Gewerbe

Initiative will Ittertal schützen

Sehen sich durch das Gesamtgutachten Ittertal bestätigt, zusätzliche Gewerbegebiete abzulehnen: Ingo Hill (von links), Christian Robbin und Dr. Helmut Nieder von der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“. Foto: Christian Beier
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Sehen sich durch das Gesamtgutachten Ittertal bestätigt, zusätzliche Gewerbegebiete abzulehnen: Ingo Hill (von links), Christian Robbin und Dr. Helmut Nieder von der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“.

Engagierte Bürger sehen sich durch Gutachten zu neuen Gewerbegebieten bestätigt.

Von Philipp Müller

Die Mitglieder der Bürgerinitiative „Rettet das Ittertal“ atmen auf. „Wir sind froh, dass das von uns immer geforderte Gutachten zu den Gewerbegebieten im Bereich Ittertal nun auf dem Tisch liegt“, sagt der Initiativensprecher Ingo Hill. Christian Robbin, eins der rund 20 aktiven Mitglieder, lobt, das sei „ein sehr umfangreiches Dokument“. Dr, Helmut Nieder von der Bürgerinitiative zieht für deren Anliegen ein positives Fazit: „Unsere Positionen sind bestätigt worden.“

Die aktiven Mitglieder und rund 2600 Unterstützer möchten verhindern, dass rund um das Ittertal am Keusenhof, am Buschfeld und auf den Flächen Fürkeltrath II und Piepersberg-West neue Gewerbegebiete entstehen. Politik und Verwaltung ließen das untersuchen. Das Gutachten von Stadtverwaltung und externen Stadtplanern der Aachener Firma BKR schlägt die Erschließung der städtischen Flächen Piepersberg und Fürkeltrath vor. Keusenhof und Buschfeld seien dagegen ungeeignet.

Das geht Hill, Robbin und Dr. Nieder nicht weit genug. „Das Gutachten macht klar, dass kein Gebiet unproblematisch ist“, betont Hill. Dr. Nieder erklärt, man sei nicht gegen Gewerbeansiedlung. Jedoch nicht im Ittertal. Dr. Nieder fehlt der große Wurf: „Wo ist die Idee, wie Solingen in 50 Jahren aussehen soll?“ Stattdessen würden nur die vier kleinen Flecken betrachtet.

Es fehle die ökologische Gesamtbetrachtung, meint Hill. Robbin erklärt es im Detail. Das Gebiet des Itterbachs sei ein wichtiger Grünzug von Ohligs bis Gräfrath. Begehrlichkeiten aus Solingen und aus Haan, die Ränder immer weiter einzuengen, würden zu einer Verstädterung der Naturflächen führen. Das habe Auswirkungen auf das Klima, wenn der Luftaustausch verändert, gar verhindert würde.

Gewerbe soll nach Ansicht der Initiative in die Innenstadt

Daher solle die Politik die Finger von den Plänen lassen. Warum werde nicht einmal geschaut, wie man Flächen in der Innenstadt für Dienstleistungsgewerbe nutzen könne, fragt Dr. Nieder. Hill ergänzt, man solle doch erst einmal vermarkten, was man schon habe. Fürkeltrath I sei erschlossen, aber nicht genutzt. Die drei hegen die Befürchtung, dass es nicht bei den zwei vorgesehenen Flächen bleibe. Seien Pieperberg und Fürkeltrath II erst einmal bebaut, die Natur dadurch weiter zerstört, würde es schnell heißen: „Was eh nicht mehr zu retten ist, das kann man auch bebauen.“

So drohe die Abbindung des Grünzugs über Gräfrath hinaus zum Tal der Wupper. „1996 haben die Städte Wuppertal, Haan und Solingen beschlossen, einen 500 Meter breiten Korridor zu belassen“, merkt Dr. Nieder an. Nun solle dieser auf 135 Meter schmelzen. Geplante BHC-Arena und bestehende Item-Hallen in Pieperbergs-Ost ließen nur einen kleinen Schlauch übrig.

ITTERTAL-PLÄNE

GEWERBE Am Keusenhof, Buschfeld, Fürkeltrath II und am westlichen Piepersberg sind Gewerbeflächen ausgewiesen. GUTACHTEN Die Experten empfehlen, nur am Pieperberg und Fürkeltrath tätig zu werden. Die Politik wird nach der Beteiligung der Bürger noch 2016 abschließend entscheiden.

All diese Positionen will die Initiative nun bei der kommenden Bürgerbeteiligung einbringen, die Politik zum Umdenken bewegen. Dazu will sich die Initiative am 10. März im Walder Stadtsaal beim Bürgerdialog melden und auch Bezirksvertretungen aufsuchen.

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