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In der Malstation nehmen Träume Form an

Vera Boden (vorne) und ihre Mitpatienten Ulrike und Conny (hinten) sind dankbar über das Angebot der Malstation von Dr. Hans Ulrich Giesen (r.) und Carsten Weck.
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Vera Boden (vorne) und ihre Mitpatienten Ulrike und Conny (hinten) sind dankbar über das Angebot der Malstation von Dr. Hans Ulrich Giesen (r.) und Carsten Weck.

St. Lukas Klinik: Krebspatienten verdrängen Pinselstrich für Pinselstrich ihre Sorgen.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Seit zehn Jahren malt Vera Boden in der Malstation der St. Lukas Klinik in Ohligs. So lange ist es her, dass sie in der Onkologischen Ambulanz von Künstler Carsten Steffens angesprochen wurde, ob sie nicht Lust hätte, mit ihm zu malen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Heidi Pütz ließ sie sich auf das Projekt ein, wenn auch mit Skepsis. „Ich konnte noch nie malen“, sagt sie, schmunzelt und findet, dass sich das in den vergangenen zehn Jahren nicht geändert habe.

Geändert aber hat sich in dieser Zeit ihre innere Einstellung dazu. „Es macht Freude, es tut mir gut“, sagt sie nachdrücklich und fröhlich. Nicht zuletzt durch die Gesellschaft anderer onkologischer Langzeitpatienten, die einmal die Woche in der Malstation im ehemaligen Kindergartengebäude zusammenkommen. Aber auch, „weil Malen das Gehirn dermaßen fordert, dass man währenddessen komplett in das Tun eintaucht und Sorgen im positiven Sinne verdrängt werden“, sagt Projektleiter Carsten Weck.

„Kunst ist ein starker Verbündeter“ , sagt auch Dr. Hans Ulrich Giesen, Chefarzt der Anästhesie, Intensiv-, Schmerz- und Palliativmedizin. „Seelische Stabilität ist enorm wichtig im Bestreben, eine onkologische Erkrankung möglichst lange händeln zu können“.

Viele Patienten sind zunächst zurückhaltend

Deshalb stehe er voll hinter der Malstation – die im Übrigen einen Ableger bekommen hat. Mit dem „Mal-Box-Mobil“ erreicht Carsten Weck auch Patienten, die stationär bleiben müssen. „Viele sind zunächst zurückhaltend und lassen sich aber dann doch auf einen Versuch ein, auf diese Weise kreativ zu sein“, berichtet er.

Was gemalt werde, sei völlig unterschiedlich. Oftmals male sozusagen das Unterbewusstsein, ergänzt Dr. Giesen. Ängste, Gedanken zur Erkrankung, Träume, Hoffnungen oder Ähnliches der Patienten nähmen via Farben, Pinsel und Leinwand konkrete Formen an. „Nicht unbedingt gegenständlich, aber eindringlich.“

Carsten Weck malt auch mit an Demenz erkrankten Patienten

Carsten Weck gebe manchmal Anregungen, bestätigte Vera Boden. „Aber gefragt ist seine Kompetenz weniger bei der Motivauswahl, sondern eher bei handwerklichem Wissen wie zum Beispiel zur Raumaufteilung auf dem Bild oder Ähnlichem.“ Angehörige von auf der Palliativstation verstorbenen Menschen seien schon oft sehr dankbar gewesen für diesen indirekten Einblick in das Seelenleben ihres Liebsten, das ihnen als Vermächtnis und Erinnerung bleibt, sagt Weck, der auch mit an Demenz erkrankten Patienten in der Geriatrie malt.

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