Q & A

Zahl der privaten Imker in Solingen wächst stetig

Agnes Debroye ist die Vorsitzende des Vereins der Solinger Imker. Sie selbst hält 33 Bienenvölker, die jeweils 40 000 bis 50 000 Insekten groß sind. Sie sammeln Honig, der die Kosten für das Hobby durch den Verkauf deckt. Fotos: Christian Beier
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Agnes Debroye ist die Vorsitzende des Vereins der Solinger Imker. Sie selbst hält 33 Bienenvölker, die jeweils 40.000 bis 50.000 Insekten groß sind. Sie sammeln Honig, der die Kosten für das Hobby durch den Verkauf deckt.

Agnés Debroye vom Verein für Bienenzucht gibt Tipps für den Einstieg fürs Halten der Bienenvölker.

Von Philipp Müller und Alexandra Dulinski

Solingen. Der Frühlingsanfang läutet so langsam auch die Imkersaison ein. Wer mit dem Gedanken gespielt hat, sich Bienenvölker zuzulegen, könnte bald mit seinem neuen Hobby beginnen. Deren Zahl steigt in Solingen stetig, erklärt Agnés Debroye. Sie ist die Vorsitzende des Imkervereins Solingen. 84 aktive Imkerinnen und Imker sind darin organisiert, „Jährlich werden es etwa zehn mehr“, sagt Debroye. Sie gibt zusammen mit Frank Saebel, dem Vorsitzenden der Imkervereinigung Remscheid/Wuppertal-Ronsdorf-Graben, einen Überblick über die wichtigsten Fragen.

Wie werde ich Imker?

Von Ende März bis Mitte September dauert die Saison – in der Zeit geht höchstens eine Woche Urlaub am Stück.

„Imker werden kann jeder“, sagt Frank Saebel. Zugleich warnt die Solingerin Debroye, das dürfe man keinesfalls ohne Kenntnisse machen. Der Verein gebe aber gerne Auskunft, was zum Start zu beachten sei. Sie rät dringend, die notwendige erste Sachkunde etwa in einem Anfänger-Kurs im Bienenmuseum Duisburg zu erwerben. Ein paar Videos aus dem Internet reichten da nicht, könnten das Erlernte aber ergänzen. Noch eine Hürde gilt es bei den ersten Überlegungen, sich selbst ein Bienenvolk anzuschaffen, zu nehmen: Allergiker sollten das Hobby vorher mit einem Arzt abklären. 50 Bienenstiche pro Jahr empfiehlt Frank Saebel für die Desensibilisierung, denn gestochen werde man auch trotz Schutzausrüstung.

Was muss ich beachten?

Drei Punkte gilt es grundsätzlich vor dem Start zu klären:

Behörden: Die Bienenhaltung ist beim Veterinäramt anmeldepflichtig. Weiterhin müssen die Bienenvölker der Tierseuchenkasse NRW gemeldet werden. Wer Bienen kauft, braucht ein Gesundheitszeugnis vom Veterinäramt.

Die Zahl der organisierten Imker liegt in Solingen bei 84 – rund zehn Solinger kommen jährlich dazu.

Zeitaufwand: Auch solle jedem Anfänger klar sein, dass Urlaube im Zeitraum von Mai bis Juli nicht möglich seien, um das Ausschwärmen von Bienen zu vermeiden. „Sonst kommt man aus dem Urlaub wieder, und es sind kaum noch Bienen da“, sagt Saebel. Bis ein neues Volk aufgebaut ist, sei das Bienenjahr vorbei. Agnés Debroye ergänzt, dass die Saison jetzt Ende März beginne und bis in den September dauern werde. Aber rund um die Uhr brauche man für die Bienenvölker nicht da zu sein. Sie rechnet mit einer Stunde Arbeit pro Volk in der Woche. Sie selbst betreut 33 Bienenstöcke, in denen sich jeweils 40.000 bis 50.000 der gelb-schwarzen und fleißigen Pollen- und Nektarsammlerinnen befinden.

Bienenvölker: Um mit dem Imkern zu beginnen, sollte der Anfänger mit einer Mindestzahl an Bienenvölkern starten. Zwei bis vier Völker seien sinnvoll, so dass auch durch Ableger neue Völker aus den bereits bestehenden nachgezogen werden können, sagen Debroye und Saebel. Denn oft verliere man über den Winter einige der Bienenvölker, erklärt Frank Saebel. Da nennt Agnés Debroye die Varroamilbe, die den Nachwuchs befällt. Sie ist in etwa 90 Prozent der Fälle die Ursache, wenn Bienenvölker nicht über den Winter kommen.

Wie komme ich an die Bienen?

„Wir raten dazu, die Bienen über unseren Verein zu kaufen“, sagt die Solinger Imkerin. So sei auch garantiert, an „sanfte Völker“ zu kommen, die das Tun der Imker leichter über sich ergehen lassen würden. „Im Verein lernt man direkt erfahrene Imker kennen, die einem helfen können“, sagt Frank Saebel. Aber beide mahnen zur Vorsicht: „Niemals die Bienen außerhalb Deutschlands kaufen.“ Durch billige Angebote aus dem Ausland könnten fremde Krankheitserreger ins Bergische eingeschleppt werden.

Welche Kosten entstehen?

Mit 1000 Euro muss man beim Start für Ausrüstung, Kurse, und Gebühren rechnen. Debroye verweist auf den Vereinsbeitrag, der von der Zahl der Völker abhänge. Dafür erhalte man aber viel Unterstützung.

Wo kann ich die Bienen halten?

Ein Garten ist ein guter Standort für ein Bienenvolk, der Balkon eignet sich nicht. Bienen sollten etwa zwei Stunden Sonne am Tag bekommen. Man solle dabei Rücksicht auf die Nachbarn nehmen.

Neu-Imker

Ausrüstung: Eine Imkerjacke, Imkerhandschuhe, ein Handfeger, ein Meißel und einen sogenannten Smoker, dessen Rauchproduktion die Bienen beruhigt, gehören zur Grundausrüstung. Geräte wie Honigschleudern können meist im Verein geliehen werden.

Informationen: Die Solinger Imker haben alles rund um Bienen und Honig veröffentlicht: www.imker-solingen.de

Falsche Tierliebe: Bienen nicht mit Honig füttern.

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