Trauerfall

Udo Vogtländer erliegt schwerer Krankheit

Gräfrather Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer
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Gräfraths Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer ist tot. Er hinterlässt im Stadtteil eine große Lücke (Archivbild).

Der Gräfrather Bezirksbürgermeister starb am Freitag im Alter von 71 Jahren.

Von Andreas Tews

Solingen. Gräfrath trauert um seinen Bezirksbürger Udo Vogtländer. Am Samstag wurde bekannt, dass der 71-Jährige am Freitag den Folgen einer langen, schweren Krankheit erlag. Viele Weggefährten zeigen sich traurig und schockiert.

Udo Vogtländer war ein Bezirksbürgermeister im besten Sinne. Er war bei vielen Menschen, die ihn kannten, beliebt. Er war bürgernah, konnte gut zuhören, behielt stets die Ruhe, suchte den Ausgleich zwischen allen Beteiligten, packte an, wo immer er gebraucht wurde und setzte sich dafür ein, die an ihn herangetragenen Probleme der Gräfrather zu lösen.

Seit 1984 war er mit Unterbrechungen 26 Jahre lang Bezirksvorsteher beziehungsweise Bezirksbürgermeister, gehörte der Bezirksvertretung des Stadtteils seit 41 Jahren an. Als Spitzenkandidat der SPD war er bei der Kommunalwahl am 13. September erneut in die Bezirksvertretung gewählt worden. Zwei Tage später leitete er seine letzte Sitzung der Bezirksvertretung – noch in alter Zusammensetzung.

„Gräfrath lag ihm besonders am Herzen“, würdigte ihn der Solinger SPD-Vorsitzende und jahrelange Wegbegleiter, Josef Neumann. Vogtländers Einsatz sei stets vom Gedanken der Solidarität und des demokratischen Miteinanders geprägt gewesen. In den vielen Reaktionen wird Vogtländer als „aufrechter Gewerkschafter und Sozialdemokrat“ beschrieben. „Gräfrath hat ihm viel zu verdanken“, heißt es in einer ersten Reaktion des Heimatvereins Gräfrath.

„Er war immer ein Kämpfer“, erklärte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Reinhard Burski (parteilos). Politisch, gesellschaftlich und menschlich sei Vogtländers Tod ein herber Verlust. Vogtländer habe „unendlich viel“ für Gräfrath getan. Für einen Nachfolger werde es kaum möglich sein, in seine Fußstapfen zu treten. Auch die Stellvertreterin Vogtländers, Petra Steinheuer (CDU), erklärte, sie habe den Verstorbenen sehr geschätzt.

Vogtländer machte sich nicht nur als ehrenamtlicher Politiker einen Namen. Beruflich war der gelernte KfZ-Schlosser im Betriebsrat der Stadtwerke aktiv, später – bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 – als Gewerkschaftssekretär von ÖTV und Verdi.

Der Leitspruch Vogtländers lautete: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Dem Kampf mit seiner Krankheit hat er sich tapfer gestellt. Er hinterlässt seine Ehefrau, zwei erwachsene Töchter und deren Kinder.

Ob es eine große Trauerfeier zu seinen Ehren geben kann, ist angesichts der Corona-Beschränkungen fraglich. Reinhard Burski spricht sich dafür aus, Udo Vogtländer auf jeden Fall in irgendeiner Form besonders zu ehren. Hierzu will er mit dem Heimatverein Kontakt aufnehmen.

Standpunkt: Ein großer Verlust

Von Andreas Tews

andreas.tews@ solinger-tageblatt.de

Udo Vogtländer ist nach Ex-Oberbürgermeister Ulrich Uibel innerhalb weniger Monate das zweite bedeutende und noch bis zuletzt aktive SPD-Urgestein, dessen Tod zu beklagen ist. Ihr Fehlen wird sich nicht nur auf ihre Partei, sondern auf die Politik in Solingen insgesamt auswirken. Der Tod von Bezirksbürgermeister Vogtländer reißt aber vor allem in Gräfrath eine große Lücke. Es gibt kaum eine Gräfrather Veranstaltung der vergangenen Jahre, an der er nicht beteiligt war. Es ist auch sein Verdienst, dass die Politik des Stadtbezirks dafür bekannt ist, sach- und vor allem zielorientiert zu diskutieren.

Das wirft für die Zukunft viele Fragen auf – zumal auch Vogtländers bisherige Stellvertreter Reinhard Burski (parteilos) und Petra Steinheuer (CDU) der neuen Bezirksvertretung nicht mehr angehören werden. Viele seiner Wegbegleiter sind sich einig, dass es in seinem Sinne wäre, wenn man sich möglichst schnell Gedanken um die Zukunft „seines“ Stadtteils macht. Wer dies tut, dem wird klar, dass die Suche nach einem Nachfolger, der bereits am 17. November gewählt werden soll, nicht leicht wird.

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