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Homeoffice: Voll verpennt? Kein Problem

Seit März sitze ich im Homeoffice - frischer Kaffee inklusive. Casual friday ist seitdem jeden Tag.
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Seit März sitze ich im Homeoffice - frischer Kaffee inklusive. Casual friday ist seitdem jeden Tag.

Das Arbeiten aus den eigenen vier Wänden heraus hat viele Vorteile. Doch beizeiten überwiegt die Sehnsucht.

Als mich der Wecker um 7.45 Uhr (zum dritten Mal) aus dem Halbschlaf reißt, der erste Schock des Morgens: Um 8 Uhr beginnt meine Schicht in der Onlineredaktion – voll verpennt. Ach nein, doch nicht. Schließlich sind es bis zu meinem Arbeitsplatz neuerdings nur noch sieben Schritte. Zähneputzend schaue ich dem Laptop beim Hochfahren zu. "Bitte keine Updates", hoffe ich, "bin eh schon spät dran." Während der Kaffee durchläuft, schicke ich vom Handy schon mal ein "Moin, moin!" in die Redaktions-Chatgruppe, um meine Anwesenheit zu signalisieren. 7.58 Uhr: Jetzt wird es knapp. Schnell starte ich alle Programme und lasse mich in den durch diverse Kissen zum Bürosessel umfunktionierten Küchenstuhl fallen. Geschafft!

Nicht geschafft habe ich es, mich anzuziehen und Haare zu kämmen. Auf die Schminkroutine verzichte ich ohnehin seit Wochen. Halbwegs verwahrlost aussehend trete ich zum Dienst an, sieht ja keiner. Obwohl: War da nicht heute eine Videokonferenz?

Homeoffice: Frostbeulen sind zuhause gut aufgehoben

Um 10 Uhr verspüre ich den starken Drang nach einem weiteren Kaffee. Der ist hier ziemlich gut. "Will noch jemand einen...?", möchte ich aus Reflex rufen. Doch niemand wird mir antworten. Keine Kollegen, kein Kaffeeplausch. Immerhin isst mir hier keiner meine Kekse weg. Ich schaue auf die bereits halbleere Packung. Besser wäre es aber, denke ich, und nehme mir vor, in der Mittagspause eine kleine Sporteinheit auf dem Wohnzimmerfußboden zu absolvieren.

Die Hektik des Morgens ist vorüber. Es ist ruhig. Zu ruhig. Um den Lärmpegel der Redaktion zu simulieren, schalte ich den Radiostream ein und lasse die Waschmaschine laufen. Die Heizung drehe ich voll auf. Ein Manöver, für das man als Frostbeule in der Redaktion schon mal ein Augenrollen kassiert. Doch irgendwie vermisse ich sogar die Frischluftfanatiker, die meinen, elf Grad Celsius seien eine angenehme Raumtemperatur.

Homeoffice: Die Arbeit bleibt die gleiche – die Umstände sind es nicht

Gegen 12.30 Uhr steht die Mittagspause an. Anstatt mich beim Fastfood-Laden schräg gegenüber zu versorgen, schnibbel ich Gemüse – voll gesund. "Dann braucht es die Sporteinheit eigentlich nicht", belüge ich mich selbst und verschiebe die Aktivität auf den nächsten Tag. Der Rest des Tages dümpelt dahin, alle Aufgaben werden erledigt. Ob ich produktiver war als unter normalen Bedingungen vermag ich nicht zu sagen. Die Arbeit bleibt die gleiche. Die Umstände sind es nicht. Ich gebe es zu: Ich vermisse den Automatenkaffee und die temporären Erfrierungserscheinungen. Immerhin treffen sich ein paar Kollegen noch auf ein Feierabendbier. Im Videochat. Morgen stehe ich auf jeden Fall früher auf. sk

Wie erleben andere Menschen die Zeit im Homeoffice? 

Als Schulen und Kitas geschlossen wurden, mussten plötzlich tausende Solinger arbeiten und ihre Kinder versorgen. Solinger Eltern berichten von ihren Erlebnissen.

Unser Kollege Gunnar Freudenberg schreibt jede Woche seine Kolumne "Mein Leben als Papa". Auch er sitzt seit geraumer Zeit im Homeoffice fest. Und seine Söhne wurden zu Kollegen.

Ihr wollt mehr aus unserem Blog? Könnt ihr haben. Hier gibt´s eine Übersicht aller Blog-Artikel unserer Online-Autoren.

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