Echte Tierliebe

Naturfreunde bauen Zaun für gefährdete Kröten bei der Wanderung

Renate Bender (l.) und Daniela Hoeboer waren am Sonntag voll in Aktion. Die Anwohner in Theegarten bauten einen Zaun für die Krötenwanderung, die nach dem Frost beginnen wird. Hündin Isolde bewachte die Arbeiten aufmerksam. Foto: Christian Beier
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Renate Bender (l.) und Daniela Hoeboer waren am Sonntag voll in Aktion. Die Anwohner in Theegarten bauten einen Zaun für die Krötenwanderung, die nach dem Frost beginnen wird. Hündin Isolde bewachte die Arbeiten aufmerksam.

Am vergangenen Sonntagmorgen trafen sich Anwohner der Solinger Hofschaft Theegarten zu einer besonderen Naturschutzaktion in Zusammenarbeit mit der Stadt.

Von Wolfgang Günther

Solingen. „Unser schönes Stadtviertel liegt mitten in der Natur und ist nur durch eine kurze, umlaufende Straße zu erreichen“, schildert Daniela Hoeboer die idyllische Lage der Hofschaft, unterhalb des imposanten Aussichtspunktes „Theegartener Kopf“.

Trotzdem werden dort immer wieder Kröten und Frösche auf der Straße überfahren. Die Lage ist überaus kritisch. Mit einem Krötenzaun wird jetzt geholfen. Zusätzlich macht den Tieren die Salamander-Pest zu schaffen, die inzwischen auch Solingen erreicht hat, und der nicht nur Feuersalamander zum Opfer fallen.

„Alle Menschen hier in Theegarten haben einen ausgeprägten Hang zur Natur.“

Renate Bender, Naturschützerin

„Jetzt leben die Amphibien noch in ihrem warmen und feuchten Winterunterschlupf, und machen eine Art Winterschlaf. Aber sobald es Plustemperaturen gibt, machen sie sich auf den Weg zu ihrem Laichgewässer“, erklärt Michael Hoeboer, der sich mit seiner Frau Daniela aktiv beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) engagiert.

An den ausgedehnten Hängen herunter zum Papiermühlenbach leben Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Teichmolche, dort herrscht für die Tiere eine wichtige Grundfeuchte, aber ihr Bestand ist gefährdet. „Alle Menschen hier in Theegarten haben einen ausgeprägten Hang zur Natur“, sagt Renate Bender, auch sie half beim Aufbau des Zauns für die Krötenwanderung mit. So kamen noch weitere Anwohner hinzu, als sich am Sonntag die kleine Gruppe an die Arbeit machte. Von der Stadt waren Krötenzäune angeliefert worden, die erstmal auf einer Strecke von 50 Metern aufgestellt wurden, weitere Zäune werden für den nächsten Abschnitt folgen.

Die Menschen in Theegarten helfen mit ihrem Einsatz nicht nur den Tieren, sondern auch der Stadt, denn viele Krötenzäune werden bald in Solingen aufgebaut. Da kommt der Einsatz der freiwilligen Helfer im Stadtteil gerade recht. Auch mit der Unteren Landschaftsbehörde wird in Theegarten gut zusammen gearbeitet.

Wichtig beim Aufbau war neben der sicheren Befestigung auf dem Boden, eine zusätzliche Beschwerung der Zäune, damit die Tiere nicht ausbrechen können, und doch noch unter die Räder kommen.

Besonders anstrengend war am Sonntag bei dem gefrorenen Boden das Ausheben einer Grube für jene Eimer, die im Abstand von etwa fünf Metern stehen, und in die sich die Amphibien auf dem Weg zum Laichen sammeln sollen. „Diese Eimer müssen auf gleicher Höhe mit dem Weg der Kröten eingebuddelt sein, wir werden sie zweimal am Tag aufsuchen, und die Tiere in das in Gemeinschaftsarbeit angelegte spezielle Laichgewässer auf einem Grundstück in unserem Stadtteil bringen, das aber leider auf der anderen Straßenseite liegt“, erläutert Daniela Hoeboer die Arbeit für den dringend benötigten, sicheren Weg der Amphibien.

Vor einem Jahr starb der Dokumentarfilmer und Tierliebhaber in seiner Wahlheimat Witzhelden. „Im Wald der Luchse“ ist der letzte Film, den der bekannte Dokumentarfilmer Sigurd Tesche vor seinem Tod noch selbst beenden konnte. Nun ist der Film mit einem Preis ausgezeichnet worden.

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