Nützliche Insekten

Arbeitslose Wespen werden beim Kampf um den Pflaumenkuchen lästig

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Im Spätsommer und beginnenden Herbst werden die Insekten als Quälgeister empfunden.

Im Spätsommer und beginnenden Herbst werden die Insekten als Quälgeister empfunden – Tipps vom Biologen Jörg Liesendahl.

Von Dela Kirchner

Solingen. Sobald die Lindenblüte vorbei ist, beginnt für ein im Allgemeinen bei Menschen ungeliebtes Insekt die Mangelzeit: die Wespen. Für uns spürbar wird diese Mangelzeit mit dem verstärkten Interesse der Wespen an unseren gedeckten Terrassentischen, meist ab Mitte/Ende August. Die Königin hat sich zum aktuellen Zeitpunkt dazu entschieden, ihren Hofstaat nicht mehr zu vergrößern – und dies hat Folgen. „Den meisten Arbeiterinnen im Wespenstaat wird jetzt langweilig; sie werden schlicht nicht mehr wirklich gebraucht“, beschreibt Diplom-Biologe Jörg Liesendahl die Situation der schwarz-gelben Insekten im Spätsommer.

„Diejenigen, die keinen Job mehr haben, können lästig werden – zumal sie neugierig sind und durchaus noch einige Lebenstage vor sich haben können.“ In der Natur haben die meisten Pflanzen aufgehört zu blühen, und es reifen Früchte; das Nahrungsangebot für die Wespen ist plötzlich extrem eingeschränkt.

In den Wespennestern schlüpfen bis in den September und Oktober hinein immer noch Arbeiterinnen, die eine Lebenszeit von ca. 30 bis 45 Tagen vor sich haben. Und diese Insekten sind dann die, die uns verstärkt besuchen, sobald Süßes oder generell Essbares in der Nähe ist.

Es gibt bei uns nur zwei Wespen-Arten, die zum einen buchstäblich auf Süßes fliegen, und zum anderen auch tierisches Eiweiß benötigen – die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Daher ist es den Tieren gleich, ob wir gerade Pflaumenkuchen zum Kaffee genießen oder Grillen; Fleisch und Wurst sind gleichermaßen willkommen.

Was aber können wir tun, um die letzten Wochen der diesjährigen Saison gemeinsam mit den Wespen unbeschadet zu überstehen? „Die schlechtesten Lösungen sind Gift aus Spraydosen und Stromfallen, die die Wespen töten“, sagt der Biologe. „Unser Ziel sollte es sein, die Wespen am Leben zu halten. Ablenkungsfütterungen in der Umgebung können helfen, die Tiere vom Tisch wegzulocken.“ Müssen das aber nicht zwangsläufig.

Nicht pusten und keine hektischen Bewegungen

Und wenn die Wespe da ist? „Auf keinen Fall anpusten“, rät Liesendahl. „Die Zusammensetzung unserer Atemluft kann Wespen aggressiv machen. Keine hektischen Bewegungen; besser die Wespe mit einem Blatt Papier oder Ähnlichem sanft beiseite drücken. Ein friedliches Zusammenleben mit Wespen ist möglich – sogar mit den Kindern in der Natur-Schule Grund.“

Damit bestätigt Biologe Liesendahl viele Tipps der RGA-Leser, die diese bei Facebook hinterlassen haben. Manche Dinge sind ganz einfach: Getränke abdecken und vielleicht unsere persönliche Einstellung zu den Wespen ändern. „Menschen gehören nicht zum Beuteschema einer Wespe und können entspannt bleiben“, sagt der Biologe.

Einige Tipps für Eltern, die ihren Kindern die Angst vor Wespen nehmen möchten:

Zum Beobachten auffordern (die schöne Zeichnung, wie haarig die Insekten sind…).

Testfütterungen zum Beobachten der Nahrungsaufnahme durchführen.

Kindern erklären, dass Wespen nur stechen, wenn sie sich vermeintlich verteidigen müssen.

Trinkstellen in flachen Gefäßen einrichten – natürlich mit Ausstiegshilfe.

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