Einsatz

Razzia im Drogenmilieu: Drei Beschuldigte in U-Haft

Im Rahmen der Durchsuchung gab es mehrere Festnahmen.
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Im Rahmen der Durchsuchung gab es mehrere Festnahmen.

Kräfte der bei der Polizei Wuppertal ansässigen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) sowie Diensthundeführer stellten Drogen, Waffen und Bargeld sicher.

Unser Artikel vom 22. Mai 16.30 Uhr

Von Kristin Dowe

Solingen. Dieser Zugriff hat sich für die Ermittler auf ganzer Linie gelohnt: Bei einer groß angelegten Drogenrazzia in einem Bordell in Gräfrath stellten die Ermittler am Mittwochnachmittag sieben Kilogramm Amphetamin mit einem geschätzten Marktwert von 10.000 Euro, zwei Kilogramm Marihuana im Wert von circa 12.000 Euro, Kleinmengen sonstiger Drogen sowie einen fünfstelligen Geldbetrag sicher. Außerdem fanden die Beamten Schlagstöcke, eine Handgranatenattrappe und eine Schreckschusspistole. Ein Drogenspürhund von der Polizei Duisburg hatte die umfangreiche Durchsuchung unterstützt.

„Die Rollenverteilung der Beschuldigten ist noch Gegenstand der Ermittlungen.“
Wolf-Tilman Baumert, Staatsanwaltschaft Wuppertal

Stundenlang durchforsteten Kräfte eines Sondereinsatzkommandos die Räume des Privatclubs an der Wuppertaler Straße, der diskret in einem Bergischen Schieferhaus untergebracht ist. Außerdem gab es vier weitere Durchsuchungen in Privatwohnungen in Solingen-Mitte, jeweils eine in Gräfrath und Wald sowie in Objekten in Düsseldorf und Bergisch Gladbach. Dabei nahmen die Ermittler einen 29-jährigen Mann als Hauptverdächtigen sowie vier weitere Männer und eine Frau, allesamt aus Solingen, als seine mutmaßlichen Komplizen fest. Gegen den 29-Jährigen, einen 31-jährigen Mann und die 26-jährige Frau ordnete das Amtsgericht Wuppertal Untersuchungshaft an.

Auf die Spur des 29-Jährigen, der wegen Betäubungsmittelhandels einschlägig vorbestraft ist, waren die Ermittler bereits Anfang des Jahres gekommen, als dieser Drogen im Internet zum Kauf angeboten haben soll. „Die Rollenverteilung der Beschuldigten bei den Drogengeschäften ist noch Gegenstand der Ermittlungen“, berichtet Wolf-Tilman Baumert, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wuppertal. „Wir gehen im Moment allerdings davon aus, dass er die Verkäufe im Wesentlichen abgewickelt und die Kommunikation übernommen hat.“ Das Marihuana soll der Tatverdächtige für sechs Euro pro Gramm im Netz angeboten haben. „Wenn man das hochrechnet, hätte sich das für ihn finanziell schon gelohnt“, so Baumert.

Offenlassen muss er auch die Frage, ob der Club und die dort beschäftigten Prostituierten in irgendeinem Zusammenhang mit den Drogengeschäften stehen. „Aktuell gibt es aber keine Hinweise darauf, dass die Drogen über die Prostituierten vermarktet und transportiert wurden“, so Baumert. In den kommenden Tagen stünden umfangreiche Vernehmungen der Beschuldigten an. Wann mit einer Anklage zu rechnen ist, sei zurzeit noch nicht absehbar.

+++Update vom 22. Mai, 11.30 Uhr+++

Solingen. Bei der Razzia am Mittwoch ist die Polizei fündig geworden: Drogen, Bargeld, Waffen - all das fanden die Beamten bei der Aktion der „Ermittlungskommission Engel“. Wie sich nun herausstellt, war das Objekt in Gräfrath nicht das einzige, das ins Visier der Ermittler geraten war. Insgesamt durchsuchten die Beamten sechs Objekte in Solingen sowie jeweils ein Objekt in Bergisch Gladbach und Düsseldorf. Das gaben Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in einer gemeinsamen Pressmitteilung bekannt.

Unter der Federführung einer Staatsanwältin erfolgte am Mittwoch der Zugriff der „EK Engel“ der Polizei Wuppertal gegensechs Tatverdächtige. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft waren zuvor Durchsuchungsbeschlüsse des Amtsgerichts Wuppertal ergangen, die an diesem Tage mit Unterstützung eines Spezialeinsatzkommandos vollstreckt wurden. 

Bereits Anfang 2020 war der Hauptverdächtige, ein 29-jähriger deutscher Staatsbürger, in den Fokus der Ermittler geraten und die „EK Engel“ zur Aufklärung des Tatverdachts gegründet worden. Durch die Ermittlungen konnte der Tatverdacht verdichtet und festgestellt werden, dass Drogenverkäufe über das Internet aber auch "von Hand zu Hand" stattfanden. Im Verlauf der polizeilichen Maßnahmen rückten fünf weitere Verdächtige ins Visier der Beamten.

Solingen: Beschuldigten drohen langjährige Freiheitsstrafen

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen stellten die Beamten etwa 7 Kilogramm Amphetamin, 2 Kilogramm Marihuana, Kleinmengen sonstiger Betäubungsmittel und einen fünfstelligen Bargeldbetrag sicher. Daneben fanden sie mehrere Schlagstöcke, eine Handgranatenattrappe und eine Schreckschusspistole. Die Polizei nahm alle sechs Beschuldigten vorläufig fest. Gegen zwei Männer im Alter von 29 und 31 Jahren und eine 26 Jahre alte Frau ordnete das Amtsgericht Wuppertal auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft an.

Die Auswertung der aufgefundenen Beweismittel und weitere umfangreiche Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Polizei Wuppertal dauern an. Den Beschuldigten drohen für den Fall einer Verurteilung langjährige Freiheitsstrafen. red

Razzia in Solingen

Razzia in Solingen
Razzia in Solingen © Tim Oelbermann
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Unser Artikel vom 20. Mai

Solingen. Zu einem größeren Polizeieinsatz ist es am Mittwoch an der Wuppertaler Straße in Gräfrath gekommen. Zahlreiche Kräfte durchsuchten dort die Räume eines Bordells sowie eines dahinterliegenden Gebäudes. Polizeisprecher Stefan Weitkämper bestätigte auf ST-Nachfrage, dass es dabei um Drogenkriminalität ging. Weitere Informationen könne er aktuell noch nicht geben, Polizei und Staatsanwaltschaft würden sich am Freitag ausführlicher zu den Hintergründen äußern. 

Solingen: Es hat offenbar eine Festnahme gegeben

Bei dem Einsatz, der sich am Nachmittag über mehrere Stunden zog, nahm die Polizei mindestens einen Mann fest, eine Anwohnerin will eine weitere Festnahme beobachtet haben. 

Unterstützt wurde der Einsatz von Kräften der bei der Polizei Wuppertal ansässigen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) sowie von der Polizei Duisburg, die mit einem Drogenspürhund vor Ort war. Das durchsuchte Gebäude, ein Bergisches Schieferhaus, ist von außen nicht als Rotlicht-Etablissement zu erkennen. KDow, wi, to

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Erst im Februar hatte es einen größeren Polizeieinsatz in Wuppertal gegeben. Dabei ging es um Zuhälterei und Zwangsprostitution.

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