli Preuss
+
2018 war ein erfolgreiches Jahr für das Internationale Frauenzentrum Solingen: Das zehnjährige Bestehen konnte gefeiert werden, und der Verein erhielt einen Agenda-Sonderpreis.

In unserer lockeren Serie über Solinger Migrantenselbstorganisationen (MSOs) geht es heute um Unterstützung von und für Frauen.

Von Daniela Neumann

Was ist das Internationale Frauenzentrum Solingen (IFZS)? „Wir sind eine Lobby für Frauen aller Herkunftsländer“, sagt Urheberin Gisela Köller. Die pensionierte Gleichstellungsbeauftragte hatte die Idee zu dem 2008 gegründeten, gemeinnützigen Solinger Verein. Als erste Schirmherrin fungierte Ulla Feldhaus, heute ist Ioanna Zacharaki Schirmherrin. Der wichtigste Meilenstein des Zentrums ist nach wie vor die Arbeit der Stadtteilfrauen.

Durchschnittlich zehn bis 20 geschulte Frauen unterstützen Jahr für Jahr im Rahmen dieses eigens aufgezogenen Projektes ehrenamtlich Familien, erzählt Köller. Von der bedeutenden Funktion der Sprach- und Kulturvermittlerinnen habe sich zu Beginn auch Armin Laschet als damaliger Integrationsminister des Landes überzeugt.

Die Arbeit der Stadtteilfrauen beschreibt Susanne Koch als 1. Vorsitzende des Internationalen Frauenzentrums: „Sie gehen mit zu Behörden, zum Teil zu Schulen, und übernehmen Übersetzungsdienste.“ Aus dem praktischen Umgang gewonnene Erkenntnisse und Einsichten stellt Haiat Chanfouh als 2. Vorsitzende vor. Dies macht sie nun auch im Solinger Zuwanderer- und Integrationsrat, in den sie für das IFZS gewählt wurde. „Wir lassen nicht locker“, erklärt die dreifache Mutter. Sie berichtet, dass sie seit 49 Jahren in Deutschland lebt, Diskriminierung jedoch selbst noch ihren Kindern, sie sind die dritte Generation, widerfahre. Jugendliche seien ebenso zu informieren wie Familien. Von unbedachten Sprüchen bis zu Verzögerungen bei Regelungen zu Aufenthalt, Einbürgerung oder Unterhalt etwa aufgrund unterschiedlicher Regelungen in Städten weiß Chanfouh. Rassismus hier oder fehlende Sensibilität für unverschuldete Defizite dort: Das Frauenzentrum setzt sich deswegen für Kommunikation, Transparenz und Bildung ein, machen die Vorstandsfrauen deutlich.

„Diese Woche haben wir den Bescheid für eine erneute Förderung durch das Land erhalten“, freut sich Susanne Koch. Jetzt könnten Workshops und Projekte mit dem neuen Fokus auf die Thematisierung von Rassismus und Diskriminierung angegangen werden. Auch häusliche oder sexualisierte Gewalt haben die Engagierten des Internationalen Frauenzentrums auf dem Schirm. Durch ihr Netzwerk gibt es vertrauensvollen Kontakt zu Frauenhaus, Beratung und mehr. Eingeschüchterte Frauen trauten sich mitunter nicht, fremden Personen von ihren Erlebnissen oder Misshandlungen zu erzählen, sagt Susanne Koch. Auch hier biete das IFZS Hilfe an und sorge für Klärung, etwa, wenn es diesbezüglich um den Status aus humanitären Gründen gehe.

Durch die internationale Ausrichtung bekämen die Beteiligten Ein- und Ausblicke, betonen alle. Die eine im Vorstand kümmere sich verstärkt um Menschen aus Afrika, die andere hole versiert finanzielle Unterstützung ein. „Im Moment existieren wir von Spenden“, konstatiert Susanne Koch. Wenn es mit Corona-Lockerungen und der kommenden Förderung weitergehen kann, setzt sie auch wieder auf Kurse und das Erzählcafé.

ifz-solingen.de

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Solingen bleibt in Inzidenzstufe 2
Solingen bleibt in Inzidenzstufe 2
Solingen bleibt in Inzidenzstufe 2
Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen
Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen
Fahren trotz Verbot: Autofahrer ignorieren Absperrungen
Corona: Ab heute gelten strengere Regeln - Weiter höchster Wert im Bund - Impfmobil unterwegs
Corona: Ab heute gelten strengere Regeln - Weiter höchster Wert im Bund - Impfmobil unterwegs
Corona: Ab heute gelten strengere Regeln - Weiter höchster Wert im Bund - Impfmobil unterwegs
Strengere Corona-Regeln in Solingen: So reagieren die Behörden
Strengere Corona-Regeln in Solingen: So reagieren die Behörden
Strengere Corona-Regeln in Solingen: So reagieren die Behörden

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare