Amnesty International

Illuminierte Clemenskirche setzt ein Zeichen gegen die Todesstrafe

Mit der Farbe möchte Amnesty International ein Zeichen setzen.
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Mit der Farbe möchte Amnesty International ein Zeichen setzen.

Amnesty International und katholische Kirche luden am weltweiten Aktionstag „Cities for Life“ erstmals in die Gemeinde St. Clemens ein.

Von Andreas Erdmann

Als weithin sichtbares Zeichen waren am Freitagabend die Fenster der Clemenskirche in der Innenstadt mit grünen Lichtstreifen erleuchtet. Diese Installation, geschaffen vom Lichtkünstler Frank Göllmann, gehörte zu der Aktion, die am weltweiten Aktionstag des Bündnisses „Cities for Life – Städte gegen die Todesstrafe“ erstmals auch in der Klingenstadt stattfand.

Die Solinger Amnesty-International-Gruppe hatte die Beteiligung initiiert und die Stadt Solingen als „City for Life“ gewinnen können. Zusammen mit der katholischen Pfarreiengemeinschaft Mitte-Nord, dem Katholikenrat und dem Katholischen Bildungswerk hatte man am Aktionstag zu einer Veranstaltung zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe in den Franziskus-Saal von St. Clemens eingeladen.

„Auch der Namenspatron unserer Kirche, St. Clemens, wurde vor knapp 2000 Jahren Opfer der Todesstrafe“, erinnerte Gemeindepfarrer Michael Mohr in seiner Ansprache. Er mahnte, dass „das Unheil, was ersten Christen zustieß, auch uns heute noch treffen kann.“ Amnesty-Aktivist Bernhard Erkelenz unterstrich, wie aktuell das Thema auch in Deutschland sei. „Laut einer Umfrage unter Jurastudenten gaben kürzlich 26 Prozent aller Befragten an, für die Wiedereinführung der Todesstrafe zu stimmen.“

Weltweit beteiligen sich 2000 Städte am Aktionstag

Bürgermeister Ernst Lauterjung (SPD) gab einen Überblick über die Situation. „58 Länder haben die Todesstrafe noch nicht abgeschafft. Die Türkei diskutiert sogar ihre Wiedereinführung.“ Nimmt die Zahl der Hinrichtungen weltweit ab, so steigt sie derzeit in Krisengebieten. „Die meisten vollstreckten Todesurteile 2017 gab es in China. Die Zahlen sind Staatsgeheimnis. 84 Prozent der 993 erfassten Vollstreckungen fallen auf Iran, Saudi-Arabien und Pakistan. Auch Weißrussland und die USA sind betroffen. Die Todesstrafe ist eine abstruse Idee, welche die Menschenrechte missachtet: Indem man Menschen tötet, will man Menschen zeigen, dass Töten falsch ist“, betonte Kerstin Birke von der Organisation Sant’Egido, die für die Ächtung der Todesstrafe kämpft.

Papst Franziskus habe kürzlich den Katechismus insoweit geändert, dass die Todesstrafe „unzulässig“ ist. Weltweit beteiligen sich mehr als 2000 Städte am Aktionstag, in Deutschland sind es etwa 250.

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