Personalie

Klinikum hat neuen Geschäftsführer

Dr. Martin Eversmeyer soll neuer kaufmännischer Leiter im Klinikum werden. Foto: Gert Westdörp
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Dr. Martin Eversmeyer wird neuer kaufmännischer Leiter im Klinikum.
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Dr. Martin Eversmeyer ist zum neuen kaufmännischen Leiter im Städtischen Klinikum Solingen gewählt worden

+++Update vom 28. Mai, 6.30 Uhr+++ Klinikum hat neuen Geschäftsführer

Solingen. Dr. Martin Eversmeyer ist zum neuen kaufmännischen Leiter im Städtischen Klinikum Solingen gewählt worden. Eversmeyer erhielt am Mittwoch in einer Sondersitzung das Vertrauen vom Aufsichtsrat des Klinikums sowie vom Sozial- und vom Beteiligungsausschuss der Stadt. 

Carsten Voigt (CDU) bestätigte als Vorsitzender des Beteiligungsausschusses die mehrheitliche Wahl und gratulierte dem neuen Geschäftsführer. Zu weiteren Details aus der nichtöffentlichen Sitzung wollte Voigt sich nicht äußern. 

Martin Eversmeyer war einer von 34 Bewerbern auf die öffentliche Ausschreibung. Auf ihn hatte sich eine Findungskommission Anfang Mai verständigt. Der 59-Jährige kommt vom Klinikum Osnabrück. Bereits ab 1. Juli soll Eversmeyer teilweise für das Klinikum arbeiten, ab 1. August tritt er die Stelle komplett an. Er soll den Masterplan Klinikum umsetzen, das Haus neu strukturieren und wieder in die schwarzen Zahlen führen. 

Die FDP wirkte nach eigenen Angaben nicht an der Abstimmung mit – aus Protest. „Es geht nicht um die Person, sondern um das Verfahren“, sagte der Kreisvorsitzende Dr. Robert Weindl, der auch im Aufsichtsrat des Klinikums sitzt. Den Liberalen fehle die Transparenz, um eine Entscheidung treffen zu können. bjb

+++Update vom 14. Mai, 16.45 Uhr+++ Klinikchef: Kritik von FDP und BfS

Solingen. Auf die Bekanntgabe des Kandidaten für den Geschäftsführerposten im Städtischen Klinikum folgte am Donnerstag Kritik von FDP und Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS). Die FDP sieht den Aufsichtsrat des Klinikums „missachtet“. Dr. Robert Weindl, Kreisvorsitzender der Liberalen, fordert, dass die Verwaltungsspitze Aufsichtsrat und Beteiligungsausschuss früher hätten informieren müssen. „Es kann auch nicht sein, dass den Gremien, die darüber zu entscheiden haben, nur ein einziger Personalvorschlag vorgelegt wird“, so Weindl weiter.

Die BfS betont, dass im Ältestenrat am Mittwoch nur ein Verfahren für den weiteren Ablauf in den Gremien gefunden worden sei und keine Personalentscheidung getroffen wurde. Da sei die öffentliche Mitteilung der Stadt „mindestens irritierend, wenn nicht gar falsch“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Jan Michael Lange.

Aus 34 Bewerbern auf eine Ausschreibung hatte sich die Findungskommission auf Martin Eversmeyer geeinigt. Der 59-Jährige ist derzeit noch Geschäftsführer beim Klinikum Osnabrück. Diese Entscheidung der Kommission wurde am Mittwoch auch den zuständigen Gremien mitgeteilt. Tatsächlich kam es zu Verzögerungen bei der Information von Aufsichts- und Betriebsrat des Klinikums. „Diese Verzögerung war nicht beabsichtigt und die Findungskommission hat sich dafür bereits entschuldigt“, betont Martina Zsack-Möllmann, Fraktionssprecherin der Grünen und Teil der Kommission. Das Vorgehen der Kommission sei allerdings vom Aufsichtsrat beschlossen worden. Daher sei es völlig in Ordnung, nur einen Bewerber vorzuschlagen.

CDU-Fraktionschef Carsten Voigt hält die Kritik am Verfahren für nicht entscheidend. „Am Ende des Tages ist mir wichtig, dass es einen guten Geschäftsführer gibt. Und das traue ich dem Mann zu“, sagt er. Am Ende, betont Voigt, entscheide der Beteiligungsausschuss, dessen Vorsitzender er sei und in dem alle Fraktionen vertreten seien – wie sie auch an der Entscheidung über die Findungskommission beteiligt gewesen seien.

Ernst Lauterjung, Bürgermeister und für die SPD im Ältestenrat, sieht „nichts Verwerfliches“ am Verfahren. Der Kandidat werde sich allen Fraktionen vorstellen, am Ende werde er gewählt – oder nicht. Letzterenfalls müsse die Findungskommission erneut zusammentreten. bjb

Unser Artikel vom 13. Mai

Von Björn Boch und Stefan M. Kob

Solingen. Das Städtische Klinikum Solingen ist auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer offenbar fündig geworden: Zum 1. August soll Dr. Martin Eversmeyer die kaufmännische Leitung des Hauses übernehmen und einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten. Das ist zumindest das einstimmige Votum einer Findungskommission. Die Personalie wurde am Donnerstagnachmittag dem Ältestenrat der Stadt mitgeteilt, der ebenfalls einstimmig zustimmte. Eversmeyer wird sich nun den Fraktionen vorstellen, am 27. Mai soll über die Personalie entschieden werden.

