Projekt

„City 2030“: Umsetzung beginnt 2021

Ist das Bild vor oder nach dem Lockdown aufgenommen? In der City herrscht schon länger oft viel Leere nicht nur in den Geschäften. Foto: Christian Beier
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Ist das Bild vor oder nach dem Lockdown aufgenommen? In der City herrscht schon länger oft viel Leere nicht nur in den Geschäften.

Im Stadtplanungsausschuss stellte die Verwaltung erste Maßnahmen zum Innenstadtumbau vor.

Von Philipp Müller

In seiner ersten Sitzung hatte der neu gegründete Ausschuss des Stadtrats für Städtebau, Stadtentwicklung und Digitale Infrastruktur (ASSD) das Thema „City 2030“ auf der Tagesordnung. Die Verwaltung mit Stadtdirektor Hartmut Hoferichter (parteilos) an der Spitze stellte die Maßnahmen vor, die bereits 2021 umgesetzt werden sollen. Dazu gehören das neue Innenstadtmanagement und das Programm zur Anmietung von Leerständen durch die Stadt. Die sollen dann an Start-ups und Jungunternehmer verbilligt und befristet weitervermietet werden. Dritter Baustein ist der Kauf von Immobilien und vierter der Einsatz von Experten bei der Umsetzung.

Das Land NRW hatte der Stadt dazu 1,3 Millionen Euro Zuschuss gewährt. Die Verwaltung bereitet aktuell die Ausgestaltung der Maßnahmen vor, die 2021 umgesetzt werden sollen, damit die Zuschüsse zielgerichtet fließen können. Wie das im einzelnen aussehen wird und was das Konzept City 2030 bedeutet, wird die Redaktion des Solinger Tageblatts am Freitag, 18. Dezember, zwischen 14 und 17 Uhr online mit Interviews und Texten genau darstellen.

Der Ausschuss stand unter der Leitung seines neuen Vorsitzenden Carsten Becker (CDU). Er hatte die Vorstellung der Fachämter auf die Tagesordnung setzenlassen, die sich mit City 2030 beschäftigen.

So berichtete Juliane Gottlieb von der Stadtplanung, was sie und ihre 35 Mitarbeiter für Aufgaben haben. Dazu gehören beispielsweise Bebauungspläne, die der ASSD berät und beschließt. Miriam Macdonald stellte die vielfältige Struktur der Stadtentwicklung vor. Mit 16 Leuten wurde in diesem Stadtdienst auch die Ausarbeitung des Konzepts City 2030 gestaltet. Dritter im Bund war Nils Gerken, der Leiter der Stabsstelle „Solingen.digital“. City 2030 betreffe ihn und sein 20-köpfiges Team etwa im Bereich Smart City und der öffentlich zugänglichen Digital-Infrastruktur.

Das sei aber nicht nur Wlan, dazu gehöre auch die Solingen-App mit ihrem Informationsangebot und den Möglichkeiten, über diese mit dem Rathaus zu kommunizieren. Mit 30 Jahren Altersdurchschnitt sei man jung aufgestellt, sieben Azubis beziehungsweise Duale Studenten gehörten zum Team. Er erklärte, dass die Stadt ab Ende 2021 eine neue Homepage veröffentlichen wolle.

Er berichtete auf Nachfrage von Uli Preuss (SPD), dass das Impfzentrum im Kaufhof deshalb Wlan habe, damit die PC der Kassenärztlichen Vereinigung untereinander kommunizieren könnten. Zudem laufe das Telefon über drahtlose Funkverbindung. Daher könne man zusätzlich den Besuchern des Impfzentrums das Wlan anbieten.

„City 2030 soll zu einem Wechsel der Perspektive führen.“

Hartmut Hoferichter, Stadtdirektor

Zum Projekt der neuen Innenstadt erklärte Stadtdirektor Hoferichter – auch auf Antrag der FDP – zum Sachstand: „City 2030 soll zu einem Perspektivwechsel führen.“ Den bereite die Verwaltung 2021 mit vier großen Bausteinen vor: Mit einem Verfügungsfond sollen die Anmietungen von Leerstand erfolgen. Zweites Feld wird der Erwerb von Immobilien sein, um diese umzugestalten und zu verkaufen. Das Innenstadtmanagement wird im Januar seinen Betrieb aufnehmen. Zudem will die Stadt die einzelnen Bausteine durch externe Experten umsetzen lassen. Wie das alles geschehen soll, was City 2030 eigentlich bedeutet, wird die Verwaltung im ASSD für die vielen neuen Ausschussmitglieder noch einmal gesammelt vorstellen. 

City 2030 im ST

Am Freitag, 18. Dezember, wird das Tageblatt online drei Stunden lang Videointerviews mit Akteuren aus der Innenstadt und der Verwaltung zu „City 2030“ veröffentlichen. Dazu gibt es von 14 bis 17 Uhr viele Texte und Hintergrundinformationen zum Projekt, an dessen Ende der Umbau fast der gesamten Innenstadt stehen wird. 


Standpunkt

Von Philipp Müller

Es war in den beiden Tagen vor dem Lockdown für den Einzelhandel kaum zu übersehen: Die Hauptstraße hat ein Problem. Fast wirkte es dort, als sei der Lockdown vorgezogen. Das Sterben der Innenstädte steht in fast allen Kommunen auf der Tagesordnung. Solingen gilt nicht zuletzt mit

philipp.mueller@solinger-tageblatt.de

seinem Programm „City 2030“ als Vorreiter. Doch jetzt kommt der schwere Teil der Aufgabe. Alles muss auch in die Tat umgesetzt werden. Nicht leicht in einer Stadt, die eher vom Pessimismus der eigenen Bevölkerung regiert wird. Doch „die Stadt“ kann es nicht alleine richten. Denn „die Stadt“ ist mehr als die Politik, sie ist mehr als die Verwaltung. Die Stadt sind wir am Ende alle zusammen. Das Rathaus hat uns die Hand entgegengestreckt, das Konzept mit Leben anzufüllen. Wer das alles nicht gut findet, der sollte erst recht mitmachen. Mit dem Innenstadtmanagement gibt es dafür ein Instrument. Keiner sollte sich nach dem Motto „Auf mich wartet ja keiner“ zu klein machen. Eine funktionierende Stadtgesellschaft floriert nämlich nur mit aktiven Bürgern, die ihre Ideen gerne mitgestalten.

Jan Höttges nennt City 2030 "verschwendetes Geld". Lesen Sie hier, wie der ehemalige Vorsitzende des Initiativkreises Solingen zu diesem Urteil kommt. 

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