Acht Wochen nach Fertigstellung

Impfzentrum startet in Solingen ohne Probleme

Von 14 bis 20 Uhr wurde gestern im ehemaligen Kaufhof-Gebäude geimpft. Wer den Termin wegen des Wetters nicht wahrnehmen konnte, kann ihn heute nachholen. Foto: Christian Beier
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Von 14 bis 20 Uhr wurde gestern im ehemaligen Kaufhof-Gebäude geimpft. Wer den Termin wegen des Wetters nicht wahrnehmen konnte, kann ihn heute nachholen.

132 Termine waren für den ersten Tag am Montag vergeben worden.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Entspannt saßen Hannelore (86) und Rolf Blasberg (87) am Montag nach ihrer Corona-Schutzimpfung in der ersten Etage des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes. Das Ehepaar gehörte zu den ersten 132 Solinger Senioren, die im Impfzentrum das Biontech-Pfizer-Vakzin verabreicht bekamen. Alles sei problemlos gelaufen, erzählten die Blasbergs. Das gilt offensichtlich auch für den Start des Impfzentrums, das acht Wochen nach seiner Fertigstellung nun den Betrieb aufgenommen hat. Ab Donnerstag sollen dort neben über 80-Jährigen auch ambulante Pflegekräfte und Rettungssanitäter geimpft werden, berichtete Ordnungsamtsleiter Udo Stock, der die Einrichtung koordiniert.

Um den wichtigen Termin nicht zu verpassen, hätten manche bereits anderthalb Stunden früher am Impfzentrum gestanden, berichtete er. Wer den Termin wegen der Witterungsbedingungen nicht wahrnehmen konnte, kann dies am Dienstag nachholen. Das hat das NRW-Gesundheitsministerium am Sonntag festgelegt. „Auch wenn das nur eine Person betreffen sollte: Wir sind da“, stellte Stock am Montag klar. Auch abseits des Wintereinbruchs gebe es für Senioren, die ihren fest vereinbarten Termin nicht wahrnehmen könnten, nun eine Lösung: Sie können über die städtische Hotline Tel. 290-23 00 einen Ersatztermin vereinbaren. „Es wird dabei geprüft, ob tatsächlich ein Termin vorlag. Es kann sich also niemand vordrängeln.“

Solingen: Impfstoff von Astrazeneca geht an Pflegekräfte und Sanitäter

Ein Prozedere sei auch für übriggebliebenen Impfstoff gefunden worden. Überschüssige Dosen vom Biontech-Pfizer-Vakzin sollen an über 80-Jährige gehen, die kurzfristig ins Impfzentrum kommen können. „Wir haben mit dem Ärztenetzwerk Solimed vereinbart, dass die Hausärzte uns Patienten dieser Gruppe melden, die wir dann anrufen können.“ Denn der Impfstoff von Biontech müsse spätestens am nächsten Tag verimpft sein.

Für die 132 Termine waren am Montag zwei Impfstraßen im ehemaligen Kaufhof geöffnet. Neben 28 Mitarbeitern der Stadt Solingen war Personal der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein im Einsatz, darunter vier Ärzte. Zwei Apothekerinnen und eine Pharmazeutisch-technische Assistentin bereiteten den Impfstoff auf und füllten ihn in Spritzen ab. „In der Spritze ist er zwei Stunden haltbar“, erklärte Apothekerin Sylvia Weber-Erz.

Die Impfungen hätten ohne Wartezeit durchgeführt werden können, sagte die leitende Impfärztin Leonie Kochen. Wer einen Termin hatte, musste am Eingang zunächst die Temperatur messen lassen. Danach ging es nach links zur Anmeldung und schließlich weiter zu den Impfkabinen. Pro Stunde würden zehn Impfungen durchgeführt, erklärte Udo Stock.

In dieser Woche bekommt Solingen laut Stock zudem die erste Lieferung des Impfstoffs von Astrazeneca. Da dieser von der Impfkommission beim Robert-Koch-Institut nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlen wird, sollen damit ambulante Pflegekräfte und Rettungskräfte geimpft werden. „Wir haben rund 500 Menschen aus dieser Gruppe angeschrieben, für die wir auch die Terminkoordinierung übernehmen.“ Die 240 ersten Dosen sollen am Donnerstag verabreicht werden. Amtsleiter Stock: „480 weitere am Dienstag und Donnerstag kommender Woche.“ Das Biontech-Pfizer-Vakzin soll künftig nicht mehr an Jüngere unter 65 Jahren gehen.

Hannelore und Rolf Blasberg erhalten in drei Wochen ihre zweite Impfung. „Wir hatten keine Probleme bei der Terminvereinbarung“, berichtete Rolf Blasberg. Er sei am ersten Tag sofort bei der Hotline durchgekommen.

In den Solinger Pflegeheimen haben laut Udo Stock bereits 3000 Bewohner und Pflegekräfte beide Impfungen erhalten.

Termin verpasst

Wer seinen Impftermin wegen des Wetters verpasst hat, kann ihn heute zur gleichen Zeit nachholen. Künftig gilt: Wer über 80 Jahre ist und einen bestätigten Impftermin hat, ihn aber aus wichtigen Gründen nicht wahrnehmen kann, kann über die Hotline Tel. 290-23 00 einen Ersatztermin vereinbaren.

Standpunkt: Transparenz ist wichtig

Von Anja Kriskofski

Der Start der Terminvergabe vor zwei Wochen war ein einziges Chaos. Der Betrieb im Impfzentrum ging hingegen gestern ohne Probleme los. Wer einen Termin ergattert hatte, der ließ sich auch nicht vom Wintereinbruch aufhalten, die ersehnte Impfung in Empfang zu nehmen.

anja.kriskofski@solinger-tageblatt.de

Mit den ersten Lieferungen des Astrazeneca-Wirkstoffs kann mit ambulanten Pflegekräften und Rettungskräften nun eine weitere Gruppe geimpft werden. Doch es geht zäh voran, bislang ist erst ein Bruchteil der Bevölkerung geschützt. Umso wichtiger ist ein transparenter Umgang mit dem ganzen Verfahren. 

Es ist der richtige Weg, mit Hilfe der Hausärzte eine Liste mit impfberechtigten Senioren über 80 zu erstellen, die kurzfristig zum Zug kommen, wenn Impfstoff übrig bleibt. Auch überschüssige Dosen müssen an die vergeben werden, die laut Verordnung zuerst dran sind. Durch den verkorksten Start der Terminvereinbarung und die verspätete Impfstoffbestellung durch EU und Bundesregierung ist Vertrauen verspielt worden. Mit einem reibungslosen Ablauf der Impfungen vor Ort lässt sich das hoffentlich wieder herstellen. Denn das ist der einzige Weg zurück zur Normalität. 

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

An der Kölner Straße geht es hinein: Impfzentrum im Kaufhof ist einsatzbereit

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