Martin Eversmeyer war einer von 34 Bewerbern auf die öffentliche Ausschreibung. Der 59-jährige kommt vom Klinikum Osnabrück, dort ist er seit Mai 2017 Sprecher der Geschäftsführung. Zuvor war er seit 2003 Vorstandssprecher des kommunalen Klinikums in Herford – und dort sehr erfolgreich, wie man bei seinem damaligen Wechsel hervorhob: „Unter Eversmeyers Führung erreichte das Klinikum Herford ein positives Geschäftsergebnis und investierte über 70 Millionen Euro in Neu- und Erweiterungsbauten“, schrieb damals die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Beide Häuser sind in Größe und Ausrichtung mit dem Städtischen Klinikum Solingen vergleichbar, beide hatten in der Vergangenheit mit negativen Geschäftsergebnissen zu kämpfen. Auch in Solingen wartet eine Sanierungsaufgabe auf Eversmeyer. In spätestens fünf Jahren soll das Krankenhaus wieder schwarze Zahlen schreiben, die Klinik soll in den nächsten Jahren neu aufgestellt und aufwendig umgebaut werden.

„Das Interesse war groß und die Qualität der Bewerber war sehr hoch.“

Jan Welzel, Beigeordneter

Der für das Verfahren zuständige Beigeordnete Jan Welzel (CDU) hofft auf ein positives Votum. „Wir haben ein transparentes und zügiges Verfahren gewährleistet, an dessen Ende ein überzeugender Personalvorschlag steht“, sagt der Sozial- und Gesundheitsdezernent. Nun seien die Gremien am Zug. Der Auswahlprozess habe bewiesen, dass das Krankenhaus nach wie vor eine sehr gute Adresse sei. Welzel: „Das Interesse war groß und die Qualität der Bewerber war sehr hoch.“

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) sieht in der Personalie einen wichtigen Schritt in die Zukunft, lobt Eversmeyers Kompetenz und umreißt die Erwartungen: „Die Anforderungen an die Leitung unseres Krankenhauses werden in den kommenden Jahren sehr hoch sein. Es gilt, das Haus fit für die Zukunft zu machen. Die vergangenen Jahre waren bekanntlich von wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt. Es ist also wichtig, dass die neue Geschäftsführung möglichst schnell übernimmt, um bei der Entwicklung des Masterplans einzusteigen, der derzeit in Arbeit ist.“

Der Masterplan ist Grundlage für die finanzielle Wende. Ein Gutachter wertet derzeit Daten und Zahlen rund um das Klinikum aus. Im Anschluss beginnt die Diskussion der Ergebnisse im Haus selbst und in den politischen Gremien. Um den Masterplan umzusetzen, wird ein Kredit von bis zu 100 Millionen Euro benötigt. Doch um dieses Geld zu bekommen, braucht es wiederum einen zukunftsfähigen Plan.

Die Corona-Krise hat den Verantwortlichen einen Strich durch die internen Zeitpläne gemacht. Andererseits könnte Corona dem Klinikum aber auch helfen. Denn noch im Dezember 2019 hatten NRW-Gesundheitsministerium und Bezirksregierung in Solingen eine „Tendenz zur Überversorgung“ ausgemacht und darauf verwiesen, dass jeder Fachbereich, der derzeit im Städtischen Klinikum vorgehalten werde, in „überschaubarer zeitlicher Entfernung“ auch in einem anderen Krankenhaus vorhanden sei. Ob diese Aussagen angesichts der Pandemie weiter Bestand haben, ist zumindest fraglich. Wichtig wird die Einschätzung deshalb, weil die Stadt für den Kredit wahrscheinlich bürgen muss – und dann hätte die Bezirksregierung ein Wort mitzureden.

Das Klinikum befindet sich vollständig in städtischer Trägerschaft, bislang ist sich die Politik über Parteigrenzen hinweg einig, dass das so bleiben soll. Auch die Häuser der bisherigen Stationen von Martin Eversmeyer in Herford und Osnabrück befinden sich in kommunaler Hand.

Eversmeyer folgt auf Matthias Dargel, der eigentlich nur bis Herbst 2019 kommissarisch im Amt sein sollte. Medizinischer Geschäftsführer bleibt Prof. Dr. Thomas Standl. Der Kandidat Eversmeyer hat Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen studiert, Thema seiner Doktorarbeit waren Prozessabläufe und Behandlungspfade in Krankenhäusern. Eversmeyer selbst wollte sich gestern mit Blick auf die Vorstellung bei den Fraktionen und die ausstehende Wahl noch nicht zu seinen kommenden Aufgaben äußern. Er sagte im Gespräch mit dem ST: „Ich habe erfolgreich das Klinikum Osnabrück saniert, arbeite seit 20 Jahren für kommunale Krankenhäuser und die Aufgabe in Solingen finde ich sehr reizvoll.“

+++Erstmeldung vom 13. Mai, 17.45 Uhr+++

Solingen. Das Städtische Klinikum Solingen ist auf der Suche nach einem neuen Geschäftsführer offenbar fündig geworden: Zum 1. August soll Dr. Martin Eversmeyer die kaufmännische Leitung des Hauses übernehmen und einen Fünf-Jahres-Vertrag erhalten. Das ist zumindest das einstimmige Votum einer Findungskommission. Die Personalie wurde am Mittwochnachmittag dem Ältestenrat der Stadt mitgeteilt, der einstimmig zustimmte. Eversmeyer wird sich im Laufe der nächsten Wochen in den Fraktionen vorstellen, am 27. Mai soll über die Personalie in Sondersitzungen entschieden werden.

Martin Eversmeyer war einer von 34 Bewerbern auf die öffentliche Ausschreibung der Geschäftsführerstelle. Der 59-jährige kommt vom Klinikum Osnabrück, dort ist er seit Mai 2017 Sprecher der Geschäftsführung. Zuvor war er seit 2003 Vorstandssprecher des kommunalen Klinikums in Herford.

Weitere Informationen folgen.

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