Martinstraße

Industriegebiet Scheuren: Feuerwehr beseitigt ätzende Flusssäure

In einem Dekontaminationszelt wurden die Spezialanzüge der Einsatzkräfte gereinigt. Fotos: Christian Beier
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In einem Dekontaminationszelt wurden die Spezialanzüge der Einsatzkräfte gereinigt.

Einen langwierigen Gefahrguteinsatz an der Martinstraße hatte die Feuerwehr am Freitag im Industriegebiet Scheuren. Es gab zum Glück keine Verletzten.

  • Am Freitagvormittag wurde die Feuerwehr in die Martinstraße im Industriegebiet Scheuren in Solingen gerufen.
  • Grund für den Alarm war eine geringe Menge Flusssäure, die ausgelaufen war.
  • Die hochgefährliche Säure sorgte für einen langwierigen Feuerwehr-Einsatz.

Von Alexandra Dulinski und Leon Hohmann

Solingen. Am Freitag gegen 10.30 Uhr hat es einen großen Feuerwehreinsatz an der Martinstraße im Industriegebiet Scheuren gegeben. Dort war bei einem Reinigungsmittelhersteller eine geringe Menge Flusssäure ausgelaufen. Niemand wurde verletzt. Auch für die Anwohner bestand keine Gefahr. Die Martinstraße wurde bis zum Ende des Einsatzes um 19 Uhr gesperrt.

Wie Einsatzleiter Sebastian Wagner berichtete, sei ein Transportbehälter umgestürzt und habe auf dem Kopf gestanden. „Dabei ist siebenprozentige Flusssäure ausgetreten“, sagte er. Unterstützt wurde er durch einen externen Fachberater eines Solinger Galvano-Betriebs. „Flusssäure ist saugefährlich und nicht zu unterschätzen“, sagte Wagner. Fluorwasserstoffsäure sei giftig und ätzend.

Solingen Martinstraße: Feuerwehr-Einsatz mit Schutzanzügen und Masken

Deswegen schützten sich die Einsatzkräfte mit Chemieschutzanzügen und trugen Atemschutzmasken. Damit seien sie komplett von der äußeren Umgebung abgeschirmt, berichtete Feuerwehrsprecher Michael Einhoff. Denn Flusssäure könne nicht nur bei Hautkontakt, sondern auch beim Einatmen ätzen. Die Säure reagiere mit Metall und könne brennbare Gase bilden.

„Flusssäure ist saugefährlich.“

Sebastian Wagner, Einsatzleiter

„Wir haben den Bereich mit speziellen Säcken eingedeicht“, sagte Einhoff. Mit einem mineralischen Bindemittel, das wie Katzenstreu aussehe, sollte die Ausbreitung der Säure verhindert werden. Der Behälter fasse 1000 Liter. Ausgetreten sei aber nur eine kleine Menge „im unmittelbaren Bereich“, wie Wagner erklärt. Das mit Flusssäure durchtränkte Bindemittel müsse von einem Entsorgungsunternehmen abtransportiert werden.

Die Einsatzkräfte müssen Vollschutz anlegen.

Eine Fachfirma kümmerte sich auch um die Spezialkleidung der Einsatzkräfte. Vor Ort wurde diese in einem sogenannten Dekontaminationszelt mit Wasser abgespritzt. „Dort werden die Anzüge grob gereinigt, das Wasser wird aufgefangen“, erklärte Sebastian Wagner. Ein Feuerwehrmann half seinem Kollegen aus dem orangefarbenen Overall heraus.

Flusssäure ausgetreten: Mitarbeiter wählte Notruf

„Wir vermuten, dass der Behälter bei internen Transportarbeiten der Firma umgekippt ist“, erklärt Einhoff. Den Notruf haben die Mitarbeiter der Firma abgesetzt. Bis die Feuerwehr eintraf, war das Gebäude bereits geräumt. Viele Mitarbeiter auch von angrenzenden Firmen im Industriegebiet Scheuren beobachteten die Arbeit der Feuerwehr.

Rund 70 Einsatzkräfte aller drei Einheiten der Solinger Berufsfeuerwehr plus freiwillige Feuerwehren aus Gräfrath und Wald sowie der Umweltschutzzug waren vor Ort. Die Einheiten Mangenberg und Merscheid-Ohligs der Freiwilligen Feuerwehr besetzten die Wachen der Berufsfeuerwehr während des Gefahrguteinsatzes.

Gefahrguteinsatz im Gewerbegebiet

Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen.
Im Gewerbegebiet an der Martinstraße ist es zu einem Gefahrguteinsatz gekommen. © Christian Beier

Um eine Ausbreitung der ätzenden Flusssäure in das Abwassersystem der Stadt zu vermeiden, wurden in der Kanalisation sicherheitshalber sogenannte Blasen gesetzt. Mitarbeiter der Technischen Betriebe Solingen installierten diese. Außerdem wurden Messungen der Luft durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine Gase entwichen waren.

+++Unser Bericht von 13.35 Uhr+++

„Ein IBC-Behälter ist umgestürzt und steht auf dem Kopf. Dabei ist 7-prozentige Flusssäure ausgetreten“, berichtet Sebastian Wagner, stellvertretender Chef der Feuerwehr Solingen. Flusssäure – auch Fluorwasserstoffsäure genannt – sei eine giftige und ätzende Substanz. Deswegen schützten sich die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit sogenannten Chemieschutzanzügen.

Am Einsatz beteiligt sind rund 70 Einsatzkräften aus den drei Einheiten der Solinger Berufsfeuerwehr plus freiwilliger Feuerwehr aus Gräfrath und Wald. Aufgenommen wurde die ausgelaufene Flüssigkeit mit Bindemittel. Wie lange die Straße gesperrt bleiben müsste, konnte die Feuerwehr am Mittag noch nicht abschätzen. axd

+++Erstmeldung von 11.46 Uhr+++

Solingen. Aktuell ist die Solinger Feuerwehr mit zahlreichen Einsatzkräften in der Martinstraße im Einsatz. Auf einem Werksgelände ist nach ersten Informationen Flusssäure ausgelaufen. Beim Verladen soll ein 1000 Liter fassender Behälter mit 7-prozentiger Flusssäure beschädigt worden sein. Die Säure ist hochgiftig und ätzend.

Verletzt wurde niemand. Alle Mitarbeiter haben das Gelände verlassen, das Objekt ist großräumig abgesperrt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr müssen nun unter ABC-Vollschutz den Schaden beheben. Die Martinstraße ist komplett gesperrt. cb/sk

Wegen Kanistern, die mit nicht näher bestimmbaren Gefahrstoffen gefüllt waren, rückte die Feuerwehr am Donnerstag zu einem Waldstück an der Westhausener Straße in Solingen aus. Die Kanister waren dort wohl illegal entsorgt worden.

Zu einem Brand in einer Werkzeugfirma wurde die Feuerwehr am Samstagmittag an die Mangenberger Straße alarmiert. Dichter Brandrauch drang aus dem Gebäude, als die Feuerwehr eintraf: Die Einsatzkräfte mussten zur Brandbekämpfung in den Keller vordringen.

Auch ein Lagerfeuer musste die Solinger Feuerwehr kürzlich löschen: Obwohl offene Feuer und Grillen zurzeit in Solingen verboten sind, hatten Unbekannte in Müngsten ein Feuer entfacht.

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