Innenstadt

Gläserne Werkstatt nimmt Formen an

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Die Gläserne Werkstatt soll sich durch ihre Gestaltung nach außen öffnen.

Stadt und Architekten präsentieren erste konkrete Pläne für das ehemalige Appelrath Cüpper-Gebäude.

Von Andreas Tews

Solingen. Wer die Gläserne Werkstatt betritt, soll im ehemaligen Appelrath Cüpper-Kaufhaus an der Hauptstraße nicht nur einkaufen können. Auch mitmachen und zuschauen bei der Produktion gehört zum Konzept. Genauso vielfältig wie die Angebote soll die Gestaltung der Räume sein. Ihre Pläne dafür stellten die Innenarchitektinnen Ragnhild Klußmann und Frederike Poth gestern vor. Das Konzept sieht Ausstellungs- und Werkstattflächen in verschiedenen und flexibel zu gestaltenden Größen vor.

Im Erdgeschoss sind offene Werkstätten verschiedener Größe und ein Empfang geplant.

Erste Ideen für die Gläserne Werkstatt hatte die kommunale Stadtentwicklungsgesellschaft im Oktober vorgestellt. Als wichtige stadtplanerische Ziele gelten eine Belebung des großen Leerstands an der Hauptstraße und eine Öffnung sowohl zur Hauptstraße als auch zum Fronhof. Die Flächen sollen Firmen angeboten werden, die dort heimische Produkte anbieten. Auch die Herstellung soll in der Gläsernen Werkstatt präsentiert und für die Besucher erlebbar werden.

„Nach der Förderphase soll sich das Projekt selbst tragen.“
Hartmut Hoferichter, Stadtdirektor

Die kleinen Werkstätten erinnern an Kioske...

Eröffnung auf den über drei Etagen verteilten 1200 Quadratmeter großen Flächen soll im April oder Mai sein, kündigte Stadtdirektor Hartmut Hoferichter als Geschäftsführer der Stadtentwicklungsgesellschaft gestern an. Das Projekt werde in den ersten beiden Jahren durch die Europäische Union gefördert. Danach, so versicherte er, solle es sich selbst tragen.

...und Regalsysteme.

Die Flächen im Ober- Erd- und Untergeschoss können an bis zu 15 jeweils wechselnde Anbieter vermietet werden. Im Erdgeschoss werden die Besucher nach den Plänen von Klußmann und Poth unter anderem auf einen offen gestalteten Empfang treffen, an dem sie sich informieren können. Ein offener Werkstattbereich kann mit kleinen Ständen bestückt werden, die unter anderem aus Materialien entwickelt und neu zusammengebaut werden, die durch die Ausstattung des alten Kaufhauses vorhanden sind. Für größere Aussteller sind im Bereich der seitlichen Schaufenster Werkstätten von bis zu 40 Quadratmetern vorgesehen. Durch diese Schaufenster und durch die speziell gestalteten Grünflächen am Eingang soll sich die Gläserne Werkstatt auch zur Fußgängerzone hin öffnen.

Das Obergeschoss soll Mitmach- und Verkaufsmöglichkeiten bieten. Dazu gehört unter anderem eine mobile Seminarküche. Auf dieser Etage wird auch Platz für etwas größere Stände sein. Auch Büros sehen die Architektinnen auf dieser Etage vor. Klußmann betonte, dass der Innenraum überall je nach Bedarf gestaltet werden könne. Sie erklärte: „Die Möblierung ist generell mobil und flexibel.“

Der Innenausbau erfolgt nach ihren Angaben mit Stahlschienensystemen, bei denen auch Überbleibsel des alten Kaufhauses verwendet werden. Zum Vortrags- und Seminarbereich gehören zum Beispiel auch kleine Besprechungsboxen, die aus früheren Umkleidekabinen entstehen. Wie die meisten anderen Einrichtungen soll auch der Vortragsraum im Untergeschoss größenmäßig anpassbar sein. Er wird durch verschiebbare durchsichtige Kunststoffelemente begrenzt sein.

Laut Hoferichters Co-Geschäftsführer Carsten Zimmermann wird außer an der Innenraumgestaltung auch an einem tragfähigen Geschäftsmodell gearbeitet. Dies solle ein externes Büro entwickeln. Zudem werde ein Marketingkonzept erstellt. Eine weiteres Einzelprojekt der Gläsernen Werkstatt sei die Gewinnung von Nutzern. Interessenten gebe es bereits. Seit gestern können diese über die Internetseite der Stadtentwicklungsgesellschaft Bewerbungen abgeben (| Kasten). Zimmermann geht davon aus, dass die Nachfrage größer sein wird als das Angebot an Flächen.

Sieben Projekte

Urbane Produktion: Die Gläserne Werkstatt gehört laut Uta Schneider (Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft) zum Gesamtprojekt „Urbane Produktion“ im bergischen Städtedreieck. Sie ist mit einer Fördersumme von knapp 2 Millionen Euro das größte der sieben Teilprojekte.

Anbieter: Flächen in der Gläsernen Werkstatt können unter anderem Firmen, Vereine, Organisationen und Privatleute mieten.

Kontaktformular im Internet: https://t1p.de/tgc4

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