Trauerfall

Früherer OB Ulrich „Uli“ Uibel ist unerwartet gestorben

Der frühere Oberbürgermeister der Stadt Solingen (1997 bis 1999) ist verstorben. Der Sozialdemokrat wurde 66 Jahre alt.
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Der frühere Oberbürgermeister der Stadt Solingen (1997 bis 1999) ist verstorben. Der Sozialdemokrat wurde 66 Jahre alt.
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Stadt, Sozialdemokraten und Weggefährten würdigen den Politiker und Menschen.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Mittwoch verstarb unerwartet der frühere Oberbürgermeister der Stadt Solingen (1997 bis 1999), Ulrich Uibel, zu Hause. Der Sozialdemokrat, den alle nur „Uli“ nannten, war mit Unterbrechung von einem Jahr seit 1981 Mitglied des Stadtrats, davon von 1985 bis 1997 Vorsitzender der Fraktion der SPD. Seine politische Karriere begann 1976 in der Bezirksvertretung Burg.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) zeigte sich tief bestürzt: „Mit Ulrich Uibel verliert Solingen einen allseits geschätzten, besonnenen Politiker, der für Solingen viel erreicht hat und der für seine Heimatstadt alles gegeben hat. Er war ein Meister der freien Rede. Er war kein Mann der lauten Töne, er setzte auf die Überzeugungskraft vernünftiger Argumente. Ich persönlich habe einen Freund verloren, dessen Rat und Unterstützung mich mein ganzes politisches Leben begleitet haben. Ich bin sehr traurig.“

Wie Stadtsprecher Lutz Petes ankündigte, werde die Stadt zusammen mit Freunden und Hinterbliebenen die Trauerfeier für den früheren Oberbürgermeister ausrichten.

Stadt Solingen legt ab Freitagnachmittag ein Kondolenzbuch aus

Ab heute Nachmittag liege im Rathaus am Walter-Scheel-Platz ein Kondolenzbuch für persönliche Einträge aus. Peters erklärt dazu den Ablauf: „Wegen der Coronavorschriften wird gebeten, ein eigenes Schreibgerät mitzubringen. Es ist aber auch möglich, Briefe oder Karten abzulegen.“ An der Solingen-Flagge vor dem Rathaus wehe ein Trauerflor.

„Wir alle sind fassungslos und beginnen erst allmählich zu begreifen, was diese schockierende Nachricht für uns alle bedeutet“, sagte Josef Neumann, der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Solingen, in einer ersten Stellungnahme. Er ergänzt: „Den persönlichen Verlust für uns alle und seine politische Dimension können wir heute noch gar nicht ermessen.“

„Sein Tod kam mit nur 66 Jahren viel zu früh“, sagte Iris Preuß-Buchholz, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion. „Unsere Gedanken sind jetzt natürlich zunächst bei seinen engsten Angehörigen, Vertrauten und Freunden.“

Die frühere stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes NRW, Sylvia Löhrmann (Grüne), erklärte: „Was für eine schreckliche, traurige Nachricht. Über die langjährige kommunalpolitische Arbeit ist bei meinem Mann und mir eine aufrichtige persönliche Freundschaft mit Ulrich Uibel entstanden. Wir werden die intensiven Gespräche mit Uli sehr vermissen.“

Die CDU Solingen zeigte sich tief bestürzt über den Tod Uibels. „Er war ein Politiker mit absoluter ,Handschlagsqualität‘: Für ihn war ein Wort ein Wort. Man konnte sich stets auf ihn verlassen,“ betonte Parteichef Sebastian Haug. „Politiker aller Parteien werden Uibels guten Rat, seine Erfahrung und sein stets ausgleichendes Wesen vermissen.“

Josef Neumann sagte den für heute geplanten Wahlkampftermin auf dem Rasspe-Gelände mit dem Chef der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Kutschaty, ab. Kutschaty werde sich stattdessen ins Kondolenzbuch der Stadt eintragen. Auch am Samstag werde es keine normalen Wahlkampfstände der SPD geben.

SPD will offene Fragen zur Kommunalwahl schnell klären

Uli Uibel war als Direktkandidat im Wahlkreis Burg, Höhrath und Hästen für den 13. September aufgestellt. Neumann sagte, er prüfe, wer den Wahlkreis nachbesetze. Auch sei er mit dem Wahlamt im engen Austausch, welche Fristen jetzt einzuhalten seien. Eine Nachwahl zu einem späteren Zeitpunkt schloss er nicht aus. Auf jeden Fall werde es für einen neuen Kandidaten einen mitgliederoffenen Parteitag geben müssen.

Artikel vom 6. August 2020, 10 Uhr

Solingen. Der Sozialdemokrat wurde 66 Jahre alt. Er galt parteiübergreifend als geschätzter Politiker mit hohem Sachverstand auf allen Feldern der Kommunalpolitik. Nach seiner Zeit von 1985 bis 1997 als Vorsitzender der Ratsfraktion der SPD im Stadtrat wurde er von diesem Gremium zum ersten hauptamtlichen Oberbürgermeister nach der Reform der Gemeindeordnung NRW gewählt. 

1999 unterlag er in der ersten Direktwahl Franz Haug von der CDU. Es folgten Stationen in der freien Wirtschaft und zuletzt war er als selbstständiger Immobilien-Projektentwickler tätig. 

Politisch erfüllte er neben seinem Ratsmandat viele Aufgaben vom Verwaltungsrat der Stadt-Sparkasse Solingen, Sitzen in Firmen der Solinger Kultureinrichtungen bis hin zum Schlossbauverein. pm

Die Lücke, die der viel zu frühe Tod von Ulrich Uibel in seiner Heimatstadt Solingen reißt, wird sich nicht in kurzer Zeit schließen.

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