Umwelt-Check

Dürfen nachhaltige Mehrweg-Boxen überall genutzt werden?

Die Mehrweg-Glas-Box hält das Essen der Fischerstube lange genug warm, die Edelstahl-Box sogar noch länger.
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Die Mehrweg-Glas-Box hält das Essen der Fischerstube lange genug warm, die Edelstahl-Box sogar noch länger.

Neue Serie Umwelt-Check: Wie funktioniert in Solingen ein nachhaltigerer Alltag? Daniela Neumann beginnt mit einem Mehrweg-Test.

Solingen. Was ist Nachhaltigkeit und warum ist sie wichtig? In unserer neuen Umwelt-Serie dazu teste ich ab sofort an dieser Stelle aus, was im Alltag nachhaltiger zugunsten einer lebenswerten Zukunft funktionieren kann. Zum Auftakt mache ich den Mehrwegbox-Check.

Ich habe den Film „Die Recyclinglüge“ gesehen und stelle fest: Wenn es Plastik ist, dann die Box so oft wie möglich nutzen. Der nächste Schritt wäre, stattdessen Edelstahl oder Glas zu verwenden.

Vor einer Woche habe ich wie vier andere Frauen von Julia Ogiermann von der Verbraucherzentrale Mehrweg-Boxen bekommen. Mit diesen testen wir zwei Wochen lang, ob und wie Mahlzeiten zum Abholen, „to go“, mit der Vermeidung von Einweg und damit Müllreduzierung klappen.

Café-Besitzerin hat Mehrweg-System inklusive Schüsseln eingeführt

Zu Hause habe ich selbst bereits eine multifunktionale Mehrweg-Box aus Plastik. Monika Golab kennt sie. Die Inhaberin des Cafés am Denkmal in Höhscheid hat sich als eine von wenigen Gastronomie-Fachkräften in Solingen für ein komplettes Mehrweg-System entschieden. „Die Becher kennen viele, aber die Schüsseln noch nicht“, sagt sie. Damit ist sie gewappnet für eine neue Regelung ab nächstem Jahr.

Ab 2023 sind Mehrweg-Verpackungen Pflicht

Restaurants, Bistros und Cafés, die Verzehrsachen für außer Haus verkaufen, „müssen ab 2023 ihre Produkte auch in Mehrwegverpackungen anbieten“, heißt es auf der Seite des Bundesumweltministeriums (BMU). Und: „Die Mehrwegvariante darf nicht teurer sein als das Produkt in der Einwegverpackung.“ Sie dürfte sogar billiger sein, findet Solingens Nachhaltigkeitsbeauftragte Ariane Bischoff.

Für diese Betriebe gelten Ausnahmen

Von der Pflicht ausgenommen sind übrigens nicht Ketten wie Bäckereien, sondern „kleinere Geschäfte wie Imbisse, Spätkauf-Läden und Kioske, in denen insgesamt fünf Beschäftigte oder weniger arbeiten und die eine Ladenfläche von nicht mehr als 80 Quadratmetern haben.“

Kunden können mitgebrachte Boxen befüllen lassen

Diese Betriebe müssen jedoch laut BMU ihren Kundinnen und Kunden ermöglichen, „deren eigene, mitgebrachte Mehrwegbehältnisse befüllen zu lassen“.

Das ist laut Julia Ogiermann schon jetzt immer möglich: Die eigene saubere Box ohne Deckel wird auf einem Tablett oder in einem vorgesehenen Bereich vom Personal befüllt. Diese Informationen hatten sie noch nicht, erzählt Carolin Willach von der Fischerstube in Mitte. Hier lasse ich mir in die Edelstahl- und die Glas-Box Essen füllen, um den Edelstahl ziehe ich das zugehörige Säckchen, das klappt gut.

Lesen Sie zu dem Thema auch unsere größere Serie „Natürlich nachhaltig“

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