Einwohner

Immer mehr Menschen ziehen nach Solingen

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Rathaus rechnet bei der Einwohnerzahl mit einem Anstieg auf 166.565. In Gräfrath und Burg/Höhscheid ist der Trend umgekehrt.

Von Andreas Tews

Bis 2040 rechnet die Stadt damit, dass weiterhin viele Menschen von außerhalb nach Solingen ziehen. Dadurch ist nach Zahlen der kommunalen Statistikstelle mit einem Anstieg der Einwohnerzahl von jetzt rund 163 000 auf 166 565 zu rechnen. Diese Rechnung birgt aber einige Unsicherheiten. Bleiben die erwarteten Zuzüge zum Beispiel aus, würde Solingen schnell schrumpfen – im Extremfall auf 143 500 Einwohner. In der Vorausberechnung spielt auch die steigende Lebenserwartung eine Rolle.

Wie oft erstellt die Stadt eine Bevölkerungsprognose?

Standpunkt von Andreas Tews

Die bisher letzte Bevölkerungsvorausberechnung des Rathauses stammt aus dem Jahr 2015. Die darin angeführten Voraussagen, so räumen die Statistiker ein, hatten nur für kurze Zeit bestand. Bereits Ende des Jahres 2015 waren sie durch die starke Zuwanderung von Flüchtlingen überholt. Umso wichtiger sei es, auch die neuen Prognosen immer wieder zu aktualisieren, schreiben die Statistiker.

Woher kommen die Neubürger?

Die Zuzüge führt das Rathaus auf verschiedene Faktoren zurück. Einerseits rechnet man weiterhin damit, dass Geflüchtete in Solingen neu ankommen. Andererseits profitiere die Stadt auch davon, dass die Miet- und Immobilienpreise hier niedriger sind als in vielen Städten und Kreisen des Rheinlands. In der Variante, die bei der Verwaltung als realistisch angenommen wird, geht man davon aus, dass bis 2023 die Zahl der Zuzüge um 950 Personen über der der Fortzüge liegen wird, in den Jahren danach um 750.

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Wie sicher sind die Prognosen?

Ob dies so eintrifft, sei nicht genau vorauszusagen, heißt es in dem Bericht. Gleiches gilt für die ebenfalls angenommene, leicht steigende Lebenserwartung. Als sicher gilt hingegen, dass es dauerhaft mehr Sterbefälle als Geburten geben wird. Fazit: Nur wenn die Annahmen zur Zuwanderung eintreffen, wird der Einwohnerzuwachs im erwarteten Umfang eintreffen.

Wie ist die Entwicklung in den einzelnen Stadtbezirken?

Von dem Bevölkerungswachstum profitiert nach Einschätzung der Statistiker vor allem der Stadtbezirk Mitte. Er wächst bis 2040 um 2500 Einwohner auf 44 900. Steigende Zahlen werden auch für Ohligs / Aufderhöhe / Merscheid (um 1600 auf 44 700) und Wald (um 800 auf 24 800) erwartet. Dies sind nach Einschätzung der Statistiker die Stadtteile, in denen neuer Wohnraum für Neu-Solinger entsteht und die bei Zuzügen gefragt sind.

Dies gilt nicht für Burg/ Höhscheid (dort sinkt die Zahl um 1100 auf 33 900) und Gräfrath (Rückgang um 600 auf 18 200). In diesen beiden Stadtbezirken sei der Überschuss der Sterbefälle besonders hoch. Dies könne nicht durch Zuwanderung ausgeglichen werden, heißt es in der Auswertung der Zahlen.

Bleibt der vorausgesagte demografische Wandel aus?

Trotz der vorausgesagten Steigerung ist nach dem Bericht nicht damit zu rechnen, dass die seit Jahren prognostizierte Alterung der Bevölkerung ausbleibt. Die zuziehende Bevölkerung sei zwar deutlich jünger als die bereits in Solingen lebenden Menschen. Dies verlangsame die stetige Alterung der Bevölkerung aber nur.

Wächst auch die Zahl der deutschen Bevölkerung wieder?

Eine der Kernaussagen des Berichts ist, dass Solingen bunter wird. In Zahlen bedeutet dies, dass der Anteil der Ausländer steigen wird. Während die Deutschen immer weniger werden (Rückgang um rund 5000 bis 2040) steigt die Zahl der ausländischen Solinger (voraussichtlich um rund 8300). 

BEVÖLKERUNG

ENTWICKLUNG In der Vergangenheit schwankte die Bevölkerungszahl auf dem heutigen Stadtgebiet: 1770: 13 000 1913: 135 000 1930er: 140 000 1945: 128 600 1972: 177 900 2011: 158 500 2018: 163 200

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