Lutherjahr

500 Jahre Luther: Jetzt suchen wir Ihre Thesen

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Der Reformator Martin Luther hat ein Beben in der christlichen Welt verursacht. 

Zum Lutherjahr formulieren Prominente und ST-Leser, welche Forderungen und Wünsche sie an Stadt, Gesellschaft oder sich selbst haben.

Von Stefan M. Kob und Thomas Förster

Mit seinen 95 Thesen, die Martin Luther angeblich an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt haben soll, hat der Reformator ein Beben in der christlichen Welt verursacht, das heute – genau 500 Jahre später – noch spürbar ist. In den vergangenen 500 Jahren sind die Themen und Probleme natürlich andere geworden. Doch das Ziel Luthers, sich gegen die geltende Moral und die herrschenden Zustände aufzulehnen und sich für eine bessere, gerechtere Welt und Gesellschaft einzusetzen, ist aktueller denn je.

Heute vermissen mehr und mehr Menschen die Besinnung auf unsere christlichen Wurzeln und Institutionen wie unsere Kirchen, die in den aufgewühlten Zeiten einen moralischen Kompass vorgeben können. Aus guten Gründen gilt in unserem Staat die Religionsfreiheit. Aber heißt das umgekehrt, dass wir aus Gründen der Religionsneutralität auf alle christlichen Bezüge verzichten sollten?

Wie die Diskussion quer durch die Republik geht, zeigt sich beispielsweise daran, dass es etwa in Bayern gang und gäbe ist, in Schulklassen ein Kreuz aufzuhängen, während in anderen Regionen darüber diskutiert wird, ob es noch zeitgemäß ist, von Weihnachtsbeleuchtung und St.-Martins-Feier zu sprechen. Gerade angesichts religiöser Auseinandersetzungen, die zunehmend durch Hass, Mord und Terror geprägt sind, bekommt das Bekenntnis zu unseren christlichen Wurzeln noch eine andere Bedeutung.

„Es wäre also durchaus an der Zeit für neue 95 Thesen.“

Es geht nicht darum zu beweisen, wer der „bessere Gläubige“ ist, oder ob eine Religion der anderen überlegen ist. Auch in den Kirchen in unserem Land gibt es längst eine große Offenheit für die neue religiöse Vielfalt, die in den letzten Jahrzehnten entstanden ist. Aber nur wer auf festem Boden steht, kann die Hand ausstrecken zu demjenigen, der woanders steht. Und nur wo man sich auf gleicher Basis befindet, kann man sich auf Augenhöhe unterhalten. Und über Gemeinsamkeiten und Unterschiede sprechen.

Dabei muss man gar nicht nur an die aktuellen Bedrohungen durch Rassismus, Ausgrenzung einerseits und islamistischem Terror andererseits denken. Der Respekt vor der Meinung des Anderen, dem Geltenlassen von abweichenden Ansichten, gerät in unserer Gesellschaft mehr und mehr unter die Räder. Das genaue Hinhören auf die Ansicht des Anderen, das Abwägen gegensätzlicher Argumente, das Infragestellen eigener Positionen kommt aus der Mode: mit den bekannten furchtbaren Auswirkungen, wenn man die Beschimpfungen und Verunglimpfungen in den sogenannten sozialen Netzwerken verfolgt, die zunehmend ihre Fortsetzung im wirklichen Alltag findet.

Die ersten zehn Thesen und Wünsche

Es wäre also durchaus an der Zeit für neue 95 Thesen. Thesen, die sich damit befassen, was uns heute unsere christlichen Wurzeln bedeuten, unsere Stadtgesellschaft, die Rolle der Kirchen und Institutionen. Welchen Wunsch, welche Forderung würden Sie erheben, wenn Sie an eine bessere Zukunft in unserer Stadt denken?

Sollen wir uns wieder mehr auf unsere christlichen Wurzeln besinnen – und trotzdem diejenigen, die anders oder gar nicht glauben, respektieren? Was müssten die Kirchen tun, um wieder moralischer Kompass zu werden? Was wünscht man sich vom Nachbarn, vom Freund, vom Politiker? Welche Forderung erhebt man womöglich an sich selbst?

Formulieren Sie dies in 300 Zeichen (inklusive Leerzeichen) und schicken Sie uns Ihre These per Mail und senden ihn bis 21.10. an eine der ST-Geschäftsstellen. Wir werden diese an keine Kirchentür nageln, aber auf einer Thesenseite im Tageblatt am 31.10. abdrucken.

redaktion@solinger-tageblatt.de

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