Die Woche von Stefan M. Kob

Innenstadt-Umbau: Ein Stein fügt sich zum anderen

stefan.kob@solinger-tageblatt.de

Totgesagte leben bekanntlich länger. Solingens erstes Einkaufszentrum, die Clemens-Galerien, stand vor vier Jahren vor dem Exitus.

Da zerstoben die hochfliegenden Pläne, die darbenden Galerien in ein innerstädtisches Outletcenter zu verwandeln, wie Asche im Wind. Seitdem trauten die Solinger ihrer 20 Jahre alten Shoppingmall nicht mehr viel zu, zumal sich Geschäfte und Kunden ohnehin größtenteils in den 300 Meter entfernten Hofgarten verzogen hatten, der 2013 seine Pforten öffnete.

Seit drei Jahren bemüht sich nun Projektentwickler Jochen Stahl mit seiner Immobilien Solingen Projektgesellschaft, die Galerien aus dem Koma zu erwecken – anfangs mit überschaubarem Erfolg. Um es einmal vorsichtig zu formulieren: Nicht allen großen Ankündigungen und Versprechen folgten dann auch Taten.

Ein erstes deutliches Lebenszeichen war allerdings zu verspüren, als Intersport-Händler Michael Borgmann vor zwei Jahren seinen angestammten Standort an der unteren Hauptstraße nach vielen Jahren aufgab und in die totgesagten Clemens-Galerien zog. Auch die Eröffnung der Drogeriekette Rossmann wirkte stark revitalisierend. Das Lumen-Kino und das Alex hatten schon den Lohn für ihr tapferes Durchhalten am Intensivbett der Galerien vor Augen. Doch dann kam Corona und damit der Lockdown für den gesamten stationären Einzelhandel.

Umso bemerkenswerter, dass der Patient schon wieder aufsteht und weitere kleine Schritte zur Genesung unternimmt. Trotz aller Widrigkeiten hält Stahl eisern an seinen Plänen fest, den Mühlenplatz aufzuwerten. Nicht nur ein neues Pflaster ist vorgesehen, sondern auch funktionale Verbesserungen wie eine neue Rolltreppe, die direkt ins Parkhaus führt. Nach dem Sommer sollen die Bauarbeiten starten. Schon sichtbar umgebaut wird im Tedi: Mit der Pizzeria Pizza Pazza zieht dort bald ein weiterer Grund ein, warum man dem Mühlenplatz mal wieder einen Besuch abstatten sollte.

Die große Hoffnung ist, dass sich langsam und Stein für Stein der Masterplan der Stadt erfüllt, die City mit ihrer Funktion Shoppen auf einer deutlich kleineren Fläche zwischen Neumarkt und Mühlenplatz zu konzentrieren. Die übrigen Innenstadtbereiche sollen gestalterisch aufgewertet, aber vorrangig für Wohnen, Dienstleistung und Gastronomie genutzt werden. Denn der Handel steht – nicht nur in Solingen und nicht nur wegen Corona – vor gewaltigen Herausforderungen. Nur eine City, die entsprechende Aufenthaltsqualität bietet und Einkaufen mit Eventcharakter verbindet, hat eine Zukunft. Mit der Imagekampagne „Lokal Einkaufen“ (| unten) zeigen die Innenstadthändler erfreulich Flagge. Denn es gibt schon heute vieles, wofür sich der Besuch in der City lohnt.

Ein weiterer Meilenstein könnte das Projekt einer „Gläsernen Werkstatt“ werden. Einen Standort dafür gibt es wohl schon, derzeit werden noch Stellen dazu ausgeschrieben, um Entwicklung, Herstellung und Konsum von hochwertigen, nachhaltigen Produkten aus Solingen und der Region gezielt zu fördern.

Der Weg ist sicher noch weit. Aber die Schritte gehen alle in die richtige Richtung.

TOP Cabrio-Busfahrten durchs Bergische kommen gut an.

FLOP Corona-Bonuszahlung: Empörung über Ungleichbehandlung von Klinik-Pflegekräften.

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