Brutaler Angriff in der Innenstadt

Zwei Opfer werden bei Überfall am Auge verletzt

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In der Nacht zum Samstag wurde auf der Straße Klosterwall in Höhe des Eingangs zum Fronhof ein Trio Opfer eines Raubüberfalls.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Raub. Das Alter des Täters ist unklar und wird auf 22 geschätzt.

Von Philipp Müller

In der Nacht zum Samstag wurden drei Solinger nach Polizeiangeben gegen 4.25 Uhr Opfer eines Überfalls. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Raub, der Täter konnte noch unmittelbar in der Nähe des Tatorts festgenommen werden und sitzt in Untersuchungshaft.

Wie die Sprecherin der Wuppertaler Staatsanwaltschaft, Christina Laibold, bestätigt, ist das Alter des Täters unklar. Der polizeibekannte Mann soll 22 bis 23 Jahre alt sein, das hätten Gutachten zu dessen Alter in anderen Strafprozessen ergeben. Eventuell sei er auch jünger. Ist er erst 21 Jahre alt, kann das zur Rechtsfolge haben, dass er als Heranwachsender eventuell nach Jugendstrafrecht angeklagt wird.

Dass das Alter des Täters durch Gutachten geklärt wird, passiert immer dann, wenn ein Mensch keine gültigen Papiere vorweisen kann. Christina Laibold macht jedoch zur Nationalität und zur Herkunft des Täters am Klosterwall keine Angaben. Überhaupt sei es für eine endgültige Bewertung des Vorfalls noch zu früh, da zunächst erst einmal alle Akten die Staatsanwaltschaft erreichen müssten. Aber ein Raubdelikt (» Kasten) liege vor, in diese Richtung werde nun ermittelt. Von dem geraubten Portemonnaie fehlt jede Spur.

Die Ehefrau eines der beiden Opfer erzählt, was sich aus ihrer Sicht zugetragen hatte. Es sollte ein gemütlicher, langer Abend für drei Solinger aus Widdert in der Innenstadt werden. Das Ehepaar und dessen Bekannter kamen aus einer Gaststätte an der Hauptstraße und wollten zum Graf-Wilhelm-Platz.

„Er fiel um wie ein Baum und war bewusstlos.“
Betroffene des Raubüberfalls

Das berichtet die Frau im ST-Gespräch. Die Tat selbst beschreibt sie als traumatisch. Der Täter habe sich in Höhe des ehemaligen Kaufhofs im Klosterwall zunächst von hinten an sie herangeschlichen, es offensichtlich auf ihre Handtasche abgesehen gehabt. Als sie dies bemerkte, habe sie laut gebrüllt.

STRAFGESETZBUCH

PARAGRAF 249: „Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde, bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.“

Der Täter habe sich einige Meter in Richtung Sparkasse am Fronhof bewegt, sei dort stehengeblieben. Unvermittelt sei er dann auf ihren Mann losgestürmt. Der Bekannte sei dazwischen gegangen. Doch der Täter streckte erst den Ehemann nieder. „Er fiel um wie ein Baum und war bewusstlos“, schildert die Frau das Geschehen. Sie habe sich sofort über ihn geworfen, seinen Kopf geschützt.

Währenddessen habe der Täter auch den Bekannten niedergeschlagen. Anschließend durchsuchte er den Ehemann, entwendete dessen Portemonnaie und lief Richtung Hauptstraße. „Die Polizei und der Rettungswagen waren sehr schnell da“, lobt die Frau die Einsatzkräfte. Beide Männer hätten Risse an der Augenhöhle davongetragen, berichtet Staatsanwältin Christina Laibold. Sie seien ambulant im Krankenhaus behandelt worden. Die Ehefrau erzählt zudem von Jochbeinbrüchen, aufgeplatzten Lippen und Gehirnerschütterungen. Sie selbst sei vom Täter nicht angegriffen worden.

„Mein Mann weiß nichts mehr von dem Abend, von dem Überfall, und dass wir im Krankenhaus waren.“ Er und der gemeinsame Bekannte seien zunächst für die kommenden vier Wochen krankgeschrieben worden. Die Verletzungen seien auf die Faustschläge des Täters und nicht auf Stürze zurückzuführen. Der habe, obwohl er „eher ein Hemd“, also von schmaler Statur war, große Kraft gehabt.

Unser Artikel vom 30.7.2019

Am frühen Sonntagmorgen, gegen 4.25 Uhr, ist es am Klosterwall zu einem Überfall gekommen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag gemeinsam erklärten, habe ein Tatverdächtiger zunächst eine dreiköpfige Gruppe angepöbelt, die zu verstehen gegeben habe, keinen Ärger haben zu wollen. Der Verdächtige zog sich zurück, doch trafen die Parteien erneut aufeinander. 

Eine Person wurde in der Nähe des Tatortes festgenommen

"Unvermittelt versetzte der Tatverdächtige einer Person aus der Gruppe mehrere Schläge ins Gesicht, woraufhin diese zu Boden ging", heißt es in der Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Eine weitere Person der Gruppe habe sich schützend vor die zu Boden gegangene Person gestellt und sei dann ebenfalls ins Gesicht geschlagen worden. Der Tatverdächtige habe dann die Geldbörse des am Boden Liegenden gestohlen und sei in Richtung Hauptstraße geflohen. Einer Person musste im Krankenhaus behandelt werden.

Der Tatverdächtige konnte von der Polizei in der Nähe des Tatortes festgenommen werden. Es handelte sich dabei um einen 22-Jährigen, der schon mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten sei, heißt es weiter. Ein Ermittlungsrichter erließ am Montag Haftbefehl. red

Lesen Sie auch: Raubüberfall: Männer drohten mit Waffe und durchsuchen Haus - die Polizei sucht Zeugen

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