Mediziner

Städtisches Klinikum kündigt Chefarzt fristlos

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Chefarzt Prof. Dr. Martin Kruschewski bei seiner Vorstellung im Jahr 2012. Er kam damals von der Berliner Charité. 

Das Krankenhaus schweigt zu den Gründen. Leitender Oberarzt übernimmt Posten kommissarisch.

Von Stefan Prinz und Anja Kriskowski

Das Klinikum und einer seiner Chefärzte gehen getrennte Wege: „Prof. Dr. Martin Kruschewski ist nicht mehr Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Städtischen Klinikum Solingen.“ Mit dieser Nachricht reagierte die Krankenhausleitung am Montag auf eine Nachfrage des Tageblatts. Zuvor waren bereits Mitarbeiter über die Kündigung informiert worden. Zu den Gründen schweigt das Klinikum. „Da es sich um Personalangelegenheiten handelt, wird das Städtische Klinikum Solingen keine weiteren Angaben machen“, heißt es in aller Kürze in einer schriftlichen Erklärung.

Der Aufsichtsrat hat wegen der Personalie in der vergangenen Woche außerplanmäßig getagt. Nach ST-Informationen fiel die Entscheidung, dem 53-jährigen Chefarzt fristlos zu kündigen, einstimmig.

Die kommissarische Leitung hat der leitende Oberarzt der Klinik, Dr. Guido Opitz, übernommen. Mit der Bereitschaft von Opitz, die Aufgabe vorübergehend zu leisten, sei „sowohl die Kontinuität der Patientinnen- und Patientenversorgung als auch die Sicherstellung der abteilungsspezifischen Abläufe und Prozesse für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik in uneingeschränktem Umfang gegeben“, heißt es.

Die Nachricht von der Entlassung Kruschewskis überrascht. Denn bei seinem Amtsantritt im Jahr 2012 waren in den Mediziner hohe Erwartungen gesetzt worden. Er löste damals Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer ab, der nach 16 Dienstjahren die Funktion des Generalsekretärs der deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Berlin übernommen hatte.

Von der Charité nach Solingen

Vor seiner Tätigkeit in Solingen war der gebürtige Hamburger Kruschewski als leitender Oberarzt der chirurgischen Klinik für Allgemein-, Gefäß-, und Thoraxchirurgie an der Berliner Charité tätig.

Martin Kruschweski ist Facharzt für allgemeine Chirurgie, für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie. Seine klinischen Schwerpunkte umfassen die onkologische Viszeralchirurgie, die minimalinvasive Chirurgie, die Behandlung von entzündlichen Darmerkrankungen, die Thoraxchirurgie sowie die Behandlung von Gefäßerkrankungen. Er überzeugte damals im dreistufigen Einstellungsverfahren mit seiner wissenschaftlichen Expertise und seiner sozialen Kompetenz, hieß es. Die Region war Kruschweski nicht unbekannt. Schon als junger Assistenzarzt war er in den 1990er-Jahren im Klinikum Niederberg in Velbert tätig.

Die Schwerpunkte der Chirurgie im Klinikum reichen von kleinen Eingriffen, wie etwa einem Leistenbruch, bis zu aufwändigen Tumor-Operationen.

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