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Immer mehr Solinger Suchtkranke suchen Hilfe

Willi Klapper, Vorsitzender des Blauen Kreuzes Solingen, hilft Menschen mit Suchterkrankungen. Archivfoto: Christian Beier
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Willi Klapper, Vorsitzender des Blauen Kreuzes Solingen, hilft Menschen mit Suchterkrankungen.

Das Blaue Kreuz hilft auch in der Pandemie.

Von Moritz Jonas

Solingen. Wohl kaum einer glaubt, selbst einmal zum Alkoholiker werden zu können, denn Alkohol wird oft als reines Genussmittel gesehen. Allerdings ist der Weg vom Genuss- zum Suchtmittel häufig ein schleichender. Zurzeit ist der Griff zur Flasche aus Mangel an Alternativen oft schnell getan. Ist man einmal in die Sucht abgerutscht, fällt es vielen zunächst schwer, um Hilfe zu bitten und vor allem die Krankheit zu akzeptieren.

Um den Weg aus der Sucht leichter bestreiten zu können, gibt es das Blaue Kreuz. Der Verein existiert in Solingen nun schon seit mehr als 100 Jahren. Seit 1902 betreut das Blaue Kreuz Menschen, die an einer Suchterkrankung leiden. Zumeist sind sie alkoholabhängig.

Auf der Basis der Selbsthilfe soll den Menschen zurück in ein gefestigtes Leben geholfen werden. Allerdings können die für den Überwindungsprozess wichtigen Selbsthilfegruppen im Moment nicht stattfinden. „Normalerweise bieten wir fünf Selbsthilfegruppen in der ganzen Stadt an, aber das ist ja zurzeit leider nicht möglich“, sagt Willi Klapper, 1. Vorsitzender des Blauen Kreuzes in Solingen.

Doch obwohl der wichtigste Teil in der Interaktion mit den Suchtkranken zurzeit fehlt, wird versucht, die Betreuung so gut wie möglich aufrecht zu halten. Klapper sei jederzeit telefonisch oder per Mail zu erreichen, egal zu welcher Stunde: „Für mich gibt es keine festen Zeiten, die Leute können mich jederzeit kontaktieren.“

Aktuell achten Klapper und seine Kollegen auch sehr darauf, niemanden aus den Augen zu verlieren, denn jetzt sei eine gute Beratung besonders wichtig. „Gerade jetzt sind die Leute häufig alleine und einsam und wissen nicht, wohin und was sie machen sollen“, erklärt Klapper.

Das Blaue Kreuz hilft auch Angehörigen

Allerdings ist es Suchtkranken, die einen Partner oder die Familie haben, nicht unbedingt leichter. In solchen Fällen sei es häufig der Fall, dass die Angehörigen unter der Situation genauso leiden, denn sie wüssten oftmals nicht, wie sie damit umgehen sollen. Aber auch für diese Menschen ist das Blaue Kreuz da. „In letzter Zeit habe ich auch sehr viel mit Angehörigen gesprochen,“ sagt Klapper. Er rät dazu, mit den Erkrankten über ihre Probleme zu sprechen und im Notfall in eine Klinik zu fahren. Es sei nur schwierig, die Betroffenen von einem solchen Schritt zu überzeugen.

Grundsätzlich sei in der Pandemie ein deutlicher Anstieg an Hilfesuchenden zu verzeichnen, berichtet Klapper.

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