In der City entsteht das Omega-Quartier

Kondor Wessels kauft Evertz-Grundstück

+
Eine der offenen Fragen klärten Investor und Stadt: Volkshochschule und Musikschule bleiben an ihren gewohnten Standorten erhalten.

Kondor Wessels meldet Vollzug beim Erwerb des Evertz-Geländes – Stadt will dazu das Omega-Gelände verkaufen.

Von Philipp Müller

Solingen. Aus „Kondor Wessels will Evertz-Gelände kaufen“ – so lautete die ST-Schlagzeile in der Vorwoche – ist heute ein „hat gekauft“ geworden. Um 11.20 Uhr sei die notarielle Übertragung des Geländes erfolgt, erklärte am Dienstag Leo W. A. de Man, Chef des Berliner Baukonzerns. Im Anschluss traf er sich mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos), um das weitere Vorgehen zu besprechen.

In Arbeitssitzungen soll nun ein Bebauungsplan mit Schwerpunkt Wohnungen vorbereitet und erarbeitet werden. Darin ist auch das angrenzende Omega-Areal eingebunden.

Auch die Volkshochschule bleibt an ihren gewohnten Standort.

Dies wollen Stadt und Investor im Sinne einer gesamtplanerischen Lösung entwickeln. Das Grundstück soll deshalb ebenfalls an die Berliner veräußert werden. Für diese Verkaufsverhandlungen kündigte OB Kurzbach eine Sondersitzung des Aufsichtsrates der Wirtschaftsförderung an. Der Gesellschaft der Stadt gehört das Grundstück an der Kölner Straße formal.

Kondor Wessels erklärt zum Vorhaben mit dem Arbeitstitel „Omega-Quartier“, in Mitte plane man „ein neues urbanes Quartier. Dieses soll Platz für neuen Wohnraum, Gewerbe und auch eine Kita schaffen. Geplant ist darüber hinaus, einen Anteil des Wohnraums mit günstigem Mietwohnungsbau zu realisieren.“

„Wir verantworten in Solingen Projekte für 200 Millionen Euro.“
Leo de Man, Kondor Wessels

Dafür gibt es aber keinen Plan, der bereits auf dem Reißbrett liegt. Leo de Man erwartet eine Zeitspanne von sechs bis acht Jahren bis zur Fertigstellung des letzten Bauabschnitts. Er kündigte an, dass Kondor Wessels eine Firmenniederlassung in Solingen gründen will. „Wir betreuen mit dem laufenden O-Quartier, dem kommenden an der Locher Straße und dem in der City ein Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro.“

Solingen: Projekt passt perfekt in das Stadtentwicklungskonzept City 2030

Oberbürgermeister Tim Kurzbach betonte, dass das Projekt aus seiner Sicht perfekt in das Stadtentwicklungskonzept City 2030 passe: „Das wird ein Neustart für die Solinger Innenstadt, wie er seit Jahrzehnten nicht mehr dagewesen ist. Das neue Viertel wird die angrenzende Solinger City mit aufwerten und die Dynamik aus dem Südpark in die Innenstadt tragen.“ Der Plan der City-Aufwertung funktioniere.

Doch zunächst wartet viel Arbeit. Auf dem Gelände bleiben werden Musikschule und VHS (| Kasten). Doch Hallen und Altlasten müssen entsorgt werden. Alleine für die Entsorgung rechnet der auch für das O-Quartier zuständige Projektleiter Emilio Bertarelli, Geschäftsführer der Kondor Wessels NRW GmbH, mit rund 3 Millionen Euro. Dazu kämen die Abrisskosten.

Trotzdem rechne sich die Investition, erklärte de Man. Er finde in Solingen ein gutes Klima für Investoren vor. Welche Mischung aus Wohnen und Gewerbe sich ergebe, sei nun Sache der Absprachen. Er nannte viel Grün als Ziel, Belange der E-Mobilität müssten beachtet werden und auch Glasfaseranbindung für die Kommunikation sei heute wichtig.

Die Gespräche würden zeigen, ob es – wie für das O-Quartier – einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gebe oder einen, der flexiblere Umplanungen ermögliche, erklärte Hoferichter. Der Zeitplan sehe so aus: Zunächst soll für das Projekt „Greeen“ an der Locher Straße der Start für die Bauleitplanung bis spätestens zum ersten Quartal 2021 erfolgen. Danach komme das Omega-Quartier.

Das nächste halbe Jahr werde Kondor Wessels für die Konkretisierung der Pläne nutzen, kündigte de Man an. 2023 könnten die Bagger anrollen. Die neue Stadtentwicklungsgesellschaft ist als Koordinatorin der Planungen für die City-Vorhaben eingebunden.

