Innenstadt

City 2030: Zukunftsvisionen für Solinger Innenstadt

OB Tim Kurzbach konnte im Bürgersaal der Stadtkirche am Fronhof rund 100 Interessenten für die City-Zukunft begrüßen. Foto: Christian Beier
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OB Tim Kurzbach konnte im Bürgersaal der Stadtkirche am Fronhof rund 100 Interessenten für die City-Zukunft begrüßen.

Im Bürgersaal der Stadtkirche am Fronhof appellierte OB Kurzbach an die Anwohner der City: „Machen Sie aktiv beim Umbau mit.“

Von Philipp Müller

Das Interesse, wie die City eine neue Zukunft und Bestimmung erhalten kann, ist offenbar ungebrochen. Zur Vorstellung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) kamen gut 100 Anwohner der Innenstadt in den Bürgersaal der Stadtkirche am Fronhof. Sie erhielten eine als Überblick gedachte Zusammenfassung, was mit dem ISEK erreicht werden soll. Die Stadt hatte im Vorfeld angekündigt, rund 36 Millionen Euro zu investieren, um neue Impulse in der City zu setzen. Das Konzept wird noch von der Politik beraten und verabschiedet.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) verwies in seinem Grußwort auf die Bedeutung von „City 2030“ mit den Worten, man werde einen „epochalen Wandel“ vorstellen, der eine „völlig neue Sichtweise auf die Innenstadt“ aufzeige. An die anwesenden Eigentümer von Immobilien im Gebiet richtete er den Appell: „Wir müssen das gemeinsam anpacken, die neuen Rahmenbedingen nutzen.“

Lesen Sie auch: Konzept City 2030 bietet Chancen und Risiken

Ins gleiche Horn stieß auch Stadtdirektor und Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos): „Ich brauche Sie für den ganzen Prozess.“ Dazu müssten die Eigentümer aber auch den Mut haben und sagen: „Ich mache da mit.“

Standpunkt von Philipp Müller

Den Prozess erläuterte der Architekt und Stadtentwickler Holger Pump-Uhlmann. Er ist einer der fünf Autoren, die im Auftrage der Stadtverwaltung das ISEK City 2030 nach einer umfangreichen Analyse des Ist-Zustands geschrieben haben. Sein Kollege Andreas Mayer bezeichnete ihn als „Erfinder der Umnutzungspauschale“. Damit sollen Erdgeschosse, in denen leere Ladenlokale keinen Ertrag mehr abwerfen, in Funktionsräume – von der E-Bike-Garage bis hin zu vermietbaren Gästezimmern – umgewandelt werden.

Durch eine Umnutzungspauschale erhalten Leerstände neue Funktion

Mit dem NRW-Bauministerium verhandelt die Stadt gerade die Rahmenbedingungen und die Höhe der Zuschusspauschale. Etwa 50 Prozent der Kosten sind das Ziel. Das müsse alles auch in die Instrumente der Städtebauförderung passen, beziehungsweise deren Richtlinien angepasst werden, erklärte Pump-Uhlmann.

Aber er und Hoferichter sagten auch, dass auf Landesebene ein Umdenkprozess eingesetzt habe, nicht tatenlos dem laufenden Niedergang der Innenstädte zuzuschauen. Daher sei man zuversichtlich, ausreichend hohe Zuschüsse zu erhalten.

So werde Solingen zu einer Modell-Kommune, auf die auch andere Städte schauen würden, ist sich der Braunschweiger Architekt sicher. Er rief auch dazu auf, die Innenhöfe im Kern der City zu begrünen, neu zu gestalten. Die Aufenthaltsqualität sei dringend zu verbessern. Nur so erreiche man auf Dauer eine bessere soziale Durchmischung der Einwohner. Dazu zähle auch, Angsträume in der Innenstadt konsequent zu beseitigen, den Bewohnern rund um die City einen leichteren Zugang zu ermöglichen. So sei die Goerdelerstraße eine große Barriere. Ein Lichtkonzept sei wichtig. „Damit kann man sehr viel erreichen, um die Innenstadt aufzuwerten“, versicherte Pump-Uhlmann.

Der gesamte Prozess müsse weiter von einem Citymanagement für den Handel begleitet werden, einem Quartiersmanagement, das die sozialen Beziehungen untersuche und steuere. Schließlich brauche es auch eine Entwicklungsagentur, die die einzelnen Schritte begleite. 46 Positionen weist das Konzept als wichtige Schritte auf.

CITY 2030

ZIEL Der Einzelhandel soll im Bereich Mühlenplatz bis Neumarkt und Nebenstraßen konzentriert werden. Statt Leerstand soll Wohnen für die untere Hauptstraße zum Leitmotiv werden.

IMMOBILIENFONDS Die Stadt will selbst kritische Gebäude kaufen, im Sinne von City 2030 entwickeln und dann wieder veräußern.

Das alles wird jetzt nicht schnell – gar ab der nächsten Woche – für alle sichtbar umgesetzt. Es wird Jahre dauern. Pump-Uhlmann gab dazu dem Tageblatt ein Interview, welches wir kommenden Montag veröffentlichen. 

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