Blaulicht

Schwarzarbeit: Solinger Gerüstbauer wird zu Haftstrafe verurteilt

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Symbolbild.

Der 32-Jährige muss über zwei Jahre ins Gefängnis. Er ist mehrfach vorbestraft.

Ein früherer Geschäftsführer einer Solinger Gerüstbaufirma muss wegen Schwarzbeschäftigung ins Gefängnis. Zusätzlich wird dem Mann Steuerhinterziehung im großen Stil zur Last gelegt. Das Amtsgericht in Wuppertal verurteilte den vorbestraften, 32 Jahre alten Geschäftsmann zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Das teilte der Zoll Düsseldorf am Montag mit.

Der Angeklagte soll ab 2014 und bis Mai 2016 Löhne von Mitarbeitern absichtlich unzureichend abgerechnet haben: Trotz Vollzeitarbeit habe er seine Leute teils gar nicht bei den Behörden angemeldet. In einigen Fällen habe er Minijobs oder Teilzeitbeschäftigung angegeben. Er habe verschleiert, welche Beträge er als Lohn an die Mitarbeiter zahlte. Dazu habe er über einen Strohmann Scheinfirmen gegründet. Unter deren Adresse habe er sich selbst erfundene Rechnungen an sein Gerüstbauunternehmen geschrieben, für die es keine Gegenleistung oder Warenlieferung gab.

Einen Teil der Beträge habe der Angeklagte seinen Arbeitern gezahlt. Den Rest habe er für sich behalten. Das Gericht stellte insgesamt 60 Fälle fest, in denen der Mann seinen Beschäftigten auf diese Weise Beiträge für Arbeitslosen- und Krankenversicherung vorenthalten habe. Im Zusammenhang damit habe er insgesamt 35 Mal Steuererklärungen falsch oder verspätet beim Finanzamt abgegeben. 

Sozialversicherungsschaden beträgt mehr als 1,8 Millionen Euro 

Grundlage für die Amtsgerichts-Verhandlung vom 3. Juli 2017 seien umfangreiche Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit am Standort Wuppertal gewesen. Diese hätten zum Geständnis geführt. Der ermittelte Sozialversicherungsschaden betrage mehr als 1,8 Millionen Euro. Die Finanzkontrolle in Verantwortung des Zolls arbeitet mit den Verwaltungen der Städte und weiteren Behörden zusammen. Im Visier sind unangemeldete Arbeit, unregistrierte Handwerks- und Gewerbebetriebe, Verstöße bei Leiharbeit und durch illegale Beschäftigung von Ausländern. Der 32 Jahre alte Geschäftsführer saß zum Prozess in Untersuchungshaft. Wird sein Urteil rechtskräftig, muss er die Strafe absitzen. Den Schaden werden die Sozial- und Finanzbehörden bei ihm einziehen. dilo

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