Pandemie

Impfung erfolgt nur nach Einwilligung

Wann sich alle Solinger im Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof gegen das Corona-Virus impfen lassen können, ist weiter offen. Foto: Christian Beier
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Wann sich alle Solinger im Impfzentrum im ehemaligen Kaufhof gegen das Corona-Virus impfen lassen können, ist weiter offen. 

Für demente Solinger treffen Angehörige mit Vollmacht oder Betreuer die Entscheidung.

Von Philipp Müller

Solingen. Seit dem 27. Dezember wird auch in Solingen gegen das Coronavirus geimpft. Die Ärzte dürfen die Spritze aber nur dann ansetzen, wenn eine entsprechende Einwilligung vorliegt. In der Praxis wird in den Alteneinrichtungen in Solingen schon so vorgegangen. Doch schon in den nächsten Runden der Impfungen werden letztlich alle Solinger, die sich impfen lassen wollen, eine entsprechende Erklärung abgeben müssen.

Wo ist das Formular zur Einwilligung zu finden?

Einen Vordruck einer solchen Einwilligung hat das Bundesgesundheitsministerium auf seiner Internetseite (| Kasten) veröffentlicht. Damit wird auch zugleich ein Gesundheitscheck durchgeführt. Es wird gefragt, ob Allergien vorliegen, wann zuletzt geimpft wurde oder ob man etwa schwanger ist. Die Antworten dienen als Leitfaden für ein Gespräch zwischen Arzt und den zu impfenden Solingern. Das wird vor dem Setzen der Spritze geführt.

Wie sieht es aktuell mit Impfungen in Altenheimen aus?

Vor allem mit den Impfterminen kämpft gerade Peter Knoch, der Geschäftsführer der städtischen Altenzentren. Ein ursprünglich für gestern geplanter Termin im Gerhard-Berting-Haus soll nun morgen stattfinden, ob auch im Elisabeth-Roock-Haus zeitnah geimpft werden kann, wird noch geklärt.

Wie ist die erste Serie der Impfungen bisher verlaufen?

Ein positives Fazit zieht Knoch zur Impfung am 29. Dezember im Eugen-Maurer-Haus. Es seien mehr Ärzte und Helfer da gewesen als angekündigt, 111 Bewohner und 16 Mitarbeiter seien geimpft worden. „Die Bewohner haben Priorität, dann kommen die Beschäftigten. Für alle hätten die Dosen nicht gereicht.“

„Kein Dementer wird ohne Zustimmung geimpft werden.“
Peter Knoch zu den Bedingungen beim Impfen in Altenzentren

76 Prozent der Bewohner seien geimpft worden, in den anderen Häusern vermutet Knoch ähnliche Zahlen. In der dritten Januarwoche soll die zweite Impfrunde stattfinden.

Was passiert mit Dementen oder unter Betreuung Stehenden?

Dafür gelte ein klarer Grundsatz, betont Peter Knoch: „Kein Dementer wird ohne Zustimmung geimpft werden.“ Er verweist darauf, dass Angehörige mit einer Betreuungsvollmacht oder gerichtlich bestellte Betreuer das Standard-Formular ausfüllen müssen. Damit sei dann die Einverständniserklärung verbunden. Der gleiche Weg werde auch dann angewandt, wenn jemand aus anderen Gründen unter Betreuung stehe. Er empfiehlt Angehörigen, sich vorab mit dem Formular vertraut zu machen, um Fragen klären zu können.

Gilt das Formular für alle, die geimpft werden wollen?

Das sei noch völlig offen, erklärt der Geschäftsführer der Altenzentren. Die Lage sei, dass es selbst für ältere Solinger, die zu Hause betreut werden, weder Termine gebe, noch klar sei, wie der Impfvorgang durchgeführt werde. Aber er geht davon aus, dass das Standard-Formular auch dann zum Einsatz kommen wird.

Wer entscheidet über Terminvergabe und Reihenfolge?

Das ist Sache des Landes NRW. Doch Düsseldorf hat bisher keine konkreten Auskünfte gegeben, wann welche Bevölkerungsgruppen nach den Alten und dem medizinischen Personal etwa im Solinger Impfzentrum versorgt werden.

Beim Impfen zeigen sich zurzeit Heimmitarbeiter zurückhaltend. 

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Solingen. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Formular

Infos rund um die Corona-Impfung und das Formular zum Herunterladen hat der Bund auf einer Seite zusammengefasst. Dabei wird auch zum Impfvorgang und zum Impfstoff aufgeklärt:

www.zusammengegencorona.de/downloads/

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