Historisches Foto

Wo ist diese Aufnahme entstanden?

Das historische Foto bleibt auch in dieser Woche kulinarisch. Erkennen Sie, wo die Aufnahme entstanden ist? Kleiner Tipp: Eröffnung feierte das Restaurant am 2. Oktober 1969. Senden Sie uns Ihre Erinnerungen bis Donnerstag, 19. Januar, per E-Mail mit dem Betreff „Historisches Foto“ zu. redaktion@solinger-tageblatt.de
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Das historische Foto bleibt auch in dieser Woche kulinarisch.

Das historische Foto der vergangenen Woche zeigte die Konditorei Kersting.

Von Manuel Böhnke

Das aktuelle historische Foto bleibt auch in dieser Woche kulinarisch. Erkennen Sie, wo die Aufnahme entstanden ist? Kleiner Tipp: Eröffnung feierte das Restaurant am 2. Oktober 1969. Senden Sie uns Ihre Erinnerungen bis Donnerstag, 19. Januar, per E-Mail mit dem Betreff „Historisches Foto“ zu. redaktion@solinger-tageblatt.de

Ein Café-Besuch gehörte für Bernhard Erkelenz nach erledigten Einkäufen in der Innenstadt dazu. Wenngleich die Wahl dabei meist auf Kramer am Fronhof, den Favoriten seiner Großmutter, fiel, erkannte der ST-Leser, was das historische Foto der vergangenen Woche zeigte: Werbung des Café Kersting an der Kölner Straße. Auch auf Facebook konnten viele Solinger die Aufnahme korrekt verorten.

Für Backwaren, Torten und feine Kuchen ist das Café Kersting seit Jahrzehnten bekannt.

In den vergangenen Wochen stand die Gaststätte im Fokus: Seit dem Jahreswechsel hat das Traditionslokal geschlossen, der Bäckereiverkauf soll noch bis Ende Januar laufen. Damit verschwindet eine Adresse aus der Innenstadt, die seit beinahe 100 Jahren für Leckereien steht. Die Geschichte des Betriebs haben Dr. Beate Battenfeld und Ute Koch-Reher in ihrem Buch „125 Jahre Cafés in Solingen-Mitte“ recherchiert.

Sie beginnt im Grunde bereits 1887. In diesem Jahr kam Adolf Heinrich Kersting im Kreis Coesfeld zur Welt. Den Konditor verschlug es ins Bergische, wo er seine spätere Ehefrau Helene Steinebach kennenlernte. Kersting zog zu ihr in die Kölner Straße 102 und gründete dort am 1. Februar 1927 eine Konditorei.

Seit Mitte der 1930er Jahre versuchte er, die Konzession zum Betrieb einer Kaffeestube zu erlangen. Das Vorhaben scheiterte immer wieder, unter anderem wegen eigentumsrechtlicher Fragen und zu großer Konkurrenz in der Nähe. 20 Gaststätten und sechs Kaffeebetriebe gab es Battenfeld und Koch-Reher zufolge seinerzeit im Umfeld.

Noch bis Ende Januar läuft der Bäckereiverkauf an der Kölner Straße – das Café hat bereits geschlossen.

Anfang 1942 hatte Adolf Heinrich Kersting Erfolg: Er erhielt eine Ausschankerlaubnis für alkoholfreie Getränke – allerdings auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Er ließ sich auf einen Grundstückstausch mit der Stadt ein, die das bisherige Haus abreißen wollte, um die Kölner Straße auszubauen. Die neue Adresse des Café Kersting nach Umbenennung durch die Nationalsozialisten: Straße der SA 29-31, ehemals Kölner Straße 103.

Inhaber gibt Gastronomiebetrieb an seinen Namensvetter weiter

Das Glück wehrte nur kurz. Bei den Bombenangriffen im November 1944 wurde die Immobilie vollständig zerstört. Zwei Jahre später wagte das Ehepaar Kersting einen Neuanfang an der Peter-Knecht-Straße, ehe im Mai 1953 an der Kölner Straße 92 das heutige Wohn- und Geschäftshaus fertiggestellt wurde.

Noch im selben Jahr übergaben die Inhaber ihr Geschäft an Konditormeister Vitus Kersting und seine Frau Anna Marie, genannt Änne. Kurios: Trotz identischen Nachnamens bestehen zwischen den Familien keine verwandtschaftlichen Beziehungen.

Noch mehr historische Fotos

1972 legte Vitus Kersting das stadtbekannte Café in Ralf Puchweins Hände. Seit 1959 war er Backstubenleiter an der Kölner Straße, seine Frau Anneliese im Service tätig. Als sich das Paar 1992 zurückzog, übernahmen Sohn Randolf mit Frau Ute das Ruder. Nach dem Tod des Inhabers im Jahr 2015 begann das letzte Kapitel der Gaststätte: Sebastian und Sandra Wadulla, die Ende der 1990er Jahre ihre Konditorlehre im Café Kersting begannen, führten die Geschäfte weiter. In diesen Tagen endet die Geschichte. Doch die Backwaren, Torten, Pralinen und feinen Kuchen aus dem Hause Kersting werden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Geschichte des Café Kersting ist im Buch „125 Jahre Cafés in Solingen Mitte“ (ISBN 978-3-925626-49-4) nachzulesen. Das Werk enthält Informationen über zahlreiche Gastronomiebetriebe in der Innenstadt. Es ist unter anderem bei „Bergisch Bestes“ erhältlich.

www.bergisch-bestes.de

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