Escape Room

Im Online-Spiel das Kunstmuseum retten

Im Kunstmuseum probierten Giusy (v.l.), Lucy und Chantal von der Sekundarschule das neue Spiel um Erpressung aus. Die Solinger Firma sicdata hat es mit dem Museumsteam entwickelt.
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Im Kunstmuseum probierten Giusy (v.l.), Lucy und Chantal von der Sekundarschule das neue Spiel um Erpressung aus. Die Solinger Firma sicdata hat es mit dem Museumsteam entwickelt.

Das Kunstmuseum setzt Projekte und Ausstellung mit der Hilfe von Sponsoren um.

Von Philipp Müller

Solingen. Die Geschichte um ein Online-Spiel zur laufenden Bergischen Kunstausstellung beginnt drastisch: Ein Erpresser verlangt 10.000 Euro, sonst würden Kunstwerke zerstört. Ist die Übergabe zu verhindern? Bleiben entwendete Bilder gefährdet? Im Spiel „Online Escape Room“ kann das Museum gerettet werden.

Ein Fluchtraum löst eigentlich eine beängstigende Vorstellung aus. Und doch wagt sich das Solinger Kunstmuseum an das Thema. Das machte das Team um Museumsdirektorin Gisela Elbracht-Iglhaut zusammen mit der sicdata Unternehmensberatung. „Wir freuen uns, dass wir damit eines der ersten Kunstmuseen in Deutschland sind, die dieses populärkulturelle, virtuelle und niedrigschwellige Angebot nutzen, um eine breite Schicht des Publikums zu erreichen“, erklärte die Museumsdirektorin.

Die Firma sicdata reiht sich ein in eine große Schar von Unterstützern aus der Wirtschaft, aber auch aus dem Privaten, die den Ausstellungsbetrieb im Solinger Kunstmuseum ermöglichen. Jährlich kommen dabei rund 100.000 Euro zusammen. Der Posten „Art Sponsoring“ ist damit ein nicht unbedeutender in der Bilanz der gemeinnützigen GmbH, die das Museum betreibt. Auch für das Jahr 2022 rechnet Gisela Elbracht-Iglhaut wieder mit einem Betrag in ähnlicher Höhe, der in Ausstellungsprojekte gesteckt werden soll.

Online-Spiel soll junge Menschen für die Kunst begeistern

An „Online Escape Room“ waren auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Solingen und die Firma Gustoc Titanium von Uwe Runschke beteiligt. Tobias Erdmann von sicdata erklärte, was die drei Sponsoren angetrieben hatte, das digitale Projekt auf den Weg zu bringen: „Wir wollen jungen Menschen zeigen, was Kunst ist, was Kunst bewirken kann.“ Denn im Spiel gibt es viele Weiterleitungen zur Kunst im Gräfrather Museum. Das passt auch zur modernen Kunst, wie Elbracht-Iglhaut erläuterte: „Die Kunst ist längst auf dem digitalen Weg unterwegs.“

Konsequent hatte sie Schülerinnen der Klasse 8c der Sekundarschule Central zum Start des Spiels eingeladen. An drei Terminals kann spielerisch der Erpressung im Museum auf die Spur gegangen werden. Doch nicht nur dort. Tobias Erdmann sagte, das Spiel könne auch für einen Betrag von 14,90 Euro von jedem heruntergeladen werden. Der Erlös werde komplett ans Kunstmuseum weitergereicht, somit wird jeder Nutzer des Spiels zum kleinen Sponsor des Solinger Museums.

Entstanden ist ein Detektivspiel, in dem Hinweisen nachgegangen werden muss. Das passiert mit kleinen Videos, in denen die Museumsdirektorin zu sehen ist, aber auch der Galerist Dirk Balke. Kunstpreisträger Pascal Sender meldet sich ebenfalls. Dazu gibt es eine Fülle an Dokumenten. Wer sich ganz aufs Spiel einlasse, sei etwa zwei Stunden beschäftigt, erklärt Erdmann. Und wer tief ins Museum eintauche, noch viel, viel länger. Die Schülerinnen der Sekundarschule waren jedenfalls ab der ersten Minuten vom Spiel richtig gepackt und zeigten sich mehr als interessiert.

Digitale Kunst und Gaming seien tatsächlich sehr artverwandt und hätten viele Berührungspunkte, betonte Gisela Elbracht-Iglhaut. Deshalb sei das Spiel bestens geeignet, junge Menschen für das Museum zu interessieren. „Online Escape Room“ wird ab morgen, Freitag, 23. September, zum Download für alle bereitstehen unter: www.escaperoom.online

76. „Bergische“

Noch bis zum 23. Oktober läuft die 76. Ausgabe der Bergischen Kunstausstellung. Sie biete eine große Bandbreite moderner Kunst von überwiegend jungen Kunstschaffenden. Installationen und neuer Umgang mit Material prägen die Schau.

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