Wohnatlas

Immobilienpreise steigen in Solingen rekordverdächtig

Ohligs ist bei Wohnungssuchenden aus der Region derzeit beliebt. Aber nicht nur in diesem Stadtteil steigen die Immobilienpreise. Archivfoto: Uli Preuss
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Ohligs ist bei Wohnungssuchenden aus der Region derzeit beliebt. Aber nicht nur in diesem Stadtteil steigen die Immobilienpreise.

Im Wohnatlas der Postbank belegt Solingen NRW-weit den ersten Platz. Stadt ist als Wohnort gefragt.

Von Andreas Tews

Beim Anstieg der Immobilienpreise belegt Solingen in Nordrhein-Westfalen den ersten Platz. Das geht aus den Zahlen hervor, die die Postbank jetzt in ihrem „Wohnatlas 2019“ veröffentlicht hat. Als Maßstab dienen dabei unter anderem die Preise, die beim Verkauf von Eigentumswohnungen erzielt wurden. Die stiegen laut Wohnatlas im vergangenen Jahr in Solingen um 15,5 Prozent. Der Rheinisch-Bergische Kreis (12 Prozent) sowie die Nachbarstädte Remscheid und Wuppertal (jeweils 8 Prozent) verzeichnen geringere Preissteigerungen.

Einen Wohnatlas legt die Postbank jedes Jahr vor. Für das aktuelle Zahlenwerk haben Experten nach Angaben des Unternehmens bundesweit die Preisentwicklung in 401 Städten und Landkreisen beobachtet. Bis auf wenige Ausnahmen seien die Preise in allen Regionen gestiegen, berichtet Postbank-Sprecher Ralf Palm. Dieser Trend sei ungebrochen.

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Zudem weist er darauf hin, dass sich die Werte auf bestehende Immobilien beziehen. Bundesweiter Spitzenreiter bei den Preissteigerungen ist in dieser Statistik Suhl (Thüringen) mit einem Plus von 48 Prozent. Die folgenden Plätze belegen Kronach (Bayern) mit knapp 42 und der Kyffhäuserkreis (Thüringen) mit 41 Prozent. In der deutschlandweiten Rangliste liegt Solingen auf dem 36. Rang.

Im Rathaus bewertet man die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt grundsätzlich positiv. Die Preissteigerungen seien ein Beleg dafür, dass Solingen als Wohnort gefragt sei, erklärt Sprecher Thomas Kraft. Angesichts der aktuellen Steigerungsraten könne von einer Explosion der Preise aber keine Rede sein. Kraft: „Im Vergleich zu den meisten Nachbarstädten ist das Niveau der Immobilienpreise in Solingen noch als moderat zu bezeichnen. Der Wohnraum in Solingen gilt im Durchschnitt nach wie vor als bezahlbar.“

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Zudem habe der mit unabhängigen Experten besetzte kommunale Gutachterausschuss für Grundstückswerte keine Preissteigerung um 15,5 Prozent beobachtet. Der habe bei Bestands-Eigentumswohnungen eine Verteuerung um durchschnittlich 10 Prozent festgestellt. Bei unbebauten Grundstückverkäufen hätten die Verkäufer bis zu 7 Prozent mehr erzielt. Der neue Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses erscheint laut Kraft „in Kürze“.

IMMOBILIENPREISE

BUNDESWEIT Bei den Immobilienpreisen beobachten Experten seit Jahren ein Süd-Nord-Gefälle. Die höchsten Preise werden laut Wohnatlas der Postbank in München, Frankfurt/Main und Hamburg erzielt. Die größten Steigerungen wurden in Suhl, Kronach und im Kyffhäuserkreis beobachtet.

NRW Solingen hat in NRW die höchste Steigerungsrate – gefolgt vom Kreis Paderborn (12,5 Prozent) und dem Rheinisch-Bergischen Kreis.

Bei der Stadt gehe man das Thema Wohnbau strategisch an, berichtet Kraft. Das Handlungskonzept Wohnen sei kurz vor der Verabschiedung durch den Stadtrat. Darüber hinaus stünden bereits jetzt mehr als 50 Hektar als potenzielles Wohnbauland zur Verfügung. Jetzt gehe es darum, Eigentümer und Investoren zusammenzubringen, um die Bedürfnisse des Marktes besser abzudecken.

CDU hat etliche Fragen zum Handlungskonzept Wohnen

Kritik an dem Entwurf für das Handlungskonzept äußerte CDU-Ratsfraktionschef Carsten Voigt. Vor einem Beschluss im Rat seien noch viele offene Fragen zu klären. Aus dem Entwurf gehe nicht hervor, welche Fachplanungen von dem Konzept betroffen seien, und welche Auswirkungen es auf den neuen Flächennutzungsplan habe. Zudem fehlen laut Voigt nähere Informationen zum Aufbau der geplanten Baulücken- und Wohnbaulandkataster. Gleiches gelte für die im Konzept angeführte Beobachtung der Wohnbaulandentwicklung durch die Stadtverwaltung. Mit ihrer offiziellen Anfrage an das Rathaus will die CDU unter anderem in Erfahrung bringen, mit welchen Kosten dies verbunden wäre.

Voigt sieht in dem Handlungskonzept eine Richtschnur für die Planungspolitik der kommenden Jahre. Darum stimme die CDU erst zu, wenn alle Fragen beantwortet seien.

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