Aufmerksamkeit in überregionalen Medien

Ungewöhnliche Veranstaltung: In Burg gibt es Weihnachten im Mai

Die weihnachtliche Bläsergruppe „Göt net“ kam aus Venray in den Niederlanden.
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Die weihnachtliche Bläsergruppe „Göt net“ kam aus Venray in den Niederlanden.

Die Veranstaltung vom 20. bis zum 22. Mai ist ein kleiner Ersatz für Händler angesichts vieler abgesagter Feste.

Von Andreas Römer

Solingen. Weihnachten im Mai – gibt’s nicht! Gibt’s doch! Und zwar in Solingen. Alleine die Ankündigung hatte für einige Aufmerksamkeit auch in überregionalen Medien gesorgt. Oberhalb von Schloss Burg auf dem Sportplatz an der Talsperrenstraße haben Organisator Helmut Steinbock und der Schlossbauverein tatsächlich einen Weihnachtsmarkt aufgebaut. „Wir als Händler brauchen dringend Feste“, sagte Steinbock. Er selbst sieht mit seinen weißen Haaren und dem weißen Vollbart selbst ein bisschen wie der Weihnachtsmann aus. Den wollte er aber auf dem Markt gar nicht sehen. „Hier kommen ja die Kinder – und ein Weihnachtsmann im Sommer geht gar nicht. Weihnachten ist immer noch Weihnachten.“

Auch die rund 100 Tannenbäume haben als Schmuck maximal eine Weihnachtsmütze auf der Spitze. Übertreiben wollte Steinbock es eben auch nicht. Außerdem kommen die Bäume gleich am Montag ins Elefantenhaus im Wuppertaler Zoo und dann darf da auf keinen Fall etwas dran sein.

Aber sonst findet man vieles, was man auf einem Weihnachtsmarkt erwartet: Kettenkarussell, Schlittschuh- und Eisstockschießbahn – auf Kunststoffplatten statt auf Eis – Glühweinstand, gebrannte Mandeln, Waffeln oder Bratwurst. Daneben jede Menge Verkaufsstände mit Marmeladen oder Likören, mit Tüchern, handgefertigten Lampen, Schmuck, Taschen, Deko-Artikeln, Holzfiguren und tatsächlich auch Weihnachtstassen. Ein Schild weist darauf hin: noch 217 Tage bis Weihnachten.

Der Weihnachtsmarkt im Mai konnte erst Samstag starten, da wegen des Unwetters der Freitag abgesagt werden musste. „Die Sicherheit unserer Kunden und Besucher geht immer vor“, sagte Helmut Steinbock, auch wenn es natürlich ein Tag weniger Umsatz war, den die Händler so dringend brauchen. Dafür war es am Samstag gut besucht, ohne nervig voll zu sein. Das Gedränge, wie wir es von vielen Weihnachtsmärkten im Dezember kennen, gab es nicht.

Glühwein gab es auchin der kalten Variante

Die meisten Besucher fanden es am Samstag großartig, dass sie so etwas erleben können. Da schmeckte auch der Glühwein – man konnte ja auch auf die kalte Variante ausweichen. Einige waren sich nicht so ganz darüber im Klaren, was sie davon halten sollen. Da war die Band aus den Niederlanden, die im Weihnachtsmannkostüm spielte – aber keine Weihnachtslieder. Vom Kettenkarussell dagegen dröhnte „let it snow“ – was im Mai bei 18 Grad schon ein bisschen schräg klang.

65 Händler sind dem Ruf der Organisatoren gefolgt und präsentieren sich auf dem Weihnachtsmarkt im Mai. Nicht alle sind nur glücklich. Zwar freuen sie sich über die Chance, mal wieder etwas verkaufen zu können, schließlich seien so viele Veranstaltungen in den letzten Jahren ausgefallen. Aber man hätte das lieber auf Schloss Burg gemacht, dort wäre die Atmosphäre sicher noch besser gewesen. Dann sei der Termin parallel zum Dürpelfest auch nicht der beste, weil man sich gegenseitig Kunden wegnehme, und schließlich war wohl auch nicht jedem klar, dass die Besucher, um überhaupt an den Stand kommen zu können, am Eingang 10 Euro Eintritt berappen müssen. Der eine oder andere war dazu auch nicht bereit und ist unverrichteter Dinge wieder abgezogen.

Trösten konnten sich die Händler aber mit den Hardcore-Weihnachtsmarktfans. Kai mit Frau Sabine sowie die Freundinnen Sandra und Melanie waren mit Weihnachtsbaumhüten, Weihnachtsmützen und großen Weihnachtsbrillen eigens aus dem Ruhrgebiet angereist, um das echte Weihnachtsmarktgefühl mit Glühwein zu erleben.

Verkehrslage

Hin- und Rückweg zum und vom Weihnachtsmarkt waren nicht gut ausgeschildert. Viele, die sich über die Straßen von der Burg zu Fuß aufgemacht hatten, suchten einen kürzeren Weg zurück. Autos konnten die Talsperrenstraße nicht zurückfahren, da diese Einbahnstraße war, ihnen fehlte die Beschilderung für den Rückweg.

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