Prozess

Angeklagter fiel immer wieder wegen Diebstahl und Gewalt auf

Prozess im Landgericht Wuppertal.
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Ein in Solingen polizeibekannter 42-Jähriger steht in Wuppertal vor Gericht.

Richter prüfen Zwangseinweisung.

Von Dirk Lotze

Solingen. Ein 42 Jahre alter Angeklagter war bei der Solinger Polizei über Jahre mit Phasen von Diebstählen und Gewalt bekannt, dazu mit Versuchen, Diebesbeute los zu schlagen. Das berichtete ein Beamter als Zeuge vor dem Landgericht in Wuppertal. Den Richterinnen und Richtern sagte er über den Angeklagten: „Es gab immer wieder Schwierigkeiten. Dann war er mehrmals pro Woche in suspekten Situationen.“ Eine Umschreibung für Begebenheiten, bei denen Handys und Laptops aus Arztpraxen und Läden verschwanden, oder mit Gewalt und Drohungen.

Hintergrund des im August begonnenen Prozesses ist eine schwere psychische Erkrankung, unter der der 42-Jährige leiden soll. Das Landgericht muss 22 Anklagepunkte aufklären – von einer möglichen Messerdrohung gegen einen Mitarbeiter der städtischen Notschlafstelle im Sommer 2020 bis zum Diebstahl eines Akkus aus einem Supermarkt am Hauptbahnhof diesen März. Bei möglicher verminderter oder aufgehobener Schuldfähigkeit eines Angeklagten müssen die Richterinnen und Richter eine zwangsweise Einweisung in eine psychiatrische Klinik prüfen - zum Schutz der Allgemeinheit. Neben den Richterinnen und Richtern verfolgt ein Gerichtspsychiater die Verhandlung und alle Zeugenaussagen. Sein Gutachten wird später wesentlich Einfluss auf das Urteil nehmen.

Angeklagter bestreitet einen Teil der Vorwürfe

Eine Zeugin berichtete, sie sei Kundin in einem Computerladen gewesen, als dort der Verlust eines Laptops auffiel: „Ich habe gesagt: Da ist gerade einer mit einem Gerät raus gegangen.“ Der Computer war binnen Minuten wieder gefunden: Der Angeklagte hatte ihn in einem An- und Verkaufladen „um die Ecke“ angeboten. Erfolglos, weil er kein Ladekabel besaß und der Ankäufer Verdacht schöpfte. Der Angeklagte bestreitet einen Teil der Vorwürfe. Einige der Begebenheiten sollen sich im Einzelnen anders zugetragen haben. Nach Aussage des Polizisten soll der Mann bereits Ende 2021 „schwer gezeichnet von Medikamenteneinnahme und Krankheit“ gewesen sein.

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