Gespräche laufen

Borbet: IG Metall möchte möglichst viele Jobs erhalten

Bereits im Mai 2021 setzte die IG Metall ein Zeichen gegen Jobabbau bei Borbet, der seinerzeit im Gespräch war. Archivfoto: Christian Beier
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Bereits im Mai 2021 setzte die IG Metall ein Zeichen gegen Jobabbau bei Borbet, der seinerzeit im Gespräch war.

Nachdem im Dezember bekannt geworden ist, dass sich der Standort Solingen im Schutzschirmverfahren befindet, laufen Gespräche über die Zukunft des Werks.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Wie geht es mit dem Borbet-Standort an der Weyerstraße weiter? Darüber finden derzeit Gespräche zwischen Unternehmen, Betriebsrat und IG Metall statt. Die Gewerkschaft strebt an, mit einem „Standort- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag die Gestaltungsmöglichkeiten zu erweitern, möglichst viele Jobs zu erhalten und die Perspektiven für den Standort Solingen mitzugestalten“.

Wie berichtet befindet sich die Borbet Solingen GmbH seit Anfang Dezember in einem Schutzschirmverfahren. Dabei handelt es sich um ein besonderes Verfahren des deutschen Insolvenzrechts. Dessen Ziel sei es, in Eigenverwaltung rechtliche Möglichkeiten zu nutzen, „um das Unternehmen zu sanieren und nachhaltig wettbewerbsfähig aufzustellen“, hatte der Räderhersteller vor zwei Monaten erklärt.

Das Solinger Werk schreibe seit Jahren hohe Verluste und sei im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig – zu hohe Kosten, vor allem für Personal, bei steigendem Preisdruck. „Die weltweite Corona-Pandemie, massiv steigende Energie- und Materialpreise sowie die globale Halbleiter-Krise haben die Lage zusätzlich verschärft“, erklärt Borbet auf ST-Anfrage.

Was bedeutet das für die rund 650 Beschäftigten an der Weyerstraße? Laut Angaben der IG Metall seien ein „größerer Personalabbau und weitere Sanierungsmaßnahmen“ aus Sicht des Unternehmens unvermeidbar. Ob und wie viele Beschäftigte um ihren Job bangen müssen, ließ Borbet auf Tageblatt-Nachfrage unbeantwortet. Nur so viel: „Im engen Schulterschluss mit den Arbeitnehmervertretern suchen wir derzeit nach bestmöglichen Lösungen für das Werk Solingen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind zuversichtlich, dass es uns gemeinsam gelingt, ein Konzept für das Werk zu erarbeiten. Wir alle wissen um unsere Verantwortung.“

Insolvenz bei Borbet in Solingen: Bisherige Gespräche verliefen „konstruktiv und vertrauensvoll“

Die bisherigen Gespräche zwischen Borbet und den Arbeitnehmervertretern seien „konstruktiv und vertrauensvoll“ verlaufen. Dies bestätigt die IG Metall. Am Donnerstag fand die dritte Gesprächsrunde seit dem 13. Januar statt. Dabei formulierte die Gewerkschaft ihre Forderung nach einem Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag.

Die IG Metall berichtet, dass sich der Sanierungsprozess derzeit in der „Informationsaustauschphase“ befinde. Noch seien viele Fragen offen, die bei den „eigentlichen Verhandlungen auf betrieblicher und tarifvertraglicher Ebene geregelt werden“ müssen. Die Gewerkschaft strebt an, die Informationsphase zeitnah abzuschließen, um mit den konkreten Verhandlungen beginnen zu können: „Dem Faktor Zeit sind im Rahmen einer Insolvenz immer Grenzen gesetzt. Diese wollen die Arbeitnehmervertreter nutzen, um mitzugestalten.“

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