Einzelhandel zieht Bilanz

Bilanz des Weihnachtsgeschäfts fällt positiv aus

Viele Solinger besorgten gestern im Hofgarten letzte Kleinigkeiten fürs Fest.
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Viele Solinger besorgten am Freitag im Hofgarten letzte Kleinigkeiten fürs Fest.

Am Tag vor Heiligabend war im Hofgarten viel los.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Thalia: lange Schlangen, Douglas: großer Beratungsbedarf, Edeka Pauli: alle Kassen geöffnet. Es ist viel los im Hofgarten am Tag vor Heiligabend. Einkaufstüten hängen an den Armen vieler Besucher, die Stimmung ist geschäftig, aber nicht gereizt. Die Solinger scheinen sich vom Endspurt des Weihnachtsgeschäfts nicht stressen zu lassen.

Auf der Suche nach Kleinigkeiten sind die meisten kurz vor dem Fest. So wie Robert Schreiber. Der 26-Jährige ist am frühen Nachmittag in die Innenstadt gekommen. Die meisten Geschenke habe er bereits zusammen, bevorzugt persönliche Aufmerksamkeiten, gemeinsame Aktionen mit den Liebsten. „Jetzt suche ich noch etwas zum Auspacken“, erzählt er. Und hat dabei ein Buch oder eine CD im Blick.

Mit einem ähnlichen Ziel ist Sigrid Neuhaus in die City gekommen. Unter den Erwachsenen in ihrer Familie sei Schenken kein großes Thema mehr. „Das Beisammensein an Weihnachten ist wichtiger, im Alltag sieht man sich so wenig“, erzählt sie. Wenn heute jedoch zwei ihrer fünf Enkel zu Besuch kommen, möchte sie ihnen nicht nur Geld überreichen, sondern eine greifbare Überraschung machen – und ist fündig geworden.

„Das Beisammensein an Weihnachten ist wichtiger.“

Sigrid Neuhaus über Weihnachtsgeschenke

Den Andrang vor den Feiertagen empfindet die Solingerin als angenehm. Es sei voll, allerdings nicht überlaufen. Das sieht Danuta, die ihren vollen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, ähnlich. Sie nutzt einen freien Tag, um letzte Kleinigkeiten zu besorgen, lässt sich dabei vom Angebot der Geschäfte inspirieren. „Ich bin sehr spontan und hatte bislang immer kurzfristig Glück“, berichtet sie.

Der Hofgarten ist weihnachtlich geschmückt, um in der Energiekrise Strom zu sparen, bleibt die Beleuchtung allerdings aus. Halten sich die Solinger wegen der wirtschaftlich unsicheren Zeiten bei den Weihnachtsgeschenken zurück? „Ich habe schon vorher nicht übermäßig teure Dinge gekauft“, sagt Robert Schreiber. Bei Aufmerksamkeiten, die es wert sind, schlage er jedoch auch in diesem Jahr zu. Auch Silke Dick ist auf der Suche nach Geschenken in den Hofgarten gekommen – ihre Nichte hat an Heiligabend Geburtstag. Weihnachtspäckchen sind in ihrer Familie dagegen seit einigen Jahren kein Thema mehr. „Wenn wir jemandem eine Freude machen oder etwas haben wollen, besorgen wir es einfach so“, erzählt die Solingerin. Das sei besser, als kurz vor dem Fest „auf den letzten Drücker das 1000. Paar Socken zu holen“.

Die Frequenz im Hofgarten stimmt auf der Zielgerade im Weihnachtsgeschäft und sei auch in den vergangenen Wochen zufriedenstellend gewesen, sagt Center-Manager Ralf Lindl. Außerhalb des Einkaufszentrums konnten die Händler Detlef Ammann zufolge ebenfalls von der Adventszeit profitieren. „In den letzten Tagen hat es angezogen“, berichtet der Modehändler mit Geschäft an der Kirchstraße. Nur mit dem Wetter kurz vor dem Fest hadert der Vorsitzende des Werbe- und Interessenrings Solinger Innenstadt etwas. Der Regen habe möglicherweise manchen ferngehalten, dafür sei das vorangegangene kalte Wetter der Textilbranche zugutegekommen.

Am Tag vor Heiligabend versorgen Detlef Ammann und seine Frau die Kunden mit Glühwein. Gut sei die Stimmung, findet Annegret Ammann: „Von Stress ist nichts zu spüren, die Leute sind freundlich.“

Bilanz des Weihnachtsgeschäfts

In der Geschäftsstelle fürs Bergische des Handelsverbands Rheinland sind differenzierte Rückmeldungen aus Solingen eingetroffen. So heißt es von Leiter Ralf Engel einerseits, im Großen und Ganzen seien die Einzelhändler zufrieden. Es sei aber eine allgemeine Kaufzurückhaltung zu beobachten. Der Schluss: Die Händler haben ihre Bilanz an ihre Erwartungen angepasst. Unsicherheiten aufgrund steigender Lebenshaltungs- und Energiekosten waren also bereits einkalkuliert. Nun scheint es, zumindest was den Verkauf angeht, weniger schlimm gekommen zu sein als befürchtet. „Die Frequenz war gut, vor allem im Zentrum.“

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