Installation rückt Gedanken der Aufklärung in den Blick

Regisseur Andreas Schäfer beschäftigt sich mit dem Priester, Dichter und Philosophen Giordano Bruno (1548-1600). Foto: Michael Schütz
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Regisseur Andreas Schäfer beschäftigt sich mit dem Priester, Dichter und Philosophen Giordano Bruno (1548-1600).

Foyer des Theaters und Konzerthauses

Von Julia Wodara

Filmaufnahmen, die nichts als das erhellte Gesicht des Schauspielers und einen Scheinwerfer zeigen – präsentiert auf einem einzigen, unaufdringlichen Bildschirm im Foyer des Theaters und Konzerthauses. Die minimalistische Inszenierung von „Giordano Bruno Remote“ – eine hybride Installation des Regisseurs Andreas Schäfer – richtet den Fokus auf ihre zentrale Aufgabe als „Erkenntnismaschine“: „Im Zeitalter von Fake News und dem Zurückdrängen der Aufklärung (. . .) das tiefe Wissen vom Urahn der Aufklärung“ zu vermitteln. Im 16. Jahrhundert postulierte Giordano Bruno im Aschermittwochsmahl die Unendlichkeit des Universums und brach so mit der geozentrischen Weltauffassung seiner Zeit. In Schäfers digitaler Produktion erhalten diese Worte jetzt durch den Schauspieler und Hörbuchsprecher Bodo Primus erneut Widerhall – in insgesamt 30 kurzen Videos, die das Publikum selbstständig und in beliebiger Reihenfolge und Häufigkeit aufrufen kann.

Die Zitate wählte der Regisseur nach zwei Kriterien aus: Sie sollten allem voran einen Dialog eröffnen können. „Im Netz klicken die Leute schnell weiter“, begründet er Letzteres. Die Produktion ist nämlich gleichermaßen online einsehbar. So ist es möglich, vor Ort Impulse zu schaffen, die auch darüber hinaus vertieft werden können.

Schäfer selbst bezeichnet sich als großen Freund der Aufklärung, und auch als Künstler zählt es zu seinen Absichten, die Wahrheit zu erfahren; „dem, was das Leben ist, näherzukommen“ – besonders im Theaterraum. „Aufklärung ist immer auch Aufgabe des Theaters“, sagt er.

Das Aschermittwochsmahl beschäftigt den Produktionsleiter dabei bereits seit ihn sein Philosophiestudium im Jahr 1977 das erste Mal damit konfrontierte. Rund 20 Jahre später entstand bereits einmal eine Performance: Damals ließ er die Worte des italienischen Priesters von Schauspielern, die Mönchskutten trugen, in die Ohren ahnungsloser Straßenpassanten flüstern. „Viele waren sehr erschrocken“, erinnert sich der Regisseur.

Die Installation „Giordano Bruno Remote“ ist während der gesamten Spielzeit kostenlos im Foyer des Solinger Theaters und Konzerthauses sowie auch darüber hinaus online zu sehen:

https://giordano-bruno-remote.net/ zu sehen

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