Hauptbahnhof

Nahost-Konflikt: Polizei sucht Sprayer mit Hubschrauber

Der Nahost-Konflikt wirkt bis nach Solingen. Aktuell gab es einen Einsatz wegen Sprayereien am Hauptbahnhof.
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Der Nahost-Konflikt wirkt bis nach Solingen. Aktuell gab es einen Einsatz wegen Sprayereien am Hauptbahnhof.

Update: Schmierereien wiesen Bezug zum Nahostkonflikt auf - Stimmen aus der Politik.

Ein Graffiti-Sprüher hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine größere Suchaktion der Polizei verursacht. Gegen 3.30 Uhr meldete ein Zugbegleiter eine Person am Hauptbahnhof, die einen Waggon besprühte. Wie die Polizei gestern auf ST-Anfrage bestätigte, wiesen die Schriftzüge einen Bezug zum Nahostkonflikt auf. Die Parolen „Free Palestine“ und „Don’t support Israel“ seien zu lesen gewesen. Sachschaden entstand durch die Graffiti nicht nur an einem Zug, sondern auch in einem Treppenaufgang zu den Gleisen.

Die eintreffenden Beamten konnten den mutmaßlichen Täter vor Ort nicht mehr ausfindig machen. Auch der halbstündige Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera blieb in der Nacht ohne Erfolg. Der Staatsschutz wurde über den Vorfall informiert. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Es ist nicht das erste Ereignis dieser Art in der jüngsten Vergangenheit. Bereits in der vergangenen Woche meldete die Polizei Schmierereien mit Bezug zum Nahostkonflikt im Bereich des Hauptbahnhofs. Am Mittwochabend verbrannten zudem Unbekannte eine israelische Fahne, die vor dem Solinger Rathaus wehte. Als Reaktion darauf und um ein klares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen, fand am Freitag auf dem Walter-Scheel-Platz eine Kundgebung statt. Die Jüdische Kultusgemeinde, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, das Bündnis „Bunt statt Braun“ und die Stadt hatten dazu eingeladen.

Josef Neumann: Wer die Tat begangen hat, ist ein Antisemit

In der Solinger Politik sorgte die Flaggenverbrennung für eindeutige Reaktionen. „Wer Fahnen verbrennt und Synagogen angreift, greift uns alle an“, erklärte der Solinger SPD-Chef Josef Neumann in einer Pressemitteilung. Wer die Tat begangen hat, sei ein Antisemit, der den Konflikt zwischen Israel und Palästina lediglich als Vorwand genutzt habe. Personen, die die Tat mit Sympathie begleiten oder rechtfertigen, haben Neumann zufolge „den Boden unseres Grundgesetzes verlassen“.

Ingo Schäfer, der Bundestagskandidat der Sozialdemokraten, zeigte sich „betroffen und wütend“ über den Vorfall. Auch der Solinger AfD-Bundestagskandidat Frederick Kühne erklärte, das Verbrennen der Flagge „auf das Schärfste“ zu verurteilen.

An die besondere Verantwortung Deutschlands, Israel zu unterstützen und in Zeiten wie diesen Solidarität zu zeigen, erinnerte Daniel Schirm. Der Vorsitzende der Jungen Liberalen betonte, dass der Antisemitismus, der in der aktuellen Debatte über den Nahostkonflikt zutage trete, „auf gar keinen Fall hinnehmbar“ sei. Ebenfalls auf „großes Unverständnis“ stoße bei der FDP-Jugendorganisation, dass Israel in den Sozialen Medien vermehrt dämonisiert werde, weil der Staat sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehme.

Sprayereien zum Nahostkonflikt lösen Suchaktion der Polizei am Hauptbahnhof aus.

Solingen. Ein Graffiti-Sprayer hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine größere Suchaktion der Polizei verursacht. Gegen 3.30 Uhr meldete ein Zugbegleiter eine Person am Hauptbahnhof, die einen Waggon besprühte. Die eintreffenden Beamten konnten den Unbekannten vor Ort nicht mehr ausfindig machen. Auch der halbstündige Einsatz eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera blieb ohne Erfolg.

Wie die Polizei auf Anfrage des Solinger Tageblatts bestätigte, weisen die Schriftzüge einen Bezug zum Nahostkonflikt auf. Die Parolen „Free Palestine“ und „Don’t support Israel“ seien zu lesen gewesen. Sachschaden entstand durch die Graffiti nicht nur an einem Zug, sondern auch in einem Treppenaufgang. Der Staatsschutz wurde über den Vorfall informiert - ebenso wie schon am Mittwochabend, als in Solingen eine Israel-Flagge vor dem Rathaus brannte. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. böh

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