Nebengebäude

Volkshochschule: Das historische Verwaltungsgebäude von Kieserling & Albrecht bleibt Eigentum von Evertz. Die VHS bleibt Mieter.

Musikschule: In dem Trakt an der Flurstraße bleibt sie sicher bis 2029. Solange läuft der Mietvertrag. Das ist wichtig, weil öffentliche Mittel verbaut wurden, die sonst zurückgezahlt werden müssten.

Standpunkt: City braucht Startschuss

Von Philipp Müller

Die Würfel für das Evertz-Gelände und das Omega-Areal sind im Grunde gefallen. Die Stadt, die im engen Austausch mit Familie Evertz stand, setzt erneut auf Kondor Wessels. Damit wird die sichere Bank gewählt.

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

Der Investor zahlt das Vertrauen beim O-Quartier mit Termintreue zurück. Solingen erfindet sich damit in den kommenden Jahren nicht neu. Aber es wird moderner. Gelingt es, den erwünschten Schwung aus dem Gebiet am Südpark über die neue Sparkasse am Neumarkt auch in den Kern der City zu tragen, könnte man tatsächlich von einem Aufbruch sprechen. 

Doch da reichen die Worte des Oberbürgermeisters nicht. Dort sind die Immobilieneigentümer gefragt, ihren Teil für das Konzept City 2030 zu liefern. Sie sollten sich nicht generell sperren. Denn nur eine moderne Innenstadt wird den Wert ihrer Gebäude auch erhalten. Der Stadt Solingen und uns Bürgern ist der Erfolg zu gönnen. Denn im Wettbewerb der Metropolen sollten mehr als nur unsere Messer Klasse repräsentieren. Das neue Projekt ist daher auch der Startschuss zu mehr Selbstvertrauen aller. 

Artikel vom 4. August 2020, 14.52 Uhr

Solingen. Aus „Kondor Wessels will Evertz-Gelände kaufen“ ist heute ein „hat gekauft“ geworden. Um 11.20 Uhr sei die notarielle Übertragung des Geländes erfolgt, erklärte heute Leo W.A. de Man, der Chef des Berliner Baukonzerns. Direkt im Anschluss traf er sich mit Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos), um das weitere Vorgehen zu besprechen. 

In Arbeitstreffen soll nun ein Bebauungsplan vorbereitet mit Schwerpunkt Wohnungen erarbeitet werden. Darin ist auch das angrenzende Omega-Areal eingebunden. Dies wollen die Stadt und Kondor Wessels im Sinne einer gesamtplanerischen Lösung entwickeln. Das Grundstück soll deshalb ebenfalls an Kondor Wessels veräußert werden.

Solingen meldet Vollzug

"Am Dienstagmorgen reiste eine Delegation des Baukonzerns an, um den notariellen Kaufvertrag zu unterschreiben", schreibt die Stadt Solingen in einer Pressemitteilung. „Das wird ein Neustart für die Solinger Innenstadt, wie er seit Jahrzehnten nicht mehr da gewesen ist", äußerte sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach zufrieden.

Enstehen soll auf dem Gelände ein urbanes Quartier. Dieses solle Platz für neuen Wohnraum, Gewerbe und auch eine Kita schaffen, teilt Kondor Wessels mit. Geplant sei darüber hinaus, einen Anteil des Wohnraums mit günstigem Mietwohnungsbau zu realisieren. 

Der traditionsreiche Betrieb Egon Evertz bleibe dem Standort erhalten, der Mietvertrag mit der Musikschule werde übernommen und fortgeführt. - sk, pm -

Bereits Ende Juli hatte das Tageblatt über einen möglichen Verkauf an Kondor Wessels berichtet

170 Wohnungen will der Berliner Investor Kondor Wessels in Wald bauen – auf dem Grundstück befindet sich zurzeit noch die Firma Breuer & Schmitz. Das offenbart einen grundsätzlichen Konflikt.

Die 170 Wohnungen, die der Berliner Investor Kondor Wessels in Wald bauen will, passten gut in das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Solingen, sagt Baudezernent Hartmut Hoferichter (parteilos).

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Coronavirus: Das sind die Schnelltest-Zentren in Solingen
Coronavirus: Das sind die Schnelltest-Zentren in Solingen
Coronavirus: Das sind die Schnelltest-Zentren in Solingen
So funktioniert die Briefwahl in Solingen
So funktioniert die Briefwahl in Solingen
So funktioniert die Briefwahl in Solingen
Schwarze Pfähle: Zwei Verletzte nach Unfall 
Schwarze Pfähle: Zwei Verletzte nach Unfall 
Schwarze Pfähle: Zwei Verletzte nach Unfall 
Autokorso: Protest gegen Corona-Regeln
Autokorso: Protest gegen Corona-Regeln
Autokorso: Protest gegen Corona-Regeln

Kommentare