Coronavirus

Stadt testet in Kitas bald mit der „Lolli-Methode“

Die Kinder lassen das Teststäbchen wie einen Lutscher im Mund kreisen. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa
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Die Kinder sollen demnächst das Teststäbchen wie einen Lutscher im Mund kreisen lassen (Symbolfoto).

Ein Verfahren der Uniklinik Köln soll die Überwachung des Corona-Infektionsgeschehens in Solinger Kindertagesstätten vereinfachen.

Von Björn Boch

Solingen. Solingen plant die Einführung einer neuen Testmethode auf das Coronavirus in Kindertagesstätten. Eine an der Uni-Klinik Köln entwickelte Methode macht die unangenehmen Nasen- und Rachenabstriche überflüssig – der Nachwuchs muss nur noch an einem Stäbchen lutschen wie an einem Lolli, was der Methode ihren Namen gab. Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) bestätigte dem ST den Start der neuen Tests „rund um den 5. März“ – neben den Kitas sind sie auch zeitnah für Grundschulen geplant.

Zunächst starten die Tests in Mitte, weil dort das Infektionsgeschehen am höchsten ist. „Wir weiten das auf andere Einrichtungen und Stadtteile aus, wenn wir dort vermehrt Infektionen oder höhere Inzidenzen feststellen“, so Kurzbach.

Mit den neuen Tests will die Stadt weiter ihr Konzept verfolgen, mögliche Infektionshotspots früh zu erkennen und einzudämmen. „Wir müssen über Infektionen Bescheid wissen und schnellstmöglich reagieren, auch wenn die Inzidenz dann steigt. Wir wollen das Gesamtbild kennen und möglichst einen Schritt voraus sein“, sagte Kurzbach. Kita und Schule seien wichtige Bereiche – die aber in einer sehr kritischen Phase geöffnet worden seien. Also müsse vermehrt getestet werden.

Besorgt ist Kurzbach vor allem aufgrund der Mutationen – die britische Coronavirus-Variante B.1.1.7. machte vorige Woche rund 37 Prozent der positiven Befunde aus. Sie gilt als wesentlich ansteckender. „Ich will nicht die Kassandra spielen, aber ich gehe davon aus, dass die Zahlen wieder stark steigen werden“, so der Stadtchef.

Wie sich die Öffnung auswirkt, zeigt sich in einigen Tagen

Dass Solingen derzeit einen der höchsten Inzidenzwerte in NRW hat, führt die Stadt auch auf die zahlreichen Tests zurück, die unter anderem konsequent auf Mutationen untersucht werden. Kurzbach geht davon aus, dass „die meisten Städte in zwei Wochen mit den Inzidenzwerten in unserem Bereich liegen“. Wie sich die Öffnung von Schulen und Kitas auswirke, werde man erst in einigen Tagen wissen.

Seit dieser Woche testet die Stadt in sieben Kitas in der Innenstadt. Allerdings sind die Schnelltests noch sehr aufwendig. Mit der Variante der Uni Köln werde es wesentlich einfacher. Am 5. März sollen die externen Tests in den sieben Kitas abgeschlossen sein. Auch die Ausbildung der Mitarbeiter rund um Testungen ist dann beendet. Dann soll die neue Testmethode starten.

Neben Kindern und Erziehern sollen auch Eltern diese Tests angeboten werden – freiwillig, wie Kurzbach betont. Die Laborkapazitäten seien nun jedenfalls ausreichend vorhanden. Auch das musste auf lokaler Ebene zunächst noch abgesichert werden.

Solingen hatte sehr früh auf Mutationen getestet und damit bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Außerdem werden Menschen in Quarantäne in der Klingenstadt häufiger getestet. Das sorgte unter anderem dafür, dass das Robert-Koch-Institut seine Quarantäne-Empfehlungen geändert hat – das britische Virus scheint eine längere Inkubationszeit zu haben. Die Quarantäne kann daher nicht mehr frühzeitig mit einem negativen Test beendet werden.

Wie die nationale Teststrategie von Gesundheitsminister Jens Spahn vor Ort umgesetzt werden soll, davon weiß die Stadt Solingen laut Kurzbach noch nichts. CDU-Bundesminister Spahn hat wiederholt kostenlose Tests für alle angekündigt.

In unserem Corona-Blog finden Sie alle Meldungen zur Coronavirus-Situation in Solingen.

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