Tötungsdelikt

Mord an 76-Jähriger verursacht Angst bei den Anwohnern

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Beamte der Kriminaltechnik nahmen am Samstagnachmittag den Tatort in der Hofschaft Schnittert in Augenschein.

Die Ohligserin wurde am Samstagnachmittag in einem Einfamilienhaus tot aufgefunden. Die Polizei hat derweil Hinweise auf einen Raubmord - und machte eine traurige Entdeckung. Anwohner beklagt Angst nach der Tat: „Wir sind in Alarmbereitschaft.“

  • Solingen: Eine Frau (76) wurde in einem Ohligser Einfamilienhaus tot aufgefunden.
  • Die Obduktion der Leiche am Montag bestätigte, dass die Solingerin mutmaßlich ermordet wurde. 
  • Eine Mordkommission ermittelt: Die Polizei fand Hinweise auf einen Raubmord.

+++Update vom 13. Februar+++

Von Kristin Dowe

Solingen. Im Fall des Mordes an einer 76-jährigen Seniorin aus Solingen-Ohligs in der Hofschaft Schnittert hat die Polizei bei der Suche nach dem Täter noch keine heiße Spur. „Zum Sachstand haben sich keinerlei Entwicklungen ergeben“, teilte der für Kapitalverbrechen zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt auf Nachfrage mit. Aus„ermittlungstaktischen Gründen“ unbeantwortet ließ Kaune-Gebhardt auch die Fragen, ob Wertgegenstände aus der Wohnung entwendet wurden, und ob bei dem Verbrechen von einem einzelnen Täter auszugehen ist, oder ob der Mörder möglicherweise Komplizen hatte.

Solingen: Atmosphäre in der Nachbarschaft ist „bedrückt und beklemmend“

Der Fall hatte in der vergangenen Woche auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Mutmaßlich im Zeitraum zwischen Freitag, 7. Februar und Samstag, 8. Februar, wurde die Solingerin gewaltsam in ihrem Haus getötet. Zum Tatwerkzeug und zur Art ihrer Verletzungen machten Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben, da es sich um Täterwissen handle. Fest steht allerdings, dass die Seniorin ihrem Mörder offenbar selbst die Tür geöffnet hatte, an der sich keine Einbruchsspuren fanden. Noch bis Dienstag untersuchten Ermittler und Mitarbeiter der Kriminaltechnischen Untersuchung den Tatort in Solingen-Ohligs eingehend auf Spuren.

„Jetzt ist zumindest scheinbar Ruhe eingekehrt“, berichtet ein Anwohner, der nicht namentlich genannt werden möchte. „Die Atmosphäre in der Nachbarschaft ist aber immer noch sehr bedrückt und beklemmend. Bei vielen von uns sind Ängste entstanden und wir sind alle in erhöhter Alarmbereitschaft.“ Verdächtige Beobachtungen im Vorfeld der Tat wie etwa eine fremde Person, die die Nachbarschaft ausspäht, habe er nicht gemacht. „So etwas wäre in Schnittert aufgefallen. Man kennt sich hier einfach“

Unser Artikel vom 11. Februar

Von Kristin Dowe

Solingen. Die Nachricht hatte am Wochenende über Solingen hinaus für Entsetzen und Fassungslosigkeit gesorgt: Eine 76-jährige Solingerin wurde am Samstagnachmittag in einem Einfamilienhaus in der Hofschaft Schnittert tot aufgefunden; sie wurde mutmaßlich ermordet. Angehörige hatten die Seniorin leblos auf dem Boden liegend entdeckt, doch kam für sie jede Hilfe zu spät. Ihre Leiche wurde am Montag obduziert, wie der für Kapitalverbrechen zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt auf Nachfrage mitteilt: „Die Obduktion hat unsere Annahme bestätigt, dass es sich hier um ein Gewaltverbrechen handelt.“ Welche Art Verletzungen der Körper der Frau aufwies, wolle er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, da es sich um Täterwissen handle.

Derweil gibt es Hinweise auf einen Raubmord – so fanden die Ermittler die Wohnräume der Ohligserin verwüstet und durchwühlt vor. Ob Bargeld oder sonstige Wertgegenstände entwendet wurden, könne die Polizei noch nicht sagen, so Kaune-Gebhardt. Eine 15-köpfige Mordkommission nimmt sich nun des Falls an. Beamte der Kriminaltechnischen Untersuchung (KTU) inspizierten am Samstag den Tatort eingehend. Zwar seien unter anderem DNA-Spuren am Tatort gesichert worden, doch noch sei völlig unklar, ob diese dem Täter gehören, macht der Staatsanwalt deutlich. „Wir stehen noch ganz am Anfang.“

Solingen: Seniorin öffnete dem Mörder wohl selbst die Tür

Deshalb suchten Polizei und Staatsanwaltschaft zurzeit dringend Zeugen, die im Zeitraum zwischen Freitag, 7. Februar, 16 Uhr – als die Frau das letzte Mal lebend gesehen wurde – und dem Zeitpunkt des Auffindens am Samstag 8. Februar, 15 Uhr verdächtige Beobachtungen in der Hofschaft Schnittert gemacht haben. Trauriges Detail: Die ältere Dame hat ihrem Mörder offenbar selbst die Tür geöffnet. Einbruchsspuren an der Haustür oder den Fenstern fanden die Ermittler zumindest nicht.

