Camp Moria

Solinger Verein hilft mit Medikamenten auf Lesbos

Medikamente und Sauerstoffgeräte hat Dr. Christoph Zenses (links) in einer Apotheke auf Lesbos gekauft. Foto: Zenses
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Medikamente und Sauerstoffgeräte hat Dr. Christoph Zenses (links) in einer Apotheke auf Lesbos gekauft.
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Der Vorsitzende Dr. Christoph Zenses war zu einem Hilfseinsatz im Camp Moria.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Für die Flüchtlinge im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos geht der Lockdown weiter. Aus Furcht, das Coronavirus könne sich in der völlig überfüllten Zeltstadt ausbreiten, haben die griechischen Behörden eine Ausgangssperre verhängt. Die Geflüchteten dürften das Lager weiterhin nicht verlassen, berichtet Dr. Christoph Zenses. Der Solinger Mediziner und Vorsitzende des Vereins „Solingen hilft“ ist gerade von seinem fünften Hilfseinsatz in Moria zurückgekehrt. Im Gepäck hatte er rund 30 000 Euro Spenden, von denen Medikamente, aber auch drei Sauerstoffgeräte finanziert wurden.

Diese „Respiratoren“ sollen zum Einsatz kommen, falls im Camp Menschen an Covid-19 erkranken und Sauerstoff benötigen, berichtet Zenses. Bevor er in der Medizinstation im Lager arbeiten durfte, musste er selbst zwei Corona-Tests machen lassen – einen in Deutschland, den zweiten in Griechenland. „Vor Ort gibt es eine große Sorge, dass das Coronavirus ins Camp kommen könnte.“ Flüchtlinge, die neu ankommen, müssten deshalb für zwei Wochen in andere Lager in Quarantäne.

„Solingen hilft“ ist laut Zenses mittlerweile der größte Spender in Camp Moria. Der Mediziner ist dankbar, dass auch in der Corona-Krise weiter gespendet wird. Vor allem von Solingern, inzwischen aber auch von Spendern aus ganz Deutschland. Mit dem Geld werden nicht nur Medikamente, sondern auch ein Programm für frisches Trinkwasser finanziert. Der Verein unterstützt zudem den Aufbau der Campschule, nachdem die alte abgebrannt war.

Auf Zenses’ Arbeit auf Lesbos sind nicht nur viele Medien aufmerksam geworden: Während seines Aufenthalts in der vergangenen Woche habe Joachim Stamp ihn auf dem Handy angerufen, erzählt er. Der NRW-Minister für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (FDP) habe Unterstützung zugesagt.

„Frauen trauen sich nicht, nachts auf die Toilette zu gehen.“
Dr. Christoph Zenses

Seit Zenses’ letzten Besuch im Februar ist das Camp weiter gewachsen. Nach offiziellen Angaben leben 16 000 Menschen dort. Ins Lagerhospital kämen Menschen mit Schmerzen in jeder Form, erzählt er. „Frauen leiden an Harnverhalt und Infekten, weil sie sich nachts nicht auf die Toilette trauen.“ Auch Krätze tritt in der Enge des Lagers oft auf.

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