Antrag auf Höher-Priorisierung

Erkrankte können sich in Solingen früher impfen lassen

Seit dem 8. Februar wird im Solinger Impfzentrum geimpft. Derzeit ist noch die Gruppe 1 mit „höchster Priorität“ an der Reihe. Mit Attest kann man einen Antrag auf Höher-Priorisierung stellen. Foto: Christian Beier
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Seit dem 8. Februar wird im Solinger Impfzentrum geimpft. Derzeit ist noch die Gruppe 1 mit „höchster Priorität“ an der Reihe. Mit Attest kann man einen Antrag auf Höher-Priorisierung stellen.

Mit einem ärztlichen Attest kann ein Antrag auf eine höhere Priorisierung bei der Stadt gestellt werden.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Der knappe Impfstoff und die damit notwendige Priorisierung der Impfgruppen sorgt weiter für Diskussionen, wer wann geimpft werden kann. Derzeit ist die Gruppe 1 der Über-80-Jährigen mit „höchster Priorität“ dran, ebenso die Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen, die ambulanten Pflegedienste sowie Klinikpersonal mit engem Patientenkontakt.

Wenn bald die nächste Gruppe, zu der Über-70-Jährige gehören, ihre Impftermine ausmachen kann, dann gehören zu dieser Gruppe 2 mit „hoher Priorität“ auch einige Krankheitsbilder, also Menschen, die bei einer Infektion ein hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben. In der Coronavirus-Impfverordnung §3 sind diese Krankheitsbilder definiert – Menschen mit Trisomie 21, Demenz, geistiger Behinderung oder nach Organtransplantation.

Weitere Krankheitsbilder sind unter §4 für die dritte Gruppe mit „erhöhter Priorität“ aufgeführt. „Aber auch Menschen, deren schwere Erkrankung nicht aufgeführt ist, haben jetzt eine Chance auf einen vorgezogenen Impftermin“, erklärt Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU).

Für eine den aufgeführten Krankheitsbildern gleichgestellte Diagnose muss der Betroffene allerdings ein ärztliches Attest vorlegen. Das muss bei der Stadt eingereicht werden und wird dort überprüft. „Notfalls holen wir auch eine medizinische Expertise ein“, skizziert Jan Welzel das strenge Prüfverfahren. „Personen, deren Erkrankung nicht ausdrücklich in der Impfverordnung aufgeführt wird, bei denen aber nach ärztlicher Beurteilung aufgrund der Seltenheit der Erkrankung oder der Schwere keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse zum möglichen Verlauf einer Corona-Infektion vorliegen, aber von einem hohen Risiko für einen schweren Verlauf auszugehen ist, haben solch einen Anspruch auf Einzelfallprüfung“, so die Regelung. Das gilt auch für bis zu zwei Kontaktpersonen bei zu pflegenden erkrankten Personen.

Aber nicht nur Betroffene, deren Erkrankung in der Corona-Impfverordnung gar nicht erwähnt ist, haben eine Chance auf einen vorzeitigen Impftermin. Auch Menschen, deren Krankheit unter § 4 der dritten Gruppe mit „erhöhter Priorität“ zugeteilt ist, also Adipositas, Nieren- oder Lebererkrankungen, HIV-Infektion, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz Krebserkrankungen, COPD, Asthma sowie weitere mehr können in besonderen Fällen einen Antrag stellen, um höher priorisiert zu werden.

„Es sind schon erste Anträge bei der Stadt eingegangen.“

Jan Welzel, Rechtsdezernent

Auch diese Anträge müssen mit ärztlichem Attest an die Stadt gestellt werden, werden dann aber noch zur weiteren Prüfung an die Deutsche Rentenversicherung weitergeleitet, erklärt der Jan Welzel. „Zur Prüfung der Anträge haben wir extra einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes für diese Aufgabe abgestellt“, so der Verwaltungsfachmann.

Diese Regelung, individuelle Anträge mit Attest zu stellen, gilt seit dem 1. März. „Es sind auch schon erste Anträge bei der Stadt eingegangen“, bestätigt der Rechtsdezernent. Die Stadt wird für die Menschen, deren Antrag genehmigt wird, voraussichtlich Ende März ein besonderes Impfangebot machen. Dafür wird die Stadt mit den Personen, die dann auf der Sonderliste priorisiert sind, Kontakt aufnehmen. Anträge mit beigefügtem ärztlichem Attest können Betroffene per Mail an die Stadt senden: impfzentrum-einzelfall@solingen.de

Sonderimpfung der Berufsgruppen

Berufe: Seit dem 1. März ist die Stadt zuständig für die Impftermin-Vergabe für besondere Berufsgruppen, dazu gehören Ärzte, Erzieher, Lehrer von Grund- und Förderschulen und Polizisten.

Impfstoff: Für diese Impfgruppe gibt es für den März ein Sonderkontingent von 6000 Dosen Astrazeneca-Impfstoff.

Termine: Die Berufsgruppen werden von der Stadt über ihre jeweiligen Arbeitgeber eingeladen.

Anmeldung: Wer keine Impfeinladung über den Arbeitgeber bekommt, kann sich telefonisch bei der Stadt melden. Ein schriftlicher Nachweis des Arbeitgebers über die Zugehörigkeit zu der Berufsgruppe muss vorliegen. Tel.: 290-23 00

Infos: www.solingen.de

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Solingen? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Solingen.

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