Trend zu mehr Kartenzahlung

Immer weniger haben coronabedingt Bargeld bei sich

Ein Drittel der Deutschen trägt weniger Bargeld bei sich als vor der Pandemie.
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Ein Drittel der Deutschen trägt weniger Bargeld bei sich als vor der Pandemie.

Kartenzahlung ist für den Handel nicht immer von Vorteil.

Von Miriam Karout und Jonas Meister

Laut einer Umfrage des Online-Transaktionsanbieters Paypal trägt rund ein Drittel der Deutschen weniger Bargeld bei sich als vor der Pandemie. Vor allem junge Menschen erwarten bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten, wenn sie im Laden einkaufen. Dieses Ergebnis bestätigt eine Ibi-Studie von August 2021. Demnach nutzten 54 Prozent der Konsumenten vor der Pandemie hauptsächlich Bargeld im stationären Handel. Während der Pandemie sank die Nutzung von Bargeld auf 34 Prozent, die Girocard konnte von 33 auf 46 Prozent zulegen. Auch nach der Pandemie wird das Bargeld wohl nicht mehr auf dem ersten Platz der Zahlungsverfahren im stationären Handel liegen. Am stärksten haben junge Erwachsene auf Bargeld verzichtet.

Diese Entwicklung ist für den Einzelhandel nicht immer von Vorteil. „Gerade bei kleinen Beträgen ist es wirtschaftlich nicht darstellbar“, erklärt Dr. Daria Stottrop. Sie leitet den Bereich Handel der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Auch bei kleinen Beträgen werden Kosten fällig. Deshalb bieten viele Läden eine Kartenzahlung zum Beispiel erst ab zehn Euro an. Wer auch bei Kleinstbeträgen eine Kartenzahlung ermöglicht, macht dies meist als Dienst für den Kunden.

Noch immer schätzen viele die Anonymität des Bargelds

Manche Gastronomen nehmen ausschließlich Bargeld. Ein Hintergrund ist neben Kosten für Kleinstbeträgen auch das Trinkgeld. „Bargeldlose Zahlungen sind durchaus ein Vorteil für Gastronomen, da sie selbst nicht mehr so viel Bargeld im Haus haben müssen. Auf der anderen Seite bleibt hier aber auch das Servicepersonal auf der Strecke, weil die Gäste eben nicht mehr sagen können: ‚Stimmt so‘ oder nach Kleingeld suchen, wenn sie nur die EC-Karte oder das Smartphone zücken müssen“, berichtet Isabel Hausmann. Sie ist als stellvertretende Geschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Nordrhein für das Bergische Land zuständig. Eine gewisse Bargeldliebe gebe es in Deutschland schon noch, meint IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Diesen Eindruck bestätigt Daria Stottrop: „Es gibt immer noch ganz viele Menschen, die bar bezahlen möchten. Und je nach Produkt und Waren eine gewisse Anonymität damit verbinden, beziehungsweise Nicht-Verfolgbarkeit.“ Das habe etwas Freies.

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