Am Sonntagmorgen waren Beamte der Kriminaltechnik in dem Haus im Einsatz.

Am Tatort weist nur wenig auf das tragische Geschehen hin. Das Gartentor wird von rot-weißem Flatterband gesäumt, die Haustür hat die Staatsanwaltschaft mit Klebeband versiegelt. Ein Grablicht flackert zum Gedenken an das Opfer am Eingang des Hauses, Angehörige haben Blumen niedergelegt. Äußern möchte sich keiner der Anwohner zu den Geschehnissen, zu tief sitzt der Schock, dass es in der beschaulichen Hofschaft zu einem solchen Gewaltverbrechen kommen konnte. Die schmalen Straßen in dem Landstrich sind hügelig und extrem verwinkelt, einfache Fluchtwege dürfte der Täter dort nicht gehabt haben.

Polizei warnt: Zunehmend ältere Menschen Opfer von Betrügern und Verbrechern

Der Fall weckt unheilvolle Erinnerungen an einen Raubmord, der sich im September vergangenen Jahres im Wuppertaler Stadtteil Cronenberg zugetragen hatte. Eine 78-jährige Frau wurde dort mit mehreren Messerstichen getötet, der Verdächtige hatte sich später der Polizei selbst gestellt.

Eines steht allerdings außer Frage: Von Betrugsmaschen wie den falschen Polizisten und dem Enkeltrick bis hin zu schweren Kapitalverbrechen sind es zunehmend ältere, alleinstehende Menschen, die ins Visier von Kriminellen geraten. Gerade wenn Unbekannte an der Haustür klingeln, herrscht oft Unsicherheit, wie man sich richtig verhält, weiß Stefan Weiand, Sprecher der Polizei Wuppertal: „Grundsätzlich gilt, dass man niemals eine fremde Person in die Wohnung lassen sollte. Selbst wenn ich die Tür nur ein Stückchen öffne, ist es für einen Täter gerade bei älteren und körperlich eingeschränkten Menschen ein Leichtes, die andere Person zu überwältigen.“

Mord in Solingen: Die Polizei sucht Zeugen

Schutz könne etwa eine Türkette oder ein Bügelschloss bieten, so dass die Tür nicht ohne weiteres von außen geöffnet werden kann. Auch Wertgegenstände sollten Bürger nicht von außen sichtbar in der Wohnung liegen lassen. Als wichtige Sicherheitsvorkehrung nennt Weiand außerdem die soziale Kontrolle der Umgebung. „Die Bürger sollten einen guten Kontakt zu ihren Nachbarn pflegen und eine Vertrauensperson haben, an die sie sich in einer Notsituation wenden können“, rät der Polizeisprecher. „Wer sich eingeschüchtert fühlt oder bedroht wird, sollte umgehend die 110 rufen.“

Mögliche Zeugen, die im Bereich Schnittert verdächtige Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich unter Tel. (0202) 28 40 bei der Polizei Wuppertal zu melden.

Sobald der Anfangsverdacht eines Kapitalverbrechens – also einer Straftat gegen das Leben – besteht, übernimmt eine Mordkommission die Ermittlungen, die eigens für diesen Zweck gebildet wird.

+++Aktualisierung am 10.2.2020, 10.10 Uhr+++

Solingen. In einem Ohligser Einfamilienhaus an der Straße Schnittert wurde am Samstagnachmittag gegen 15 Uhr eine Frau (76) tot aufgefunden. Das Einfamilienhaus wurde offensichtlich durchwühlt. Die Umstände deuten auf ein Gewaltverbrechen hin. Eine 15-köpfige Mordkommission wurde eingerichtet.

Solingen: Zeugenaufruf der Polizei  

Zeugen, die zwischen dem 7.2.2020, 16 Uhr, und dem 8.2.2020, 15 Uhr, Verdächtiges im Bereich Schnittert bemerkt haben, können sich unter der Rufnummer 0202/284-0 melden.

Die Kriminalpolizei ermittelt in Zusammenhang mit einem Kapitaldelikt, bei dem die Seniorin zu Tode gekommen sei, erklärte ein Polizeipressesprecher auf Anfrage. Als Kapitaldelikt gelten schwere Straftaten gegen das Leben. Am Samstag sowie am Sonntagvormittag waren Beamte der Kriminaltechnik in dem Haus in der Hofschaft Schnittert im Einsatz.

Kriminalpolizei setzt in Solingen mehrköpfige Mordkommission ein

Weitere Details wollte der Sprecher am Sonntag nicht nennen. Eine mehrköpfige Mordkommission sei eingerichtet worden. Bei den Ermittlungen ist die Staatsanwaltschaft Wuppertal federführend. Am Montag soll es eine gemeinsame Erklärung von Staatsanwaltschaft und Polizei geben. asc

+++Aktualisierung am 9.2.2020, 16.14 Uhr+++

Solingen. Am Sonntagmorgen waren Beamte der Kriminaltechnik in dem Haus im Einsatz, es wird wegen eines möglichen Gewaltverbrechens ermittelt. 

Solingen: Noch keine Stellungnahmen von Polizei und Staatsanwaltschaft

Zu Details äußert sich die Polizei derzeit nicht. Die zuständige Staatsanwaltschaft Wuppertal war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. asc/to

Bei einem Unfall an der Höhscheider Straße ist am Freitagmorgen eine Person schwer verletzt worden.

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