Mein Leben als Papa

Auf den Spuren von Otto, Helge Schneider und Heinz Erhardt

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Alle Entchen schwimmen bei Michel auf dem Teller.
  • Gunnar Freudenberg
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ST-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (4 Jahre) und Michel (2 Jahre).

Was habe ich Otto früher geliebt. Otto Rehhagel natürlich auch, aber ich meine vor allem Otto Waalkes, den Komiker. Die Aufnahmen seiner Live-Programme hatte ich alle auf Kassette und konnte sie mitsprechen. Dank Otto erfuhr ich viel über den menschlichen Körper („Großhirn an Faust: ballen!“), lernte Englisch („Oh! The bell rings! – Oh! Der Hund ringt!“) und hatte immer ein Lied auf den Lippen („Hänsel und Gretel“). 

gunnar.freudenberg@b-boll.de

Später trat auch noch Helge Schneider in mein Leben – und meine Eltern und meine Schwester waren noch häufiger von meinen Comedy-Einlagen genervt. Umso verständnisvoller bin ich jetzt, da meine Söhne immer alberner werden und ihre eigenen Comedy-Programme abspulen.

Witze: 

Hannes hat einen absoluten Lieblingswitz. Der kommt – wer hätte es gedacht – von Otto. Hannes erzählt ihn schon ziemlich gut. Der Witz geht so: „Ich habe zwei Goldfische. Der eine heißt ,Einer’ und der andere ,Zwei’. Denn wenn „Einer’ stirbt, habe ich immer noch ,Zwei’.“ Michel lacht aus Sympathie mit, ich finde ihn auch immer noch witzig. Noch lustiger finde ich aber, wenn Hannes bei Oma anruft und aufgeregt fragt: „Oma, Oma, weißt du, was der Hammer ist?“ – „Ne, was denn?“ Und Hannes antwortet ganz trocken: „Ein Werkzeug.“

Reime: 

Was sich reimt, ist gut. Das wusste schon der große Philosoph Pumuckl. Und das wissen alle Kindergartenkinder. Auch Hannes, der immer auf der Suche nach Reimen ist. „Sag mal ,klein!’“, weist er mich an. Ich tu ihm den Gefallen und sage: „klein“. – „Du bist’n Schwein“, reimt er und lacht sich kaputt. „Sag mal ,Kälber’!“, fordere ich ihn nun auf. Er sagt: „Kälber“ – „Ein Schwein biste selber“, antworte ich. So geht das hin und her. Während des kompletten Abendessens. Sogar zum Thema Fußball hat Hannes schon Reime verfasst: „Schalke 04 – trinkt ein Bier – Trainer trinkt aus – Schalke ist raus.“ Immerhin ein astreiner Paarreim. Bis ich ihm Gedichte von Heinz Erhardt vorspielen werde, dauert es nicht mehr lange. Müsste ihm doch gefallen: „Hinter eines Baumes Rinde wohnt die Made mit dem Kinde. Sie ist Witwe, denn der Gatte, den sie hatte, fiel vom Blatte.“

Slapstick:

Bei kleinen, visuellen Gags ist Michel ganz vorne dabei. Rudi Carrell („Witze kann man nur dann aus dem Ärmel schütteln, wenn man sie vorher hineingesteckt hat.“) hätte sicher seine Freude an ihm gehabt. Michel zieht sich Eimer über den Kopf, balanciert Trinkbecher auf seinem Kinn und erzielt größte Lacherfolge, wenn er sich Papas Schuhe anzieht und damit durchs Wohnzimmer schlurft. „Papas Schuhe lustig“, freut er sich selbst.

Lieder: 

Michel singt für sein Leben gern. Wir singen viel mit ihm, aber er lernt Texte auch gerne, indem er die Stücke in seinem Liederbuch immer und immer wieder abspielt. Mittlerweile ist er sogar in der Lage, Texte zu variieren. Neulich hatten wir uns nach Ewigkeiten mal wieder Ente süß-sauer beim Chinesen bestellt. Und was singt Michel, als das Essen verteilt wurde? „Alle meine Entchen schwimmen auf dem Teller.“ Hat mich zum Lachen gebracht und stolz gemacht. Genauso mag ich es, wenn Hannes plötzlich „Kä Kä Kä Käsebrot, ist ein gutes Brot“ intoniert. Oder „Katzeklo“. Oder irgendeinen anderen Blödsinn. Manchmal weiß ich gar nicht mehr, ob es ein Helge-Schneider-Lied ist – oder ob er sich das Lied gerade selbst ausgedacht hat. Humor haben Hannes und Michel auf jeden Fall. Und das gefällt mir richtig gut!

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