Irritierende Inszenierung

Im Kammerspielchen ist die Rache süß

So hätte sich Malermeister Walter (Markus Mies) seinen Job bei der untreuen Ehefrau Marcia (Nika von Altenstadt) nicht vorgestellt.

Von Karl-Rainer Broch

Sie wurde von Jane (Julia Karl), der eifersüchtigen Ehefrau ihres Liebhabers, erwischt und will nun Marcias Mann darüber aufklären. Da Jane aber Ehemann Brian nicht kennt, schlüpft Walter in diese Rolle. Er ist nämlich in Wirklichkeit Laien-Schauspieler, allerdings einer von der schlechtesten Sorte.

Bei der Premiere von „Rache ist süß“ von Donald Churchill in der Bearbeitung von Nika von Altenstadt im Gräfrather Kammerspielchen entwickelt sich das Aufeinandertreffen der drei Protagonisten anders als erwartet. Obwohl Walters Generalprobe mit Zitaten von Shakespeare-Texten katastrophal verläuft, äußert er selbstbewusst: „Es ist nicht das erste Mal, dass ich ein ganzes Ensemble mitschleifen muss.“

Der Anstreicher im zu engen Anzug des Ehemannes steigert sich so in seinen Monolog, dass er den Stuhl auf der Bühne zertritt, so dass später Besucherin Jane alle Mühe hat, sich in einem akrobatischen Kraftakt von dem Sitz zu befreien.

Für das Publikum sind die lautstarken Dialoge zwar amüsant, aber dass die Akteure auf der Bühne regelrechtes Schmierentheater vorführen, ist schon irritierend. Allerdings war das auch die Absicht der Inszenierung, so dass man am überraschenden Ende leichtfüßig über einige Schwächen hinwegsehen konnte.


Termine: Freitag, 30. September, Samstag, 1. Oktober, jeweils 20 Uhr, Sonntag, 2. Oktober, 15 Uhr, Kammerspielchen, Gerberstraße 8

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